Buchtipp
Drei Freunde auf dem Franziskus-Weg
Im Franziskus-Jahr ist ein Buch über eine Pilgerreise von drei Freunden erschienen. Ein Katholik, ein Protestant und ein Mitglied einer Freikirche haben sich auf den Weg nach Italien gemacht.
Der Franziskusweg führt über Assisi. Foto: © AdobeStock/Frank Krautschick
Ein Katholik, ein Protestant und ein Gläubiger, der einer Freikirche angehört. Diese drei Freunde haben sich auf den Weg nach Italien gemacht. Die Idee dazu hatte Richard Stiegelbauer, der Katholik.
„Ich wollte mal eine richtige Pilgerreise machen, mit Übernachtungen und jeden Tag marschieren und gehen. Da habe ich meine Freunde gefragt, ob sie Lust hätten, und beide haben zugesagt.“
Das Ziel war relativ schnell klar, erinnert sich Stiegelbauer weiter. Es sollte eben nicht der Jakobsweg werden, weil er den für viel zu überlaufen hält. „Ich wollte eben auch die Stille erfahren und die Einsamkeit“, erläutert er seine Beweggründe. Der Franziskusweg, der auch über Assisi führt, hat ihn da schon mehr angesprochen.
Franziskus beindruckt
Für einen Katholiken eine einfache Entscheidung. Aber auf den Spuren eines Heiligen zu wandeln, könnte für einen Protestanten schon etwas unpassend sein. Doch Peter Wolfrum hatte damit kein Problem: „Ich fand Franziskus immer schon beeindruckend.“
Sechs Etappen sollten es werden. Der eine Freund hat die Zugtickets organisiert, der zweite die Übernachtungen gebucht und der dritte durfte sich einfach auf das Abenteuer einlassen. Auch auf die sportliche Herausforderung, die für Fred Haller vielleicht etwas größer war als für die anderen beiden.
[inne]halten - das Magazin 14/2026
Seit 1901 am Puls der Zeit
Der Sankt Michaelsbund, das katholische Medienhaus in Bayern, wird 125 Jahre alt
Lesen Sie im [inne]halten-Magazin unseren Themenschwerpunkt und weitere Geschichten und Berichte aus dem kirchlichen Leben.
Sportliche Herausforderung
„Naja, ich bin jetzt nicht sehr sportlich und ich habe mir schon ein bisschen ein Training verordnet. Ich bin dann zu Hause immer wieder wenigstens auf den Crosstrainer gestiegen. Aber ich habe unterwegs gemerkt, so schlimm war es jetzt wieder nicht. Also, man hat diese Wege sehr gut gehen können.“So waren die drei dann unterwegs. Die Tage hatten eine immer ähnliche Struktur, erklärt Haller, der einer Freikirche angehört: Nach dem Frühstück hätten sie immer Zeit für eine gemeinsame Andacht gehabt. Und auch die vielen Kapellen am Wegesrand haben sie gerne genutzt: „Dann haben wir uns dort wieder hineingesetzt, hingekniet, miteinander Andacht gefeiert.“
Gemeinsame Glaubenswurzel
Dabei hat es nie gestört, dass die drei Freunde verschiedenen Konfessionen angehören, erklärt Wolfrum, der Protestant. „Wir haben einfach das Gefühl, dass uns eine Glaubenswurzel eint. Und einen Heiligen anzuerkennen, fällt uns – evangelisch und aus einer Freikirche – auch überhaupt nicht schwer“, sagt er und ergänzt lachend: „Und auch der Richard ist kein Fundamental-Katholik.“ Es seien im Grunde nur die Glaubensgewohnheiten, die die Konfessionen trennen, meint Wolfrum.Und natürlich die Darstellung des Glaubens in den meist katholischen Kirchen, die sie auf ihrem Weg besucht haben: „Wenn man in einer Kirche zum Beispiel Jesus oder das Kreuz fast gar nicht mehr gefunden hat vor lauter Mariendarstellungen, dann hat man das halt bemerkt. Aber deswegen war da keine kontroverse Diskussion zu diesem Thema.“
Der Protestant Peter Wolfrum, der Katholik Richard Stiegelbauer und Fred Haller, der einer Freikirche angehört (von links), sind zusammen auf dem Franziskusweg gepilgert. Foto: © Strauß-Richters
Erfahrungen teilen
Und so sind sie nach sechs Tagen ganz begeistert an ihrem Ziel angekommen und haben ein paar Erfahrungen gemacht, die sie gerne anderen Pilgern mit auf den Weg geben wollen. „Nicht so sehr den sportlichen Aspekt vielleicht betrachten, sondern mehr dann auch den religiösen. Ja, man besinnt sich eben wieder auf das Wesentliche, was wichtig ist im Leben. Man findet wieder zu sich selbst, zur eigenen Mitte“, sagt der Sportler Stiegelbauer.
Haller betont: „Wenn man so eine Reise macht, sollte man sich gar nicht zu sehr vorbereiten. Ich bin wirklich ganz blauäugig in die Reise reingegangen und umso mehr habe ich mich vielleicht überraschen lassen können. Für mich war das wunderschön.“
Und Wolfrum fasst zusammen: „Pilgern hat generell für mich den Charme, dass es eine Verbindung ist aus Natur, körperlicher Bewegung und Glauben. Das ist insgesamt eine runde Sache.“



