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Arthur, Mitte fünfzig und einst ein angesehener Apotheker, ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Mit einem winzigen Rollkoffer steigt er am Abend in einer fremden Stadt aus dem Zug. Hier wird er ein neues Leben beginnen - oder vielmehr in ein geliehenes schlüpfen: Er zieht in das fast leerstehende Haus seines Zellennachbarn Eddie, schläft in dessen Jugendzimmer und arbeitet tagsüber im Schreibwarenladen der Familie. Abends macht er »Lebendkontrolle« beim dementen Onkel Rudi, der unterm Dach wohnt und mit dem er sich allmählich anfreundet. Arthur, der alles verloren hat, lebt zunächst nur aus Höflichkeit weiter. Doch die Menschen im Ort haben sich, wie in stiller Übereinkunft, seiner angenommen. So wird, was als Stellvertreterdasein beginnt, zu einer leisen Rückkehr ins eigene Leben.
Mit großer Empathie und feinem Humor erzählt Susan Kreller von einem Mann, der sich selbst aufgegeben hat - und von einer Gemeinschaft, die ihn unaufdringlich, aber bestimmt zurück ins Leben holt. Licht nach oben ist ein berührender Roman über zweite Chancen und die widerständige Kraft von Fürsorge und Menschlichkeit.
Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen Tschechoslowakei, wo sein Vater als Jude und Zionist vom Geheimdienst überwacht wurde, landeten er und seine Familie in einer Hamburger Altbauwohnung im legendären Grindelviertel. Wo früher ein blühendes jüdisches Leben war, saßen bei Aris Ankunft linke Gymnasiasten und Studenten der Nach-68er-Generation in Cafés und Seminarräumen und träumten vom Ende Israels. Als er dann aber 1982, zu Beginn des goldenen Pop-Jahrzehnts, zum Studieren nach München weiterzog, schienen sich die Wolken des neualten Judenhasses verzogen zu haben. Dass der wiederkommen würde, offener, radikaler, hätte Ari nie gedacht - bis zu dem Tag im Oktober 2023, an dem Hamas-Terroristen, erfüllt von tiefreligiöser, exterminatorischer Wut, den Süden Israels überfielen. Woher, fragte sich Ari seitdem, kommt der ewige Wunsch der anderen nach der völligen Vernichtung der Juden? Dieser nachdenkliche, mitreißende, hochpoetische Roman, den man auch als Prequel zu Maxim Billers gefeiertem Memoir »Der gebrauchte Jude« lesen kann, gibt auf diese Frage eine überraschende und zugleich sehr reflektierte Antwort.
Der neue Roman von Bestsellerautorin Mareike Fallwickl stellt unsere Glaubenssätze zu Freundschaft und Romantik infrage und beschreibt mutig die Utopie, die wir uns für unser Leben wünschen.
Luzia wächst in einer Gemeinschaft auf, die für ganz unterschiedliche Menschen eine Zuflucht bietet. Im Haus werden queere und platonische Formen von Liebe sowie geteilte Elternschaft gelebt. Später, als Erwachsene, kämpft Luzia als Theaterregisseurin gegen patriarchale Strukturen an und versucht, etwas zum Guten zu verändern. Ihre Jugendfreundin Marle verspürt mit Anfang vierzig einen starken Kinderwunsch und entscheidet sich für einen ungewöhnlichen Weg abseits von Beziehungen mit Männern.
Doch plötzlich, nach einem verheerenden Unwetter, scheint alles bedroht, was diese Wahlfamilie über Jahrzehnte miteinander aufgebaut hat. Was braucht es, damit eine solche Gemeinschaft in Zeiten wie diesen bestehen kann?
Die Fleischtheke des Supermarkts am Tag, Stille bei Nacht: So sieht Coras Leben aus. Bis ihre Kindheitsfreundin Olympia verhaftet wird und alles zurückkommt. Der Sommer, in dem sie sich wiedergetroffen haben, in dem alles gesummt hat in ihr, das Seewasser noch auf der Haut, der Glitzer auf der Cap, die verzierten Fingernägel. Die langen Tage im großen, leeren Haus mit Olympia, die Cora erkennt, wie sie ist. Und wie schnell sie Olympia nicht mehr nur für sich hat nach der illegalen Party, auf der sie zum ersten Mal eine Grenze überschreiten, nach der Olympia so viel Zeit mit Ariel und ihrer Aktivistengruppe verbringt. Während Cora versucht, in der Schule und zu Olympia den Anschluss zu halten, schlägt eine radikale Idee ihre Triebe aus - und Cora verstrickt sich in ein Lügengespinst, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Eindringlich und betörend erzählt Franziska Gänsler von der Freundschaft zweier junger Frauen, ihrer Loyalität und dem unbedingten Willen, dazuzugehören. Sie zeichnet die Träume einer ganzen Generation.
Der Baum ist alles für den Michel. In vierter Generation führt er das Wirtshaus, das lange Jahre nicht nur für ihn Mittelpunkt der Welt war. Inzwischen sitzt er oft allein am großen Tisch, an dem früher das Dorf zusammenkam, um Abend für Abend zu lachen, zu trinken und die Welt da draußen zu vergessen. Er blickt zurück auf seine Kindheit im warmen Schatten des Großvaters. Auf eine Jugend, die nach Freiheit und der Liebe suchte - Berta. Auf den Vater, der ihm dieses Glück verbieten wollte. Und auf den Tag, an dem er von seiner Familie und dem Baum floh und in der Ferne große Schuld auf sich lud. Eine Schuld, die ihn bald zurückführte an den Ort, dem er immer entkommen wollte und der doch sein ganzes Leben war, nach Hause, in den Baum.
»Diesem Autor möchte man tagelang, ach was, ein Leben lang zuhören, weil er etwas in uns berührt wie kaum ein anderer.« WDR4
»Goerz hat das Leben studiert. Das gute wie das schlechte.« BR
Auf der Suche nach Schönheit in der Welt: Der neue Roman von Martina HefterMit präziser Leichtigkeit und schlichter Eleganz erzählt Martina Hefter von einer Frau, die in einer ehemaligen Tagebaulandschaft eine neue Zukunft findet. Sie erzählt von der Notwendigkeit, sich gegen die Zudringlichkeiten der Gegenwart zur Wehr zu setzen, sie erzählt von inneren Kämpfen und jenen Momenten, die uns aneinander binden - oder voneinander lösen.Die Installationskünstlerin Iona Bartschok zieht sich den Sommer über ins Leipziger Umland zurück. Die Landschaft hier besitzt eine eigensinnige Lebendigkeit: eine ehemalige Tagebau-Region, künstlich geflutet, von Abraumhalden und einem immerwährenden Wind geprägt. Iona will in dieser Umgebung an einem neuen Projekt arbeiten. Aber sie sucht auch Abstand, nachdem ein Maler öffentlich eines ihrer wichtigsten Kunstwerke, ein Baumhaus, mit dem Wort "Bullshit" besprüht und beschädigt hat. Sie bezieht eine umgebaute Industriehalle, deckt sich mit Lebensmitteln ein, wird nur von einem Bildschirmhund begleitet, den ihr Vermieter an der Wand installiert hat. Doch dann läuft ihr Bella zu, eine Hündin aus Fleisch und Blut, die ihr nicht mehr von der Seite weicht. Eines Tages steht eine weitere Fremde vor der Tür: Nova, die kämpferische Nichte des Vermieters. Und während draußen der Wind zunimmt, der Regen die Straßen flutet, drängt sich mit aller Macht das Leben zurück in die Halle.
Ein einzigartiges Leseerlebnis - so komisch und unterhaltsam, wie Literatur nur sein kann.
Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll: Afrika. Es geht um die Errettung der Eingeborenen aus Heidentum und Sklaverei - doch wer sagt, dass man an guten Taten nicht auch bestens verdienen darf?
Österreich wird von Legationsrat Strinetzky vertreten, denn der Botschafter ist verhindert: Franz Liszt hat ihm ein Pianostück gewidmet, er muss üben. Strinetzky hat jedoch ganz andere Probleme. Um die Affäre mit einer Actrice zu finanzieren, hat er beträchtliche Gelder an einen fiktiven Gutachter namens "Doktor Waldbach" fließen lassen. In Berlin taucht nun auf einmal ein echter Waldbach auf. Der Betrug droht aufzufliegen, Strinetzky muss dringend 5.000 Gulden auftreiben. Und dann beleidigt er noch aus Versehen einen preußischen Offizier, der ihn zum Duell im Grunewald fordert.
Mit derlei Sorgen im Nacken irrt der Legationsrat über das diplomatische Parkett, wo sich die internationalen Mächte belauern. Unversehens macht die Not aus Strinetzky einen gerissenen Verhandler - mit weltpolitischen Folgen.
Daniel Kehlmanns Roman führt in die Kolonial-Ära, im Blick hat er dabei unsere eigene gewaltvolle Gegenwart.
Über ungleiche Schicksale und einen Telefonmast, der Wünsche erfüllt
»Wolkenberührpunkt« ist ein Roman über zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Männer und die eine Frage: Findet das Glück uns erst dann, wenn wir aufhören, jemand sein zu wollen? Christoph Kramers zweites Buch ist ein sensibles Porträt über das, was nur zwischen den Zeilen steht - was unser Leben aber wirklich ausmacht.
Herbst 2024: Christoph Kramers Ära bei Borussia Mönchengladbach endet. Um der drohenden Leere zu entkommen, schreibt er sein erstes Buch »Das Leben fing im Sommer an«. Nach Erscheinen trifft Chris in einer Buchhandlung Roman, einen jungen Mann, der sein Buch mit abgezählten Münzen zahlt und dessen Schicksal ihn nicht mehr loslässt.
Es ist die Geschichte eines Schocks in der Silvesternacht 2000, der Romans Welt für immer zerreißt. Es ist die Suche nach dem geheimnisvollen »J« und die Flucht auf den »Wolkenberührpunkt« - jenen alten Mast, auf dem er mit seinem besten Freund Steve dem Himmel nah ist, um Wünsche in die Welt zu schreien.
Eine Geschichte über die leise Sehnsucht nach Mira und über zwei Leben, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: hier der Weltmeister, dort der Junge, der nie ein Zuhause besaß. Melancholisch, ehrlich und zutiefst bewegend.
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.
Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus - und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer »stabilen Alleinruhelage«.
Eva Menasse hat einen vielschichtigen Roman über die Zwischenbilanz eines Lebens geschrieben, eine gewitzte Reflexion über Fremdheit und Heimat - und das Abschiednehmen.
»Gerti, Rudi, Hansi. Vergesst niemals, was ihr seid: eine großartige, wunderbare, bunte Truppe! Schwestern seid ihr, Schwestern bleibt ihr. Das ist ein großes Glück! Auch wenn sonst keiner zu euch hält, ihr habt einander.«
Ein mitreißender Schicksalsroman über weibliche Selbstbehauptung in einer Zeit, in der es dafür noch kein Wort gab. Tief berührend und mit großer Sprachgewalt erzählt Bestsellerautor Max Moor von drei Schwestern, die einander verlieren und doch ein Leben lang nie ganz loslassen.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges verliert Gerti alles: den Vater, der verschwindet, die Mutter, die stirbt, und die Schwestern, die ins Heim verstoßen werden. Allein bleibt sie bei den Großeltern zurück. Nur drei Knöpfe, abgerissen von einer alten Kletterweste, gedacht als Glücksbringer für jede von ihnen, erinnern Gerti ihr Leben lang an die geliebten Schwestern.
Drei Schwestern. Drei Leben. Vier Jahrzehnte
Als junge Frau lernt sie den verheirateten Albert kennen und verliebt sich in ihn. Er liebt auch sie, verlässt sie jedoch wieder, kehrt zurück und verschwindet immer wieder in ferne Länder. Gerti bleibt ihm treu. Zwei Kinder entstehen aus dieser schwierigen Liebe, die sie allein großziehen muss. Dem Argwohn der Nachbarn ausgesetzt und der Gefahr, durch die Jugendwohlfahrt die Kinder jederzeit zu verlieren. Mit Stolz und ihrer Sturheit meistert Gerti das Leben, getragen von ihrem größten Wunsch: einer eigenen Familie.
Rudi, schön und glamourös, möchte nur eines: ihre Kindheit im Heim vergessen. Sie jagt von Mann zu Mann, von Ehe zu Ehe. Stets begleitet von dem Gefühl, niemandem zu genügen, kämpft sie gegen sich selbst.
Alle drei sind sie Überlebende, jede auf ihre Weise, Kinder einer Zeit, die kein Erbarmen kannte
Hansi, bald von einem liebevollen Ehepaar adoptiert, ist die rastlose Jüngste, die sich weder durch Kind noch Mann gebunden fühlen möchte. Sie liebt ihre Unabhängigkeit, macht ihre Lehre als Hotelkauffrau und schließlich Karriere. Und trotzdem bleibt etwas, das fehlt.
Eine große Liebe, das Porträt einer scheiternden Ehe und die Geschichte eines Verrats.
Als Barr, Professor für Kreatives Schreiben, unter seinem eigenen Namen das Manuskript seiner Frau veröffentlicht, ahnt er noch nicht, welche Lawine er damit lostritt. Seine Frau Dava ist von ihrem gemeinsamen Leben als beliebte Professoren an einer Universität im Mittleren Westen schon lange unerfüllt. Unglücklich in ihrer Ehe mit Barr, arbeitet sie bis spät in die Nacht an ihrem Roman, angetrieben von einer Affäre mit der Kollegin Svetlana. Doch es wird für Dava immer schwieriger zu schreiben, sie verliert sich an eine Krankheit, die ihr das Gedächtnis raubt. Bis sie sich nicht mehr wehren kann, als Barr ihre Geschichte stiehlt und umdeutet. Ein Roman über das Erinnern und Vergessen, über Liebe gegen alle Widerstände und das Schreiben als Kampf gegen den Selbstverlust - und eine Hündin, die das Leben der Hauptfiguren auf ungeahnte Weise miteinander verbindet.
»Packend, herzzerreißend, erlösend und eine Freude zu lesen - Julie Orringer hat uns ein großartiges Geschenk gemacht. Es wird Sie umhauen.« Andrew Sean Greer, Pulitzer-Preisträger
Zu Beginn des neuen Jahrtausends kehrt Carl Bischoff aus der brandenburgischen Provinz nach Berlin zurück, doch nur, um bald wieder aufzubrechen. Seine Pilgerschaft folgt jener wie aus dem Nichts aufgetauchten Tochter eines kasachischen Schamanen, die fast alles über ihn zu wissen scheint. Amsterdam, Rotterdam, die Kurische Nehrung und die winterkalte Steppe Kasachstans sind die Stationen ihrer märchenhaft-magischen wie zweifelhaften Liebe. Einen surrealen Ausgang findet Ayshas und Carls Geschichte mitten im alten Atombombentestgelände, in dem sich Ayshas Sippe verschanzt hat, um ein Opfer zur Rettung der Erde vorzubereiten - während Carl der Welt abhandenkommt.
«Edgar Selge hat sein Publikum immer erreicht und berührt, als Theaterschauspieler, als Fernsehkommissar, mit 73 jetzt auch als Schriftsteller.» (Süddeutsche Zeitung). Nach dem sensationellen Debüt Hast du uns endlich gefunden folgt sein neuer Roman:
Jura Rjabinkin ist sechzehn Jahre alt, als er während der Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht verhungert. Er hat ein Tagebuch hinterlassen, das der Erzähler dieses Romans immer wieder liest, sodass er bald glaubt, den Jungen zu kennen. Jura wird zur Romanfigur, wie der Erzähler auch. Ihre Begegnung beginnt vorsichtig und wird im Lauf der Geschichte immer enger. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Austausch über Jugend, Träume, Literatur, Mütter, Gewalt, Fremdheit und Nähe, und sie geben einander ihre persönlichsten Geschichten preis.
Edgar Selge setzt dem jungen Menschen Jura Rjabinkin ein Denkmal und lässt ihn für uns lebendig werden. Sein Tonfall ist überraschend, gewichtig und leicht zugleich.
»Ein schillerndes und hakenschlagendes Romandebüt.« Annabelle
»Ein sprachgewaltiges und zartes Debüt. Dass Muri Darida viel zu sagen und ein Talent fürs Erzählen hat, ist sicher. Eine Lektüre, die einen mitnimmt und sich lohnt.« Teresa Preis, Buchkultur
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026 (Longlist).
Lazi sitzt im Zug nach Budapest und hat ein Ziel: Das Gewehr des Großvaters András, der während des Ungarnaufstands 1956 nach Argentinien fliehen wollte, aber in Eppingen landete. Im ungarischen Dorf erwarten Lazi unberechenbare Tanten, unzählige Schnäpse und die Großcousine Zsófi, die Lazi das Schießen beibringt. Nur Mónika, die Schwester der Mutter, versteht, was Lazis veränderter Körper zu bedeuten hat, nur sie ahnt den wahren Grund für Lazis Rückkehr: Rache üben, Gerechtigkeit finden. Auf der Suche nach dem Ursprung der Gewalt in der Familiengeschichte trennt Lazi eine Naht aus Scham und Schweigen auf. Hat schließlich das Gewehr des Großvaters und alle Fäden der Erzählung in der Hand. Und trifft eine Entscheidung. 'King Cobra' erzählt zwischen Humor, Zärtlichkeit und Wut vom Widerstand gegen das Schweigen und davon, dass die Liebe kein Bluthund ist.
Ausgezeichnet mit dem Robert-Walser-Preis 2026
»Das ist so hinreißend und originell geschrieben, dass man beim Lesen immerzu denkt: So schön also würde die deutsche Sprache klingen, wenn sie von Ungarn entwickelt worden wäre.« Alexander Solloch, NDR Kultur
»Muri Darida erzählt in gewaltigen Bildern von dem, was sich uns eingeschrieben hat, macht daraus Atem, Leben, Befreiung - und entzündet ein Feuer, das die Sprache zum Glühen bringt.« Yael Inokai
Dave Eggers beweist mit »Contrapposto«, dass er einer der größten amerikanischen Autoren unserer Zeit ist. Dieser Roman ist eine ebenso unvergleichliche wie unvergessliche Geschichte zweier Leben, die nur gemeinsam erzählt hell leuchten.
Als Cricket herausfindet, dass er zeichnen kann, ist es Olympia, die sein Talent entfesselt. Mit einer ersten gemeinsamen Mutprobe beginnt eine lebenslange Verbindung, die alles überdauert: Kunsthochschulen, den absurden Hype des globalen Kunstmarkts, Kriege, Triumphe und tragische Verluste. Während Cricket in Olympia seine Bestimmung sieht, sucht sie stets nach dem nächsten Horizont - und dem nächsten Liebhaber. Doch in einer Welt voller Scharlatane und vergänglicher Trends bleiben sie die einzige Konstante des jeweils anderen. »Contrapposto« ist eine bewegende, humorvolle Liebeserklärung an die Freundschaft und das radikale Wagnis, ein Leben der Kunst zu widmen.
Von der Zeit im Jahr, in der alles möglich werden kann
Nach einem Schicksalsschlag hat Luise den Glauben an sich selbst verloren. Als sie die Weihnachtstage und den Jahreswechsel in einer Wohnung am Meer verbringt, kommt die junge Ärztin mit dem Thema Rauhnächte und dem Zelebrieren jahrhundertealter Winterrituale in Berührung.
Was sie als Frau der Wissenschaft zunächst belächelt, setzt Dinge in Bewegung, die Luise nicht für möglich gehalten hätte und eröffnet ihr eine neue Perspektive auf das Leben.
Nach dem großen Erfolg von »Drei Tage im Schnee« entführt uns Ina Bhatter erneut in eine magisch-entschleunigte Winterwelt.
Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine Legende gemacht, sondern Literatur: erschütternd, kühl, von einer dunklen Magie durchzogen. Ihre drei Ehen, mit dem Maler Lucian Freud, dem Komponisten Israel Citkowitz und dem Dichter Robert Lowell, stehen für ein glamouröses Dasein im Sog von Kunst, Begehren und weiblicher Selbstbehauptung.
Das Schicksal der Mary Rose, erschienen 1981 und endlich wiederentdeckt, ist ein präzises Kammerspiel über Macht und Abhängigkeit. Blackwood zeigt, wie die Gewichte im bürgerlichen Idyll um Ehe, Kind, Heim sich so weit verschieben können, dass aus Fürsorge Kontrolle wird und das Unheimliche sich im Alltäglichen Bahn bricht. Ein unerbittliches Buch von bestechender Eleganz und bezwingender Wirkung.
Die Bonner Republik zur Wendezeit: DDR-Flüchtling Bernd Vomturm macht Karriere im Regierungsviertel und wird dort zum gefragten »Mann fürs Glas«. Verantwortlich für die Fassaden des Kanzlerbungalows, erhält er tiefe Einblicke in das Leben und Umfeld des Bundeskanzlers Viktor Breugel. Während der Pfälzer Kanzler als leidenschaftlicher Cineast seine Politik wie einen Film inszeniert, benötigt seine Gattin Harriet aus gesundheitlichen Gründen dringend mehr Licht. Und Vomturm, der eine Liebesgeschichte mit der Schwägerin des Kanzlers beginnt, entwirft bereits die Architektur einer neuen Zeit: ein visionäres Haus für den Kanzler am Rande Berlins.
Zugleich reichen lange Schatten von Ost nach West. In Chemnitz führt Lutz Reinmar, Vomturms alter Freund, heimlich dessen Stasi-Akte fort - verstrickt in eine fatale Mischung aus Eifersucht und Verrat, droht manch ein Konstrukt zu zerbrechen.
Mirko Bonné hat einen großen Roman über ein Land im Dazwischen und die Suche nach sich selbst geschrieben. Wie ein literarisches Prisma fächert Kanzlerkino unvereinbare Wahrheiten auf, verfolgt das Zersplittern menschlicher Träume.
Ein Aufbegehren gegen die Einsamkeit: Helene Bukowski erzählt die Geschichte einer jungen Pianistin, deren Leben zwischen Neubrandenburg, Berlin und Moskau von Musik, familiären Erwartungen, Krankheit und dem Wunsch nach Glück geprägt ist.
1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Jahrzehnte später stößt die Schriftstellerin Helene Bukowski auf ihre Geschichte. Behutsam nähert sie sich Christina, sucht in ihrer Biografie nach Rissen und Erschütterungen, aber auch nach Augenblicken großen Glücks.
Sie lernt einen Vater kennen, der in der Tochter seine eigenen Träume verwirklichen will, eine Mutter, die es liebt, zu fotografieren, und ein Klavier, das unverrückbar in der Wohnung steht.
Zwischen Musik, Erwartungen und Einsamkeit
Bukowski folgt Christina nach Berlin, an die Spezialschule für Musik, mit ihren kalten Übungsräumen und dem täglichen Drill. Später nach Moskau, zum Studium am Konservatorium, durch sturzbachartigen Regen und Nächte voller Schnee. Und sie findet eine Krankheit, für die es erst heute eine Diagnose gibt.
Für Leser:innen anspruchsvoller deutschsprachiger Gegenwartsliteratur
»Bukowskis Sprache hat eine geradezu magische Schönheit« Deutschlandfunk
»Wie Helene Bukowski aus dem Nachlass einer jungen Frau ein ganzes Leben rekonstruiert und daraus diesen schmerzlichen und klaren Roman komponiert, ist großartige Literatur.« Marion Brasch
2023 stirbt Hélène Carrère d'Encausse, die berühmteste Russland-Historikerin Frankreichs und Vorsitzende der Académie française, und kurz darauf ihr Mann Louis. Beim Ausräumen ihrer Wohnung entdeckt Emmanuel Carrère die Nachforschungen seines Vaters zum weitverzweigten Stammbaum der Familie, und er beginnt, durch die großen Umbrüche des 20. und 21. Jahrhunderts hindurch humorvoll, zärtlich und manchmal voller Grauen die Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichten von vier Generationen in Russland, Georgien, im deutschen Exil und in Frankreich nachzuzeichnen. Wie politische Geschichte die persönliche schlagartig umwerfen kann, wird dabei bis in die Jetztzeit erkennbar, das heißt bis zum Ukraine-Krieg, dessen Beginn Carrère in Moskau miterlebt, und den Umwälzungen in Georgien, denen sich seine Cousine, die Präsidentin Salome Surabischwili, stellen muss. Die Entstehung eines »gigantischen Dystopia« und die weltweite Fassungslosigkeit darüber werfen einmal mehr die Frage auf, wie wir uns unser Leben erzählen.
Carrères Mutter begegnete diesem unheimlichen Chaos mit Disziplin und Intelligenz, aber auch der Verdrängung von Traumata: Als Spross eines georgischen Kollaborateurs und einer mittellosen russischen Adeligen bestand ihr Leben oft aus Anpassung und Scham, zugleich aber auch der Freiheit, sich neue Realitäten zu erschaffen. So taucht dieser Roman tief in »die horizontale und vertikale Dimension« von Beziehungen ein, um auf der für Carrère typischen Suche nach Wahrheit persönliche und staatliche Lügen, Illusionen und Scheinrealitäten zu durchbrechen.
Das lustigste, coolste Debüt des Jahres!Hannah und Kiera sind emanzipierte, berufstätige, starke Frauen in ihren 30ern. Aber leider sind sie auch notorisch pleite. Als Hannah den reichen Oscar kennenlernt, springt bei ihr kein Funke über, doch die Vorstellung von einer durchgeheizten Wohnung lässt sie eine Beziehung in Erwägung ziehen. Zwischen Identitätskrisen und Mutterkomplexen hat Jo Cheetham einen unglaublich unterhaltsamen Roman über unsere Gegenwart geschrieben.Hannah hat romantische Komödien, in denen ein Mann den Schlüssel zum Happy End einer Frau in der Hand hält, schon immer gehasst. Aber sie kann ihre Miete kaum noch bezahlen und die Wahl zwischen dem Zusammenleben mit einem Partner oder der eigenen, stets kritischen Mutter, ist nicht leicht. Als sie den wohlhabenden und von seiner eigenen Mutter geradezu besessenen Oscar kennenlernt, entschließt sie sich, ihm eine Chance zu geben. Schon bald ziehen die beiden in ein Cottage in der Nähe von Edinburgh. Doch es dauert nicht lange, bis die so schöne Fassade zu bröckeln beginnt. Denn Hannahs beste Freundin Kiera ist nicht begeistert davon, dass Hannah Sheffield für einen Typen verlassen hat. Und Hannah fragt sich, ob sie jetzt nicht die Art von Beziehung führt, für die sie andere immer verachtet hat. Auf hochkomische und doch sensible Weise erzählt Jo Cheetham über Freundschaft und die Möglichkeit von Liebe im 21. Jahrhundert.
Ein mitreißender Roman über den hohen Preis der Ambition und die berührende Geschichte zweier Frauen, die in einer Welt, die sie kleinhalten wollte, gemeinsam brillant waren.
New York in den 1950er Jahren, das goldene Zeitalter des Fotojournalismus: Eve Arnold hat sich als erste Frau in die elitäre Riege der Fotoagentur Magnum gekämpft. Doch ihre männlichen Kollegen belächeln sie, und die Redakteure wollen nur leichte Kost. Dann trifft sie auf Marilyn Monroe. Der Weltstar, gefangen im Image des naiven Blondchens, erkennt in Eve eine Seelenverwandte. Beide sind Außenseiterinnen, beide werden unterschätzt, und beide hungern nach Anerkennung für ihre Arbeit. Was als berufliches Experiment beginnt, wird zu einem Pakt zwischen zwei Pionierinnen. Während Marilyn gegen ihre eigenen Dämonen kämpft, riskiert Eve ihre Ehe, um an Marilyns Seite zu bleiben. Doch je heller ihr gemeinsamer Stern leuchtet, desto länger werden die Schatten in ihrem privaten Leben.
M ist Schauspielerin, eine globale Ikone und existiert längst öffentlich in unendlich vielen Bildern - in Rollen, Szenen, den Erinnerungen anderer. Das eigene Leben hingegen bleibt ihr die fremdeste Rolle. Zwischen ihr und der Erzählerin entspinnt sich ein faszinierendes Gespräch: über Sichtbarkeit und Rückzug, über die Zumutungen fremder Blicke und die Arbeit am Selbst. Während M sich als Material im Werk anderer begreift, misstraut die Erzählerin dem Film als Flucht in andere Leben. Aber zugleich sind sie beide damit beschäftigt, sich eine Identität zu entwerfen - aus Fragmenten, Projektionen, Verlusten. Mit jeweils dramatischen Folgen.
Wer oder was spricht da eigentlich, wenn wir sprechen? Und wie sehr verkörpern wir immer schon eine Fiktion, spielen eine Rolle? Das Leben der M ist ein staunenswertes literarisches Vexierspiel über Selbstentwürfe und die Frage, was unser Leben erzählbar macht.
Der Protagonist Zweifelssohn - wie der jüdische Aufklärer Mendelssohn, aber mit Zweifel - reist von Wien durch verschiedene deutsche Städte bis nach Rügen und ist dabei immer auch auf der Flucht vor einer Welt, deren Ende ihn einzuholen droht. Max Czollek ringt in seinem ersten Roman mit einer Gegenwart zwischen Popliteratur und Untergangsvision, wie es sonst wohl kaum jemand vermag. Emotional, voller bitterbösem Humor und hochgradig aktuell!
Vielleicht ist Zweifelssohn verrückt, vielleicht ein Genie, vielleicht ein Prophet, so genau lässt es sich nicht sagen. Jedenfalls sieht er Dinge, die andere nicht sehen: tote Verwandte auf einer Wiener Wasserstraße, prophetische Visionen in Münchner Vorstädten und eine rauchende Hannah Arendt am Berliner Landwehrkanal. Er ist das Gegenteil von Leichtigkeit, trägt in seinem Koffer die Schwere der Geschichte. Schwebt zugleich über ihr, denn bei ihm besteht alles aus Gas, wie beim Warzenschwein Pumba aus dem König der Löwen. Er hält sich fest an seinen Freund*innen und ist doch endlos weit entfernt von ihrer Gegenwart.
»Zweifelssohn« ist der poetische, witzige und verzweifelt optimistische Debütroman von Max Czollek.
»Wie sieht eine Literatur aus, die unsere Gegenwart in all ihrer Abgründigkeit, ihrer Absurdität, ihrem Witz, ihrer Gewalt und Zärtlichkeit beschreibt? Genau so!«. MITHU SANYAL
Eine große Liebe, ein Exil in den Schweizer Alpen und ein Manuskript, das alles verändert
Genf, 1926. Die Amerikanerin Helen Fox leitet eine kleine Bibliothek, die sich um die Nachlässe verstorbener Amerikaner kümmert. So geordnet ihr berufliches Leben ist, so wild sind ihre Nächte, in denen sie durch Bars und Cafés der Stadt zieht. Als Helen eines Tages das Manuskript des berühmten Autors August Hegland erhält, wird ihre Routine erschüttert: August ist ihr ehemaliger Geliebter. Der Roman handelt offensichtlich von ihr. Wird er ihre größten Geheimnisse enthüllen?
1916 begegnen sich Helen und August in einem ehemaligen Luxushotel in den Bergen, das als Lazarett dient. Helen arbeitet dort als Krankenschwester und Bibliothekarin und versorgt den Versehrten mit Lektüre. Sie verlieben sich und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch ihre Verbindung ist von Anfang an überschattet von einer Gefahr: Keiner der beiden ist wirklich der, der er vorgibt zu sein.
Mit Augusts Manuskript - und vor allem mit seiner Rückkehr nach Genf - muss Helen sich der Vergangenheit stellen und sich fragen: Hat die Liebe ihres Lebens noch eine Chance?
Es ist ein nasskalter Februartag des Jahres 1948, als der niederländische Kunstrestaurator Hermann, genannt Manno, einen Brief erhält, der ihn unvermittelt zurück in die Vergangenheit wirft: Er ist gerade mal zehn Jahre alt, als seine Mutter 1916 stirbt, sodass Manno seine Heimatstadt Haarlem verlassen und zur Familie seines Vaters nach Wien ziehen muss. In der neuen Stadt fühlt er sich einsam und verloren, bis er in der Sommerschule Béla, Franzi, Max, Bertl und Lotte kennenlernt. Es entsteht eine Freundschaft, die die sechs jeden Sommer vertiefen. Außerhalb Wiens bei den gemeinsamen Ferien in Altaussee scheint es keine Rolle zu spielen, dass Béla schwul ist oder dass Max und Franzi jüdisch sind. Doch im antisemitischen Wien wird ihre Freundschaft zunehmend politisch, und spätestens, als Hitler am Vorabend des Zweiten Weltkriegs in Österreich einmarschiert, tun sich innerhalb der Freundesgruppe Abgründe auf, die unüberwindbar scheinen. Jahre später blickt Manno zurück und legt das Bild ihrer unvergesslichen Freundschaft Schicht um Schicht frei.
Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den Sechzigerjahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis' ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie - sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.
Es ist nie zu spät, dem eigenen Herzen zu folgen.
Judith fährt spontan von Hamburg nach Schweden, zurück zum Sehnsuchtsort ihrer Kindheit, auf eine Insel bei Stockholm. Ihr Mann hat sie nach fast zwanzig Jahren Ehe verlassen. Sie hofft, in dem kleinen roten Gästehaus zur Ruhe zu kommen und ihr Leben neu zu ordnen. Doch die vertraute Umgebung weckt nicht nur Nostalgie, sondern auch schmerzhafte Erinnerungen an ihre einst beste Freundin, deren Freundschaft in einer verhängnisvollen Nacht des Krebsfestes jäh zerbrach.
Doch auch Evi ist auf die Insel zurückgekehrt. Die mittlerweile bekannte Künstlerin kämpft mit einer Taubheit in ihren Händen, ein Umstand, der ihre Existenz bedroht. Als Judith und Evi sich wiedersehen, brechen alte Wunden auf.
Immer dann, wenn der Regen auf das Wasser prasselt, zieht Marga ihre Bahnen. Die alte Dame schwimmt bei Wind und Wetter, angetrieben von einem schweren Schicksalsschlag, der sie lehrte, dass Aufgeben keine Option ist. Sie erzählt Judith und Evi von ihrem Traum: Sie möchte noch einmal in ihrem Leben die Nordlichter in ihrer vollen Pracht sehen. Margas unerschütterliche Kraft zeigt den Frauen, dass es sich lohnt, für die eigenen Träume und um ihre Freundschaft zu kämpfen - egal, wie stürmisch die Zeiten sind.
Zwei Frauen kämpfen für ihre ZukunftMitte der Siebzigerjahre ist Johanna die erste in ihrer Familie, die an die Uni geht. Mit ihrer Freundin Luzie zieht sie in eine WG nach Freiburg und genießt neue Freiheiten. Als wenig später ihr Vater stirbt, muss sie jedoch zurück nach Hause und den Winzerbetrieb der Eltern übernehmen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie den Hof am Kaiserstuhl. In einer Welt, in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte zählen, müssen die Frauen sich behaupten. Erst recht, als Johanna ein Kind bekommt und sich entschließt, es ohne Vater großzuziehen. Erst recht, als sie sich dem Widerstand der Winzer und Bauern, der Bürger aus Freiburg und der Region gegen ein in der Nähe geplantes Kernkraftwerk anschließt. Auch Luzie, die gerade von einer langen Marokkoreise zurück ist, ist an ihrer Seite. Und plötzlich sieht es so aus, als könne man zusammen etwas erreichen.
Der neue Roman von Nr. 1-Bestsellerautorin Jennie Godfrey - »Unwiderstehlich und absolut herzerwärmend.« Rachel Joyce
An einem heißen Sommertag lädt Familie Gordon - Teenagerin Hanna, ihre nervöse Mutter Lydia und Vorzeigevater Peter - Freunde, Familie und Bekannte zu einem vermeintlich unbeschwerten Gartenfest ein. Doch der Schein trügt: Da wäre die neue Nachbarin Rita, die etwas verbirgt, Steve, ein junger Veteran, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat, oder Tante Beverley, die nur gekommen ist, um danach über alle lästern zu können.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer ...
Schon bald drohen all die Geheimnisse ans Licht zu kommen, die normalerweise hinter verschlossenen Türen gehütet werden. Und am Ende der Feier ist schließlich nichts mehr, wie es war.
»Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Gemeinschaft und Familiengeheimnisse.« The Guardian
Perfekt für die Leserinnen von Celeste Ngs 'Kleine Feuer überall'
Von Jennie Godrey ist bei dtv außerdem »Unser Buch der seltsamen Dinge« erschienen.
»Vaterbücher gibt es viele, und doch fügt Hans-Joachim Gögl etwas Neues hinzu, überraschend und betörend.« Ilija TrojanowWer lebt besser, schöner? Zeitlebens sind sich ein Vater und ein Sohn darüber nicht einig. Als der Vater stirbt, probiert der Sohn von nun an montags, mittwochs und freitags das Vaterleben aus. Dabei beginnt sich sein eigenes Leben zu verwandeln. Eine einzigartige Geschichte über Nähe und Fremdheit, so feinfühlig wie humorvoll erzählt.Dieser Vater weiß ganz genau, wie man richtig lebt. Er ist der Meister des perfekt dosierten Mittelmaßes: lange Spaziergänge, frei verfügbare Zeit, Gelächter im Kreis der Kollegen. Das Leben seines Sohnes, der eine Designagentur leitet, missbilligt er. Zu fremdgesteuert, zu ehrgeizig, zu eilig. Der aber will die Welt nicht nur hinterfragen, sondern auch verbessern. Als der Vater stirbt, kommen dem Sohn Zweifel. Führt die Lebenskunst des Vaters vielleicht doch zu einem glücklicheren Leben? Er beschließt, es auszuprobieren, und schlüpft von nun an fünf Wochen lang in die Rolle seines Vaters. Hans-Joachim Gögl ist ein spielerisch leichter und tiefgründiger Debütroman gelungen.
»Ilona Hartmann ist wahrscheinlich die coolste Schriftstellerin Deutschlands. Und sie hat ein neues literarisches Genre erfunden: Happysad.« Dirk von Lowtzow, Tocotronic
Sieben Tage hat sie Zeit. Sieben Tage zwischen einer beunruhigenden Diagnose und dem klärenden Arzttermin, der alles verändern könnte. Sieben Tage, um nicht nachzudenken - oder endlich aufzuräumen. Statt in den Urlaub zu fahren oder sich ablenken zu lassen, steigt sie hinab in ihr Kellerabteil, ausgestattet mit Stirnlampe, Müsliriegeln und dem festen Vorsatz, sich von allem zu trennen, was sie nicht mehr braucht und freizulassen, was ohne sie besser dran ist.Doch zwischen Umzugskartons und Erinnerungskisten, XXL-Plüschteddys und 20 Jahre alten Zahnbürsten beginnt eine unerwartete Expedition: durch Chaos und Ordnung, Konsum und Identität, durch die Geschichte ihrer Dinge und eine Meditation über Schrott. Begleitet von ihrer minimalistischen Schwester, einer pragmatischen Gebrauchtwarenhändlerin und den Fabelwesen, die im Keller rascheln, stellt sie fest: Wegwerfen ist Trennung ohne Hintertür.Ein Roman über eine junge Frau, die ihren Keller aufräumt und dabei herausfindet, worauf es im Leben eigentlich ankommt.
Benetzko im Riesengebirge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Hier wachsen zwischen Regimewechseln und verheerenden Kriegen auch Zdenka und Anezka auf. Die eine tschechisch, die andere deutsch, werden sie beide eigensinnige Frauen, die im Laufe der Jahrzehnte mit so einigem kämpfen und hadern - wildernden Männern, keifenden Schwiegermüttern, desertierenden Kindern oder ihren Nationalitäten - und vieles verlieren, aber niemals ihre Freundschaft.
Emma Rodenstock ist ein Phänomen. Kritik, Talkshows und Publikum reißen sich um die junge Dichterin aus der Unterschicht. Sie gibt der Debatte um Klassismus und Privilegien ein Gesicht. Bis Nazanin Esfahani, aufstrebende Journalistin, eine Unstimmigkeit in ihrer Geschichte findet. Sehr bald taucht auch eine zweite Lyrikerin auf, die Emmas Texte geschrieben haben will. Kann das wahr sein? Es wäre ein handfester Skandal. Und für Nazanin ein Coup. Doch wem ist damit geholfen? Und wem schadet es? Ein hochunterhaltsamer Roman über die Macht von Geschichten in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie.
»Eine Heldin, die man bewundert und verabscheut. Ich will mit Emma befreundet sein und habe Angst vor ihr.« Caroline Wahl
»So klug und schlagfertig erzählt, wie nur Özge Inan es kann. Ein Kopfsprung in die Fragen um Authentizität, Aneignung und öffentliche Aufregung. Ein skandalös gutes Buch!« Mithu Sanyal
»Ein Roman von seltener Eleganz über die älteste Versuchung des Schreibens: sich ein erzählbares Ich zu dichten. Gedanklich und sprachlich so umwerfend präzise wie pointiert - und von einer Sogkraft, die einen bis zur letzten Seite nicht loslässt.« Samira El Ouassil
Hawai'i 1893: Noch wiegen sich Kokospalmen im Wind, stehen Regenbögen am Himmel, da braut sich am Horizont bereits ein Sturm zusammen. Amerikanische Großkapitalisten stürzen in einem Staatsstreich die Königin und bereiten die Annexion durch die USA vor. In Honolulu brodelt es, gehen die Risse auch durch die einflussreiche deutsche Gemeinschaft des Archipels, denn ein Land wird gestohlen - und wehrt sich.Inmitten des Geschehens drei außergewöhnliche Frauen: Die weise, gewitzte Königin Lili'uokalani, ihre deutsche Beraterin Gertrude Wolf und die mutige Journalistin Emma Nawahi verbindet nicht nur die Liebe zum Land Hawai'i, sondern vor allem tiefe Freundschaft - die angesichts des drohenden Untergangs ihrer Welt auf die Zerreißprobe gestellt wird. Als die alles entscheidende Schlacht naht, muss jede für sich eine Entscheidung treffen: Kampf oder Unterwerfung, Liebe oder Hass, Haltung oder Resignation.Mit Leidenschaft erzählt Sabrina Janesch davon, wie Menschen in schicksalhaften Zeiten über sich hinauswachsen - oder sich verführen lassen. Ein mitreißender, bildgewaltiger Roman über den Preis der Freiheit und der Selbstbestimmung.
»Ein literarisches Meisterwerk, das noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite bei einem bleibt.« Oprah Winfrey
Mutterlosigkeit, eine lebenslange Freundschaft und die Schikanen der rassistischen 50er-Jahre: In »Goodbye, Honeysuckle« erzählt Tayari Jones von zwei sehr unterschiedlichen jungen Frauen und ihrer Suche nach dem Glück.
Tür an Tür im ländlichen Louisiana aufgewachsen, verbindet Niecy und Annie mehr als nur Freundschaft: Beide haben sie ihre Mütter nie kennengelernt, und beide sind sie fest entschlossen, diese klaffende Lücke in ihrem Leben zu füllen. Niecy geht nach Atlanta, um am berühmten Spelman College zu studieren. Dort schließt sie sich einem Kreis von selbstbewussten Schwarzen Frauen an und erlebt ihre erste Liebe, muss sich aber auch in einer gnadenlosen Welt des Reichtums behaupten. Annie verschlägt es nach Memphis und mitten hinein in Armut, Sex und Jazz. Abend für Abend mixt sie Cocktails in einem Nachtclub und hofft, dass ihre verschollene Mutter am Tresen auftaucht. Während all der Zeit schreiben Annie und Niecy einander wunderschöne Briefe - bis eine Tragödie ihre Leben wieder zusammenführt und das Band zwischen ihnen auf die Probe stellt.
Das neue Buch der Literatur-Nobelpreisträgerin Han Kang!
Was ist Liebe? Sie ist der goldene Faden, der unsere Herzen miteinander verbindet.
Han Kang stellt in ihrem Werk fundamentale Fragen mit der Klarheit eines Menschen, der noch nicht verlernt hat, das Leben auf ganz grundsätzliche Art zu betrachten. Warum ist die Welt durchzogen von Gewalt? Wie kann es sein, dass sie dabei zugleich so schön ist? Die Nobelpreisträgerin setzt sich der Gegenwart der Geister menschlicher Gewalt aus, um etwas jenseits dieser Gewalt zu finden: etwas Sanftes, Helles, das uns miteinander verbindet.
In einem Gedicht, das sie als junges Mädchen schrieb und viele Jahre später in einem Schuhkarton wiederfinden sollte, stellt sie sich diese Verbindung als einen »goldenen Faden« vor. Dieser Faden, schreibt sie, ist nichts anderes als die Literatur selbst: eine Sprache, die unsere unverbundenen Innenwelten miteinander zu verknüpfen vermag.
Die Texte dieses Bandes, darunter ihre bahnbrechende Nobelpreisrede, vertiefen und erhellen diesen Gedanken. Sie münden in Tagebucheinträge über ihren kleinen, nach Norden weisenden Garten in Seoul, in dem sie Spiegel aufgestellt hat: Während die Erde sich um ihre eigene Achse dreht, richtet sie die Spiegel Stunde um Stunde neu aus, um den Garten, die Blumen und Pflanzen, mit Licht und Leben zu versorgen.
Der goldene Faden ist ein intimes Buch der inneren und äußeren Welten Han Kangs: ihr Buch des Lebens und Schreibens und der Schlüssel zu ihrem Werk. Ein Must-read für alle, die Han Kang lieben.
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In diesem Spiel gibt es keine Zeugen - nur Täter und eine Frau, die nichts mehr zu verlieren hat.
Ein Klick hat ihr Leben zerstört. Ein Video hat sie zur Geächteten gemacht. Junyoung liebt es zuzusehen, wie Frauen durch seine illegalen Kameras ihre Privatsphäre verlieren. Er wähnt sich sicher in seinem perversen Doppelleben, bis er Dahye ins Visier nimmt. Er erwartet Tränen, doch er bekommt Blut. Dahye verwandelt Scham in blinde Wut und startet einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen ein System, das Voyeure schützt und Opfer vernichtet.