Junk

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine junge Frau entrümpelt ihren Keller und damit auch ihr Leben.
Die junge, namenlose Ich-Erzählerin hat erfahren, dass sie eventuell ernsthaft erkrankt ist und muss nun sechs Tage auf die Bestätigung der Diagnose oder eine Entwarnung warten. Diese Zeit will sie nutzen, um sich von all dem unnötigen Zeug zu trennen, das in ihrem Keller lagert. Mit ausreichend Proviant ausgestattet, begibt sie sich an die Bestandsaufnahme ihres kurzen Lebens, schlägt sogar ihr Nachtlager zwischen Kartons, Schachteln und überquellenden Tragetaschen auf. Der Berg ihrer Besitztümer ist schier unüberschaubar: ein Fitnessgerät, Deko-Krempel, Erinnerungsstücke, Rest-Utensilien kurzlebiger Hobbys, ein überdimensionaler Plüschbär, den sie ihren Eltern abgetrotzt hatte und mit dem sie dann nie spielte. All diese, aus dem täglichen Sichtfeld verbannten Altlasten sind Zeugen ihres ungezügelten Konsumzwangs, dessen sie sich nun schmerzlich bewusst wird. Jeder gehortete Gegenstand, jedes Foto, jedes Überbleibsel eines Lebensabschnitts hat eine eigene Geschichte und während sie sich an diese Episoden erinnert, reist die Ich-Erzählerin durch ihr Leben. Sie lässt familiäre, freundschaftliche und kollegiale Beziehungen und Ereignisse Revue passieren und versucht herauszufinden, was in ihrem Leben wirklich von Bedeutung ist. Die bevorstehende Diagnose zwingt sie dabei zu schonungsloser Ehrlichkeit. – Ein hervorragender Roman über eine innere und äußere Bestandsaufnahme, die nicht von Handlung, sondern von Reflexionen und erinnerten Anekdoten geprägt ist. Dabei gelingt es der Autorin, mit Humor und Selbstironie das ernste Thema aufzulockern, was der Story eine wohltuende Leichtigkeit verleiht. Und am Ende ist weder die Art der Diagnose noch das Ergebnis der Untersuchungen für die Lesenden von Bedeutung. „Junk“ ist ein sowohl inhaltlich wie stilistisch überzeugendes Beispiel junger, deutschsprachiger Literatur, allen Büchereien zu empfehlen.
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Wer kennt es nicht? Ein Keller ist der perfekte Ort, um Dinge aus seinem täglichen Blickfeld verschwinden zu lassen, die man nicht mehr braucht. Dort können sie in Ruhe lagern, bis man sie entsorgen oder anderweitig veräußern kann. Nur kann das dauern, oft Jahre, manchmal passiert es nie. Aus den Augen, aus dem Sinn …Im Roman „Junk“ packt es die junge namenlose Ich-Erzählerin jedoch an. Sie will ausmisten! Der Grund dafür ist ernsthaft: Eine beängstigende Diagnose und sechs Tage Wartezeit auf Bestätigung oder Entwarnung. Diese Zeit will sie nutzen, um sich von unnötigem Zeug zu trennen und dabei gleichzeitig eine Bestandsaufnahme ihres noch jungen Lebens erstellen.

Der Berg ihrer Besitztümer ist schier unüberschaubar und diese Altlasten sind Zeugen ihres ungezügelten Konsumzwangs. Jeder gehortete Gegenstand, jedes Foto, jedes Überbleibsel eines Lebensabschnitts hat eine eigene Geschichte und beim Erinnern dieser Episoden reist die Ich-Erzählerin durch ihr Leben. Sie lässt familiäre, freundschaftliche und kollegiale Beziehungen und Ereignisse Revue passieren und versucht herauszufinden, was in ihrem Leben wirklich von Bedeutung ist. Ilona Hartmann hat einen überzeugenden Roman über eine innere und äußere Entrümplung geschrieben, der nicht von Handlung, sondern von Reflektionen und erinnerten Anekdoten vorangetrieben wird. Mit Humor und Selbstironie lockert sie die ernste Thematik auf, was der Story eine wohltuende Leichtigkeit verleiht. Und am Ende ist weder die Art der Diagnose noch das Ergebnis der Untersuchungen für die Lesenden von Bedeutung. „Junk“ ist ein sowohl inhaltlich wie stilistisch überzeugendes Beispiel junger, deutschsprachiger Literatur.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

»Ilona Hartmann ist wahrscheinlich die coolste Schriftstellerin Deutschlands. Und sie hat ein neues literarisches Genre erfunden: Happysad.« Dirk von Lowtzow, Tocotronic

Sieben Tage hat sie Zeit. Sieben Tage zwischen einer beunruhigenden Diagnose und dem klärenden Arzttermin, der alles verändern könnte. Sieben Tage, um nicht nachzudenken - oder endlich aufzuräumen. Statt in den Urlaub zu fahren oder sich ablenken zu lassen, steigt sie hinab in ihr Kellerabteil, ausgestattet mit Stirnlampe, Müsliriegeln und dem festen Vorsatz, sich von allem zu trennen, was sie nicht mehr braucht und freizulassen, was ohne sie besser dran ist.
Doch zwischen Umzugskartons und Erinnerungskisten, XXL-Plüschteddys und 20 Jahre alten Zahnbürsten beginnt eine unerwartete Expedition: durch Chaos und Ordnung, Konsum und Identität, durch die Geschichte ihrer Dinge und eine Meditation über Schrott. Begleitet von ihrer minimalistischen Schwester, einer pragmatischen Gebrauchtwarenhändlerin und den Fabelwesen, die im Keller rascheln, stellt sie fest: Wegwerfen ist Trennung ohne Hintertür.
Ein Roman über eine junge Frau, die ihren Keller aufräumt und dabei herausfindet, worauf es im Leben eigentlich ankommt.

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Personeninformation

Ilona Hartmann wurde 1990 bei Stuttgart geboren und lebt in Berlin. Sie schreibt als freie Autorin über Pop und Alltag für Magazine, Zeitungen und mehr als 100.000 Follower:innen auf Twitter und Instagram. Außerdem moderiert sie eine eigene Sendung bei Radio Fritz und war ab 2021 zwei Jahre lang Co-Host des ZEIT-Podcasts Und was machst du am Wochenende?. 2020 erschien ihr Debütroman und Bestseller Land in Sicht, 2024 folgte Klarkommen und 2026 Junk.

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