Glaszeit

Roman - Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026 und den Bayerischen Buchpreis 2026
24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Eine hochqualifizierte Kinderärztin sucht familiäre und nationale Heimat.
Mit 30 verlässt die Icherzählerin Novana, spezialisierte Kinderärztin für frühgeborene Kinder mit einem Gewicht bis max. 1000 Gramm, ihre bisherige vertraute Umgebung in Köln und fängt in Taipei, Taiwan, neu an. Obwohl ihre Mutter, die Aktionskünstlerin M., sie mit 12 Jahren in Köln verlassen hatte, treibt es sie ins Heimatland der Mutter. 18 Jahre lang lebte sie bei einer Kölner Medizinerfamilie, der Sohn Theo ist erst Klassenkamerad, dann Mitstudent, dann Verlobter. Bevor Theo und sie mit einem Hauskauf ihr Leben zementieren, bricht sie aus, nimmt ihre fast alles dominierende Tätigkeit um das Leben von Kleinstkindern in Taipei wieder auf. Mutter M. ist durch eine große Ausstellung allgegenwärtig. Ein persönlicher Kontakt kommt nicht zustande. Erst nachdem Novana die politische Aktivistin Sihan und ihren Kampf um die Selbstbestimmung Taiwans gegen China kennen und lieben gelernt hat, trauen sich beide diese Konfrontation zu. Aber für Novana kommt durch die Konfrontation keine Ruhe in ihr töchterliches Sehnen nach Nähe. Vielleicht weil sie Sirhans Zuhause kennenlernt, ihre emotionale Nähe zum Vater spürt, entscheidet sie sich, die Ausstellung ihrer Mutter in Venedig zu besuchen: In dieser „Uterus“ betitelten Sonderschau parallel zur Biennale präsentiert M. das eigene, in Formaldehyd getränkte Körperteil, in dem Novana aufwuchs. Mutter und Tochter gehen in Venedig aufeinander zu, während Novana und Sihan sich telefonisch erstmals ihre Liebe zusagen. – In ihrem ersten Roman, in einer dem Tempo, dem Kampf zwischen Leben und Tod auf einer Intensivstation nachempfundenen Sprache, geht es ebenso um die familiäre, berufliche wie um die nationale Heimatsuche und -bestimmung. Ein äußerst vielschichtiges, herausforderndes Werk, dessen emotionale Dimension Lesende wohl besser verstehen können, wenn sie die zahlreichen englischen und chinesischen Bemerkungen, Wortwechsel übersetzen können. – Anspruchsvoll, gerne empfohlen.
Weiterlesen
RegalGeflüster empfiehlt:

Artikelbeschreibung

Die Entdeckung einer großen literarischen Stimme: Ein glasklarer Debütroman über die Fragilität des Lebens und die unerwartete Kraft einer neuen Liebe

Überlebensgroß. Auf einem Werbedisplay in der unterirdischen Taipei Mall. So sieht die junge Ärztin Novana ihre Mutter wieder, die taiwanische Künstlerin March. Achtzehn Jahre ist es her, dass March sie ohne jede Erklärung in Deutschland zurückließ.

Alles, was Novanas Leben zuletzt bestimmt hat, verblasst angesichts dieses unerwarteten Wiedersehens: ihr Wunsch nach einem Neuanfang, der sie aus Köln weggehen ließ. Der Alltag auf der Neugeborenen-Intensivstation in Taipei. Die Nächte, in denen sie schlaflos durch die Millionenstadt streift.

Dann lernt Novana auf einem Karaokeabend Sihan kennen. Eine furchtlose Aktivistin - lebendig, entschlossen. Novana fühlt sich zu ihr hingezogen, und etwas, das längst verloren schien, kehrt in ihr Leben zurück: die Möglichkeit von Nähe.

Eindringlich und radikal klar erzählt Leh-Wei Liao von widerständigen Frauen, von Begehren und Verletzungen und der unsicheren Zukunft Taiwans - und stellt die Frage, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Produktsicherheit

Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Anschrift: Neumarkter Straße 28
DE-81673 München
Kontakt: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

Personeninformation

Leh-Wei Liao [_l_ w___ lia__], geboren 1993 in Göttingen, ist Ärztin und studiert zurzeit Bildende Kunst in Kassel. Seit 2022 schreibt sie und hat seither in zahlreichen Literaturzeitschriften veröffentlicht, u.a in »Jenny« und »Edit«. 2024 war sie Stipendiatin der Jürgen Ponto-Stiftung und der Kölner Schmiede. »Glaszeit« ist ihr erster Roman.

Pressestimmen

»Ein zukunftszugewandter höchstpersönlicher Roman.« Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.