Anton und Alma

Roman | »Dana Vowinckel hat die Welt durch ihre leuchtende Literatur zu einem schöneren Ort gemacht.« Christian Kracht | Shortlist Deutscher Buchpreis 2026
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Buchprofile - Rezension
Eine studentische Liebesgeschichte inmitten jüdischer Tradition, Selbstfindung und aktueller Politik.
Nach einem Berliner Studentenfest bleiben Alma und Anton, beide Mitte 20, zusammen, nachdem sie sich bereits seit Schülerjahren kennen. Er kann sich, einer wohlhabenden jüdischen Familie mit Großeltern in Amerika und Israel angehörend, ein ergebnisoffenes Studieren leisten und wird Historiker, „um den Ereignissen einen Sinn abzuringen“. Sie entstammt einer Ostberliner Arbeitsfamilie, entfernt verwandt mit dem Nazi Martin Bormann, findet nach ihrem Bachelorabschluss eine Stelle als Verwaltungsmitarbeiterin an der Uni. Ihre von exzessiv gelebter Sexualität und der jüdisch deutschen Auseinandersetzung dominierte Beziehung stößt immer wieder an Grenzen, potenziert durch den Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019, die Coronapandemie, den Hamasüberfall auf ein jüdisches Musikfestival 2023. Er flieht aus der Nähe unter dem Vorwand, seine Studien in Amerika fortzusetzen, hält die Entfernung nicht aus und schlägt Hals über Kopf wieder bei ihr in der gemeinsamen Wohnung auf. Sie erzählt ihm nicht, dass sie während der Trennung seine liberale jüdische Community in Berlin als Heimat schätzen gelernt und einen Konversionskurs zum Judentum begonnen hat. Die gegenseitigen Vertrauensverletzungen sind ihnen bewusst und sie stehen beide kurz vor der Versöhnung. Da wird Alma während eines Gottesdienstes in der Synagoge Opfer eines Attentäters, stirbt, Anton bleibt mit allen Fragen, trotz zahlreichem Beistand aus seiner und Almas Familie untröstlich zurück. – Vowinckel gelingt ein aufregend-anregender Roman über die Fragen jüdischer Existenz in Vergangenheit und Gegenwart mit intensiven Milieuschilderungen. Sie beschreibt die deutsche wie auch die US-amerikanische Lebenssicht der Shoa-Überlebenden. Ob die langen Schilderungen ihres Sexuallebens ein Sinnbild für die Sehnsucht nach Versöhnung oder ein Versuch sind, jüngere LeserInnen entsprechend ihres Onlinenutzungsverhalten an die Lektüre zu binden, erschließt sich nicht wirklich. – Literarisch anspruchsvoll, gerne empfohlen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
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Artikelbeschreibung

Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren an derselben Universität - doch das ist auch schon alles, was sie verbindet. Anton entstammt einer Akademikerfamilie, Alma ist bei ihrer Mutter und ihrem lieblosen Stiefvater am östlichen Stadtrand aufgewachsen. Anton ist Jude. Alma nicht. Doch die beiden verlieben sich, ziehen zusammen, streiten und versöhnen sich, bis Anton nach New York geht, um dort seine Masterarbeit über die Massenkonversion der Chasaren zum Judentum zu schreiben. Alma bleibt allein zurück und sucht Halt in Antons Gemeinde. Erst die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und des Gaza-Kriegs, die polarisierte Stimmung sowohl auf dem Campus als auch in seiner eigenen Familie lassen Anton zu Alma zurückkehren, bei ihr Trost und Zuflucht finden. Doch dann reißt ein tiefer Abgrund auf, und die Hoffnung auf Glück scheint ferner denn je.
Anton und Alma erzählt die Geschichte einer großen Liebe in einer zunehmend gespaltenen Welt. Von der Sehnsucht nach Aufrichtigkeit und Geborgenheit, von Trauer und Verlust, von Glauben und Zugehörigkeit - und von unser aller Versuch, dem Leben einen Sinn zu geben. Ein herzzerreißender, mutiger Roman darüber, was es bedeutet, Mensch zu sein.

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Personeninformation

Dana Vowinckel wurde 1996 in Berlin geboren und studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge. Ihr gefeierter Debütroman Gewässer im Ziplock wurde mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger, dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet, für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Für Anton und Alma erhielt sie unter anderem das Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds. Sie lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Dana Vowinckels neuer Roman entwickelt auf virtuose Weise aus einer romantischen Geschichte ein kritisches Gesellschaftsporträt.« Uwe Sauerwein Berliner Morgenpost 20260905
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