Buchtipp
Ewigkeit in der Gegenwart
Die Münchner Benediktinerin Carmen Tatschmurat hat einen Jahresbegleiter mit dem Titel „Den Goldgrund in allem finden“ verfasst. Er lädt ein, Gottes Spuren im eigenen Leben zu entdecken.
Goldgrundiges Madonnenmosaik in der Apsis der Basilika Santa Maria Assunta auf der Insel Torcello bei Venedig. Foto: © imago/Arcaid Images
Wie ist Ihr neues Buch „Den Goldgrund in allem finden“ entstanden? Es enthält ja auch Texte, die in der Münchner Kirchenzeitung erschienen sind.
Genau, es enthält Texte, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, die zum Beispiel in der Münchner Kirchenzeitung veröffentlicht wurden oder als Impulse in meiner Gemeinschaft oder an verschiedenen anderen Stellen. Ich dachte, es wäre schade, sie einfach alle in einer Schublade verschwinden zu lassen, und der Verlag dachte das Gleiche. So haben wir uns darauf geeinigt, einen Jahresbegleiter zu gestalten mit dem Titel „Den Goldgrund in allem finden“.
Sie schöpfen in den darin enthaltenen Beiträgen nicht nur aus christlichen Quellen, sondern auch aus Überlieferungen anderer Traditionen. Welche Menschen möchten Sie damit ansprechen?
Ich denke, das ist ein Buch für alle, die irgendwie auf der Suche sind nach dem Lebensfaden oder nach spirituellen Impulsen für jeden Tag, für jede Woche. Es enthält 52 kurze Texte, einen für jede Woche des Jahres, wenn man das möchte.
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Wie könnte man das Buch so lesen, dass es wirklich ein Jahresbegleiter wird, wie der Untertitel sagt? Indem man zum Beispiel jeden Sonntag einen Text liest und ihn die ganze Woche auf sich wirken lässt?
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe die Texte bewusst so ausgewählt, dass einige thematisch gebunden sind, zum Beispiel für die Adventszeit oder für die Fasten- und Osterzeit und Pfingsten. Andere sind thematisch frei. Diese kann man sich aussuchen unter verschiedenen Überschriften, zum Beispiel „Im Gespräch mit Gott“ oder „Herausforderungen des Alltags“. Da kann man sich ganz frei was zusammenstellen.
Schwester Carmen Tatschmurat ist ehemalige Äbtissin der Abtei Venio, München und Prag. Foto: © Schwester Teresa Spika OSB
Wenn Sie die Botschaft dieses Buchs in wenige Sätze fassen müssten, wie würden sie lauten?
Die Botschaft liegt eigentlich schon im Titel „Den Goldgrund in allem finden“. Meine Idee ist und war, dass in jeder Situation, in die ich mich gestellt sehe, immer die Möglichkeit besteht, noch ein Stück tiefer zu schauen und zu überlegen: Wo kann ich etwas finden von dem, was in unserer Gegenwart schon Ewigkeit ist, oder wo, hoch gesagt, Gott mich irgendwie treffen möchte mit einem kleinen Strahl oder Blitz aus dem Jenseits, aus der Ewigkeit?



