Sonnenberg

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die Freundschaft zweier Freundinnen wird durch einen Verrat bedroht.
Brigitte Glaser blickt zurück ins Jahr 1975 und beleuchtet ein Ereignis, das auch für unsere Zeit gesellschaftlich relevant ist: den erfolgreichen zivilen Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk im baden-württembergischen Whyl. Im Zentrum stehen zwei Freundinnen: Luzie, seelisch vernachlässigte Tochter aus wohlhabendem Haus, und Johanna, einzige Tochter einer Winzerfamilie am Kaiserstuhl. Die beiden jungen Frauen kennen sich seit Kindertagen und wollen während ihres Studiums nach Marokko reisen. Doch Johannas ungeplante Schwangerschaft und der plötzliche Tod ihres Vaters machen für sie die Reise unmöglich, und Luzies Alleintrip belastet ihre Freundschaft schwer. Während Johanna mit Mutter und Großmutter den Betrieb übernimmt und die kleine Betty allein großzieht, genießt Luzie eine ausgelassene Hippiezeit in Marokko, kommt aber auch mit den politischen Unruhen des Landes in Berührung. Sie lässt sich darauf ein, Haschisch zu schmuggeln und wird bei der Rückreise am deutschen Zoll erwischt. Damit hat ein skrupelloser BKA-Beamter ein Druckmittel gegen sie in der Hand und zwingt sie, sich wieder bei Johanna zu melden. Die Freundin und ihre Familie sind aktiv im Widerstand gegen das geplante AKW beteiligt, und Luzie soll ihre Pläne ausspionieren. So zoomt Glaser mitten in die reale Geschichte des Kernkraftwerks Whyl, dessen Verwirklichung an den Protesten der Bevölkerung scheiterte. Dieser Erfolg wird als Geburtsstunde der Anti-Atomkraft-Bewegung in der Bundesrepublik gesehen. Das Besondere dabei war, dass hier Weinbauern, Anwohner, Naturschützer und (überwiegend linke) Studenten gemeinsam gegen die Rodung eines wirtschaftlich und ökologisch relevanten Gebietes kämpften. Brigitte Glaser dokumentiert diese kämpferischen Monate spannend, gleichzeitig gelingt ihr eine warmherzige Familiengeschichte und das Porträt einer Frauenfreundschaft in turbulenten Zeiten, die erheblichen Problemen trotzt und so den Roman hoffnungsvoll enden lässt. Allen Büchereien empfohlen.
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Brigitte Glaser, Expertin für Romane aus den Anfängen der Bundesrepublik, blickt in „Sonnenberg“ zurück ins Jahr 1975 und beleuchtet ein Ereignis, das auch für unsere Zeit gesellschaftlich relevant ist: den erfolgreichen zivilen Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk im baden-württembergischen Whyl. Im Zentrum stehen zwei Freundinnen. Luzie, seelisch vernachlässigte Tochter aus wohlhabendem Haus, und Johanna, die einzige Tochter einer Winzerfamilie am Kaiserstuhl. Die beiden jungen Frauen kennen sich seit Kindertagen und wollen während ihres Studiums nach Marokko reisen. Doch Johannas ungeplante Schwangerschaft und der plötzliche Tod ihres Vaters machen für sie die Reise unmöglich und Luzies Alleintrip belastet ihre Freundschaft schwer. Während alleinerziehende Johanna mit Mutter und Großmutter den Betrieb übernimmt, genießt Luzie eine ausgelassene Hippiezeit in Marokko, kommt aber auch mit den politischen Unruhen des Landes in Berührung. Beim Haschisch-Schmuggel wird sie bei der Einreise vom deutschen Zoll erwischt.

Damit hat ein skrupelloser BKA-Beamter ein Druckmittel gegen sie in der Hand und zwingt sie, Johanna und ihre Familie, die im Widerstand gegen das AKW aktiv sind, auszuspionieren. Glaser zoomt an diesem Punkt in die reale Geschichte des Kernkraftwerks Whyl, dessen Verwirklichung letztlich an den Protesten der Bevölkerung scheiterte. Dieser Erfolg wird allgemein als Geburtsstunde der Anti-Atomkraft-Bewegung in der Bundesrepublik bezeichnet. Das Besondere dabei war, dass hier Weinbauern, Anwohner, Naturschützer und (überwiegend linke) Studenten gemeinsam gegen die Rodung eines wirtschaftlich und ökologisch relevanten Gebietes kämpften. Brigitte Glaser dokumentiert diese kämpferischen Monate spannend und mit exakter Recherche.

Gleichzeitig gelingt ihr eine warmherzige Familiengeschichte und das Porträt einer problembehafteten Frauenfreundschaft.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Zwei Frauen kämpfen für ihre Zukunft

Mitte der Siebzigerjahre ist Johanna die erste in ihrer Familie, die an die Uni geht. Mit ihrer Freundin Luzie zieht sie in eine WG nach Freiburg und genießt neue Freiheiten. Als wenig später ihr Vater stirbt, muss sie jedoch zurück nach Hause und den Winzerbetrieb der Eltern übernehmen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie den Hof am Kaiserstuhl. In einer Welt, in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte zählen, müssen die Frauen sich behaupten. Erst recht, als Johanna ein Kind bekommt und sich entschließt, es ohne Vater großzuziehen. Erst recht, als sie sich dem Widerstand der Winzer und Bauern, der Bürger aus Freiburg und der Region gegen ein in der Nähe geplantes Kernkraftwerk anschließt. Auch Luzie, die gerade von einer langen Marokkoreise zurück ist, ist an ihrer Seite. Und plötzlich sieht es so aus, als könne man zusammen etwas erreichen.

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Personeninformation

Brigitte Glaser schreibt Romane mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Ihr Roman Bühlerhöhe stand 2016 wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die literarische Erkundung der jungen Bundesrepublik setzte sie mit den Romanen Rheinblick, 2019, und Kaiserstuhl, 2022, erfolgreich fort. Darüber hinaus schreibt sie seit 2003, beginnend mit Leichenschmaus, Krimis mit ihrer Detektivin wider Willen, der Köchin Katharina Schweitzer. Brigitte Glaser ist am Fuß des Schwarzwaldes aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren als freie Autorin in Köln. 
www.brigitteglaser.de

Pressestimmen

»Die lebhafte und vielfältige Erzählung lässt eine legendäre Zeit (...) plastisch entdecken.« René Zipperlen Badische Zeitung 20260809
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