Das Wasser im August

Roman | Longlist Deutscher Buchpreis 2026
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Buchprofile - Rezension
Wo man bleiben könnte. Wären da nicht Ostalgie und Erinnerungsschmerz. Ingo Schulze reist einen Sommer lang in die Vergangenheit.
Ingo Schulze hat sich einen Namen mit der Erzählsammlung „Simple Storys“ gemacht. Als natural born DDR-Autor ist er in den vergangenen 35 Jahren immer wieder den Spuren der Erinnerung seines Landes gefolgt, getreu dem Motto, dass, je intensiver er über die Vergangenheit schreibe, er um so besser an die Gegenwart herankomme. Dieses Erzähl-Modell funktioniert in dem neuen Roman gut. Schon das erste Kapitel ist ein Kabinettstück jenes ostalgisch stolzierenden, melancholisch innehaltenden, selbstreflexiv aufgeladenen Erzähltempos, für den Schulze bekannt ist. Ein ostdeutscher Autor nimmt eine etwas schräge Einladung an. Zum Leidwesen seiner Frau, der Stimme der Vernunft, folgt er einem Ruf nach Mecklenburg. Dort soll er zu Ehren eines ehemaligen Schulkameraden aus einer noch nicht publizierten Novelle lesen. Die doppelte Tücke dieser Reifeprüfung: Der Mitschüler hatte ihn einst an die Stasi verpfiffen, und aus der Novelle heraus springt ihn eine frühere große Liebe in der leibhaftigen Gegenwart an. In der mecklenburgischen Seenlandschaft, am Tollensesee, wo tiefe Wolken den Horizont verengen, spielen die Szenen eines selbstverschuldeten Erwachsenwerdens und einer Selbstentblößung wider Willen. Am Ende, so viel darf verraten werden, erkennt der Ich-Erzähler, in dem wir getrost ein gutes Stück des Autors selbst wiederfinden können, dass er eigentlich nicht über die Landschaft schreiben wollte, es ging ihm darum, seine Lebenserzählung an die Landschaft zu richten. Der deutsche Osten als Adressat: das, was bleiben kann. – Empfehlenswert. Nominiert für den Deutschen Buchpreis.
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Artikelbeschreibung

Der neue Roman von Ingo Schulze:ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026Ein raffiniertes erzählerisches Spiel über Hoffnung und ErwartungEingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den 'Norden' genannt hat. Eine unerwartete Begegnung scheint seine Novelle lebendig werden zu lassen, und wirft damit die Frage auf, was war und was wirklich ist. War er damals zu jung und zu unbeschwert für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen und Utopien verloren gegangen oder auch Ansprüche und Hoffnungen, die einer Gegenwart fehlen, in der die alte Angst vor einem Krieg wieder real erscheint? Vielleicht ist die Liebesgeschichte in 'Das Wasser im August' auch eine Schule des Sehens, des Erkennens und Schreibens, und der Versuch, sich der Welt, der Menschen und der eigenen Geschichte so genau und so lebendig wie möglich zu versichern.
Eine Rückkehr zu den Ursprüngen des eigenen Schreibens - die Erinnerung an einen Sommer des Jahres 1979, in dem das Leben noch offenstandIngo Schulze, vielfach preisgekrönt und eine der prägnantesten literarischen Stimmen der Gegenwart 

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Pressestimmen

In seinem geschickt gebauten Roman zeigt [Schulze], wie subjektiv Prozesse des Schreibens und Erinnerns sind. Iris Hetscher Bremer Nachrichten 20260902
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