Wirf einen Schatten

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Buchprofile - Rezension
In einer schweren Krise wird eine unerwartete Begegnung für den sensiblen Joseph zum Ausgangspunkt einer Lebenswende.
Es ist der 24. Dezember 1963. Während andere mit ihren Familien das Fest der Liebe feiern, ist Joseph kurz davor, sich das Leben zu nehmen. Doch sein Plan vom Freitod wird von einer unerwarteten Besucherin vereitelt. Erschöpft und durchgefroren bittet die 19-jährige Birdie beim Bauern um Unterschlupf. Wie sich herausstellt, ist die junge Frau auf der Flucht vor ihrer Familie und will aus dem für sie vorbestimmten Leben ausbrechen. In den darauffolgenden Tagen lernt Joseph nicht nur Birdie besser kennen, die Lesenden dieses Romans erhalten zudem einen Einblick in Josephs Vergangenheit, sein Aufwachsen als verträumter, weniger geliebter Sohn, den Tod seines Bruders und kurz darauf seiner Mutter, sein abgeklärtes Verhältnis zum Vater, bis hin zum Kennenlernen seiner Frau Lis, die frühe ungeplante Schwangerschaft und den Tag, als diese ihn gemeinsam mit ihrem Sohn Samuel verlässt. Joseph findet in der Zeit zwischen Weihnachten und den ersten Wochen des neuen Jahres nicht nur in Birdie eine inspirierende neue Freundin, sondern auch zu sich selbst und wagt schließlich einen Annäherungsversuch an seine Frau, denn er will sein Fehlen als Partner und Vater in der Vergangenheit wieder wett machen. Und da wäre noch Ada, Lis‘ Schwester, die in all der Zeit immer wieder in Josephs Nähe auftaucht, mit kleinen und größeren Gesten für ihn da ist und mit der Joseph eine Geschichte verbindet, die sich nach und nach preisgibt. – Elena Fischer erzählt auf einfühlsame Weise vom Leben eines Mannes, der seine Familie verlieren muss, um zu sich selbst und diese wiederfinden zu können, und lässt ihre Lesenden nach der Lektüre dieses Buches mit ein wenig Melancholie, aber auch Glück wieder los. Eine klare Leseempfehlung.
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Regina Heinritz empfiehlt:

Ganz anders wie der Vorgängerroman „Paradise Garden“, aber mindestens genauso gut! Unbedingt lesen!

Regina Heinritz, Themen- und Projektmanagement

Artikelbeschreibung

Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den Sechzigerjahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis' ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie - sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.

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Personeninformation

Elena Fischer, geboren 1987, hat Komparatistik und Filmwissenschaft in Mainz studiert, wo sie mit ihrer Familie lebt. Ihr Debüt 'Paradise Garden' wurde sofort zum Bestseller und 2023 für den Deutschen Buchpreis sowie den Debütpreis des Harbour-Front-Literaturfestivals nominiert. 'Paradise Garden' ist bereits in 15 Sprachen übersetzt.
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Dieses Buch ist angenehm zu lesen, da es in einer schönen, ruhig dahinfließenden Sprache verfasst wurde. Auch die Handlung an sich - Mann vom Land ist verzweifelt, als seine Frau ihn mit dem gemeinsamen Sohn verlässt, möchte nicht mehr leben, findet dann aber nach und nach ins Leben zurück - klingt zunächst vielversprechend. Allerdings weist dieses Buch auch Ungereimtheiten und unmotivierte Brüche auf, die mich zunehmend gestört haben. Warum beispielsweise geht Joseph aufs Gymnasium, wird dann aber Landwirt? Warum meldet er sich in der Vorgeschichte nicht bei Ada, obwohl er sie nicht vergessen kann? Wieso gelingt es Joseph so lange nicht, plötzlich aber doch, richtige Beziehungen einzugehen? Viele dieser Fragen werden für mich zu wenig plausibel beantwortet. Joseph bleibt mit zu widersprüchlich, das Bild vom Landleben mit zwei Frauen, die beide kaum Ahnung von der Arbeit auf einem Bauernhof haben, zu unrealistisch. Daher ist dieses Buch zwar ok, aber doch nichts, was mich "vom Hocker reißt".