Juras letzter Winter

Der neue Roman des Spiegel-Bestseller-Autors
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Buchprofile - Rezension
Ein Gegenwartsschriftsteller liest das Tagebuch des 16-jährigen Jura, der über die Belagerung Leningrads im Winter 1941/42 schreibt.
Der 16-jährige Jura Rjabinkin schreibt während der Belagerung Leningrads im Winter 1941/42 ein Tagebuch. Er erzählt vom Alltag, der nach und nach verloren geht, von der Literatur, für die er schwärmt, vom Hunger und von seinem schlechten Gewissen, weil er von Mutter und Schwester Essen stiehlt. In der Gegenwart liest ein Schriftsteller als Ich-Erzähler Juras Tagebuch und springt dabei immer wieder in seine eigene Jugend. Ihn beschäftigt nicht nur das schwierige Verhältnis zu den eigenen Eltern, die beide nationalsozialistischer Gesinnung waren. Er fragt sich auch, ob er zum Täter hätte werden können, sieht das Aggressionspotential, das in ihm schlummert. In seinem Kopf führt er mit Jura eine Unterhaltung, wobei ihm der Junge häufig entgleitet. So ist der Schriftsteller immer wieder gezwungen, zum Text des Tagebuchs zurückzukehren. – Selge schreibt in seinem zweiten Roman gegen das Vergessen an und setzt dem Jungen, der den Hungertod sterben musste, ein literarisches Denkmal. Er macht nicht nur Jura, sondern auch sich selbst zu Romanfiguren und fragt anlässlich des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nach den Lehren, die wir aus unserer Geschichte gezogen haben. Sehr empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Nach dem sensationellen Debüt Hast du uns endlich gefunden folgt sein neuer Roman: «Wahnsinnig poetisch, literarisch, wichtig» (3sat Kulturzeit)

Jura Rjabinkin ist sechzehn Jahre alt, als er während der Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht verhungert. Er hat ein Tagebuch hinterlassen, das der Erzähler dieses Romans immer wieder liest, sodass er bald glaubt, den Jungen zu kennen. Jura wird zur Romanfigur, wie der Erzähler auch. Ihre Begegnung beginnt vorsichtig und wird im Lauf der Geschichte immer enger. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Austausch über Jugend, Träume, Literatur, Mütter, Gewalt, Fremdheit und Nähe, und sie geben einander ihre persönlichsten Geschichten preis.

Edgar Selge setzt dem jungen Menschen Jura Rjabinkin ein Denkmal und lässt ihn für uns lebendig werden. Sein Tonfall ist überraschend, gewichtig und leicht zugleich.


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Personeninformation

Edgar Selge, 1948 geboren, wuchs im ostwestfälischen Herford auf. 1975 schloss er seine Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München ab. Zuvor studierte er Philosophie und Germanistik in München und Dublin sowie klassisches Klavier in Wien. Er gehört zu den bedeutendsten Charakterdarstellern Deutschlands und wurde für seine Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2021 debütierte er als Schriftsteller mit Hast du uns endlich gefunden. Das Buch stand wochenlang in den Top Ten der Bestsellerliste und wurde von Presse und Publikum hymnisch gefeiert. Es wurde mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda sowie dem Bayern-2-Publikumspreis ausgezeichnet. Juras letzter Winter ist sein zweiter Roman.

Pressestimmen

Wahnsinnig poetisch, literarisch, wichtig. 3sat Kulturzeit Buchmessentalk 20261009
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