Der Betrachter

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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Harleem im Nachkriegsjahr 1948: Kunstrestaurator Hermann (Manno) kümmert sich um ein verschmutztes Blumenbild, als ihm seine Zimmerwirtin einen Brief bringt, dessen Inhalt ihn gedanklich viele Jahre zurückkatapultiert und ihn zu der Erkenntnis bringt, dass er sich auch um das Bild seines Lebens kümmern muss. Nach dem Tod seiner Mutter brachte der Vater den 10-jährigen Manno nach Wien, wo er sich nur schwer eingewöhnen konnte. Das änderte sich als er im Sommercamp Béla, Franzi, Max, Bertl und Lotte kennenlernte, mit denen er eine Freundschaft schloss, die ein Leben lang halten sollte. Doch mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland zerbricht ihre enge Verbindung, denn Béla ist homosexuell und Max und Franzi sind Juden, Tatsachen, die vorher nie eine Rolle spielten.

Wie bei den ihm anvertrauen Bildern legt Manno nun die Geschichte der sechs Freunde Schicht und Schicht, Kapitel für Kapitel frei. Dabei entsteht ein mitreißender Roman, den Judith Fanto mit Empathie aber ohne Pathos erzählt. Für mich, ebenso wie ihr Roman „Viktor“, ein modernes Meisterwerk und ein wichtiges Buch „Gegen das Vergessen“.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Es ist ein nasskalter Februartag des Jahres 1948, als der niederländische Kunstrestaurator Hermann, genannt Manno, einen Brief erhält, der ihn unvermittelt zurück in die Vergangenheit wirft: Er ist gerade mal zehn Jahre alt, als seine Mutter 1916 stirbt, sodass Manno seine Heimatstadt Haarlem verlassen und zur Familie seines Vaters nach Wien ziehen muss. In der neuen Stadt fühlt er sich einsam und verloren, bis er in der Sommerschule Béla, Franzi, Max, Bertl und Lotte kennenlernt. Es entsteht eine Freundschaft, die die sechs jeden Sommer vertiefen. Außerhalb Wiens bei den gemeinsamen Ferien in Altaussee scheint es keine Rolle zu spielen, dass Béla schwul ist oder dass Max und Franzi jüdisch sind. Doch im antisemitischen Wien wird ihre Freundschaft zunehmend politisch, und spätestens, als Hitler am Vorabend des Zweiten Weltkriegs in Österreich einmarschiert, tun sich innerhalb der Freundesgruppe Abgründe auf, die unüberwindbar scheinen. Jahre später blickt Manno zurück und legt das Bild ihrer unvergesslichen Freundschaft Schicht um Schicht frei.

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Personeninformation

Judith Fanto, geboren 1969, ist Rechtsanwältin, Rednerin und Autorin. Ihr Debütroman Viktor (2020), in dem sie von der bewegten Vergangenheit ihrer Wiener Familie erzählt, wurde zum Bestseller. Er wurde mit dem Hebban Preis für das beste Debüt ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Der Betrachter ist Judith Fantos zweiter Roman, erhielt den Silver Rainbow Award und ist in den Niederlanden ein Bestseller.

Christiane Burkhardt lebt in München. Sie übersetzt aus dem Niederländischen, Italienischen und Englischen. Neben Judith Fanto und Gitta van Spree übertrug sie unter anderen Paolo Cognetti, Fabio Geda, Wytske Versteeg und Tom Hofland ins Deutsche. Darüber hinaus unterrichtet sie literarisches Übersetzen.

Pressestimmen

»Ein mitreißender Roman über Liebe, Treue, Verrat und Vergeltung. Absolut lesenswert.« Kirche+Leben, 19.07.2026 Kirche + Leben 20260719
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