Wer möchte nicht im Leben bleiben

Roman | Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026
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Buchprofile - Rezension
Eine Auseinandersetzung mit dem Leben, wenn es sich nicht voll entfalten darf.
Mit den Mitteln einer historischen Recherche, der Dokumentation und des Dialogs untersucht die Ich-Erzählerin das Leben der hochbegabten Pianistin „Christina“ in der DDR, die sich mit 25 Jahren das Leben nahm. Der Schreibstil ist etwas schwierig, denn es spricht eine Erzählerin, die retroperspektiv Quellen betrachtet, einordnet und dabei auch immer wieder deutlich macht, dass sie die Fundstücke und das Leben ihrer Hauptfigur auf sich selbst beziehend interpretiert. Nichtsdestotrotz lässt sich das Buch flüssig lesen, zeigt Alltag nach dem Mauerbau auf dem Land der DDR, aus dem Internatsleben in Berlin und beschreibt Moskau und das dortige Tschaikowski-Konservatorium als Höhepunkt und Zentrum einer trotz Beengtheit schillernden Welt. Denn auch wenn die Geschichte mit dem bereits zu Beginn feststehenden Tod der Pianistin endet: der Erzählstil feiert das Leben mit all seinen Facetten. Zu Recht war das Buch deshalb 2026 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Das Hauptthema des Buches ist der Selbstmord von Christina, er steht von der ersten Seite an als Schatten im Raum. Die Erzählerin zeigt auf vielen Ebenen, wie sehr Krankheit, Druck, Perfektionismus und vor allen Dingen Unfreiheit der jungen Pianistin jede Hoffnung genommen haben müssen – was den Selbstmord zwar nicht erträglicher, aber verzeihbar macht. So wird der Protagonistin Jahrzehnte nach ihrem Tod Würde und Licht wiedergegeben.
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Artikelbeschreibung

Ein Aufbegehren gegen die Einsamkeit

1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Jahrzehnte später stößt die Schriftstellerin Helene Bukowski auf ihre Geschichte. Behutsam nähert sie sich Christina, sucht in ihrer Biografie nach Rissen und Erschütterungen, aber auch nach Augenblicken großen Glücks. Sie lernt einen Vater kennen, der in der Tochter seine eigenen Träume verwirklichen will, eine Mutter, die es liebt, zu fotografieren, und ein Klavier, das unverrückbar in der Wohnung steht. Bukowski folgt Christina nach Berlin, an die Spezialschule für Musik, mit ihren kalten Übungsräumen und dem täglichen Drill. Später nach Moskau, zum Studium am Konservatorium, durch sturzbachartigen Regen und Nächte voller Schnee. Und sie findet eine Krankheit, für die es erst heute eine Diagnose gibt. 

»Bukowskis Sprache hat eine geradezu magische Schönheit« Deutschlandfunk 

»Wie Helene Bukowski aus dem Nachlass einer jungen Frau ein ganzes Leben rekonstruiert und daraus diesen schmerzlichen und klaren Roman komponiert, ist großartige Literatur.« Marion Brasch

Produktsicherheit

Hersteller: Ullstein Buchverlage GmbH
Anschrift: Friedrichstraße 126
DE-10117 Berlin
Kontakt: produktsicherheit@ullstein.de

Personeninformation

Helene Bukowski, geboren 1993 in Berlin, studierte am Literaturinstitut Hildesheim. 2019 erschien ihr Debütroman »Milchzähne«, der für das Kino adaptiert wurde. 2022 folgte »Die Kriegerin«. Ihre Bücher wurden vielfach besprochen und in mehrere Sprachen übersetzt. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin wieder in ihrer Geburtsstadt und der Niederlausitz.

Pressestimmen

»Der Roman besticht durch die Art, wie sich die Autorin und ihr Objekt immer wieder über die angemessene Art der Annäherung an einen Menschen unterhalten. Bukowski will ihre Protagonistin nicht nochmals in ein System pressen.« Peer Teuwsen NZZ am Sonntag 20260628
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