Letzte Freunde

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Buchprofile - Rezension
Edward Feathers' Gegenspieler Terry Veneering steht im Mittelpunkt des letzten Teils des erfolgreichen Epos.
Innerhalb weniger Wochen sterben die beiden hochdekorierten Anwälte Edward Feathers und Terry Veneering und hinterlassen ihre Freunde und Nachbarn rätselnd über das komplizierte Wesen ihrer lebenslangen Rivalität. Jane Gardam hat von Edwards und Bettys Leben in den ostasiatischen Kolonien sowie ihrer kinderlos gebliebene Ehe in zwei vorhergehenden Romanen (s. BP/mp 15/916, 16/393) erzählt; von Terry erfuhr man nur, dass er als Jurist ebenso erfolgreich wie Edward und kurzzeitig Bettys Liebhaber war. Welcher Mensch versteckt sich aber wirklich in dieser undurchsichtigen Figur? Anders als Edward und Betty kommt er in England als Sohn einer Kohlenhändlerin und eines ukrainischen Zirkusartisten zur Welt, lebt in ärmlichen Verhältnissen und wird von einem exzentrischen Anwalt gefördert. Im Krieg entgeht er dem Tod, als er in letzter Minute von Bord eines Schiffes flüchtet, das ihn und andere Kinder in Sicherheit bringen soll, aber von den Deutschen versenkt wird. Er ist ein Glückskind, das immer wieder vom Zufall gerettet wird. Zufällig begegnet er seinem Gönner, zufällig wird ihm eine Stelle als Anwalt in Hongkong angeboten, zufällig heiratet er die schönste und reichste Frau der Stadt, zufällig begegnet er Betty, der Liebe seines Lebens, die aber bereits vergeben ist. Und zufällig kauft er einen Altersruhesitz, der an den seines Erzrivalen Feathers grenzt. Ist es Zufall oder Bestimmung, dass die beiden im Alter so etwas wie Freunde werden? "Was für eine komische neue, alte Welt wir erlebt haben" heißt es auf Seite 199. Jane Gardam skizziert diese Welt in ihrem dreiteiligen Werk und schafft damit den in sich geschlossenen Kosmos einer untergegangenen Zeit, mit dem sie auch im Schlusskapitel noch zu überraschen weiß. Alle drei Bände zusammen sind ein außergewöhnlicher Lesegenuss und sollten überall verfügbar sein. (Übers.: Isabel Bogdan)
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Artikelbeschreibung

Es ist Abscheu auf den ersten Blick, der Edward Feathers und Terry Veneering, die glänzendsten Juristen des British Empire, ein Leben lang verbindet. Als ebenbürtige Gegner in zahllosen Prozessen hassen sie einander schon, bevor sie sich beide in dieselbe Frau verlieben. Und es wird ein Leben lang dauern, bis sie bemerken, dass sie ebenso gut Freunde sein könnten. Was hat Feathers' Frau Betty so angezogen an Veneering, dem Mann mit dem weißblonden Haar, der selbst mit der schönsten Frau Hongkongs verheiratet ist? Worum beneiden die erbitterten Feinde sich mit solcher Intensität? Mit weiser Gelassenheit erzählt Jane Gardam, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen in England, von der Fähigkeit zur Liebe und einer späten Freundschaft.

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Pressestimmen

"Mit großer Wucht erreicht uns diese Geschichte um verpasste Liebe, Abgründe, Niederlagen und Lebenslügen der miteinander verfeindeten Anwälte Terry Veneering und Edward Feathers sowie dessen Ehefrau Elizabeth." Denis Scheck, Tagesspiegel, 30.10.16 "Das Schicksal derer, die ohne Eltern aufwachsen und danach ohne Imperium leben müssen, ist ohne Zweifel einen großen Roman wert. ... Das Erzähltempo Jane Gardams ist rasant und wird durch die Zeit- und gelegentlichen Perspektivsprünge zum Sturzflug, der einen bisweilen zwingt, sich an den Armlehnen des Lesesessels festzukrallen." Jörg W. Gronius, SR2 Kulturradio "BücherLese", 04.01.17 "Endlich liegt sie auch auf Deutsch komplett vor, Jane Gardams Romantrilogie. ... Mit 'Letzte Freunde' schließt sich der Kreis, und wer die drei meisterhaft erzählten Bände in Folge liest, sieht sich in einem kunstvoll geknüpften Netz der Anspielungen, Rückblenden und Verweise aufs Angenehmste verstrickt. ... Gardams Figuren wissen viel mehr, als sie aussprechen, ihre Romane sind Lehrbücher des Lebens." Herbert Wiesner, Klaus Ungerer, Rainer Moritz und Marko Martin, Die Welt, 24.12.16 "Ein Buch, wie es britischer nicht sein könnte: tongue-in-cheek. Unglaublich witzig. ... Was ich an Jane Gardam gleichzeitig besonders schätze, ist ihre Unverblümtheit. Sie hat einen sehr trockenen Witz, aber auch keinerlei Scheu, Sachen direkt anzusprechen. ... Ich bewundere auch die Chuzpe, die diese Schriftstellerin hat: Es gibt einfach keinen langweiligen Satz." Klaus Nüchtern, SWR, 01.11.16 "Subkutan wird die ganze Geschichte des britischen Kolonialreichs transportiert. ...Der Roman spielt auf mehreren Klaviaturen. ... Ein interessanter Roman, der die gegenwärtige Situation in Großbritannien wunderbar vor Augen führt." Helmut Böttiger, 01.11.16 "Diese Autorin ist hierzulande mit den ersten beiden Bänden ihrer 'Old Filth'-Trilogie eine überraschende Entdeckung gewesen, und der letzte Teil setzt das nun mit derselben Spritzigkeit fort. Authentizität und Irrwitz, Spannung durch Auslassung, rasantes Tempo und virtuoses Spiel mit verschiedenen Ebenen des Erzählens: Terry Veneering, Feind von Edward Feathers, aber begehrt von dessen Ehefrau, steht nun im Zentrum und lässt sich nicht lumpen." SWR-Bestenliste, November 2016 "Eine grandiose Trilogie. Man kann ohne Weiteres auch jeden Band für sich lesen, aber das wird kaum wollen, wer einmal mit einem angefangen hat. ... Nur staunen kann man darüber, wie frisch und frech diese Hochbetagten-Literatur auf den Ruinen des Empire gedeiht, wie souverän Jane Gardam staubtrockenen Witz, Weisheit und Menschenliebe in der Schwebe hält." Daniela Strigl, Falter, 12.10.16 "Dass ihre Charaktere die Tiefe und Glaubwürdigkeit echter Zeitgenossen annehmen, zeugt von der großen Erzählkunst Jane Gardams. Ihre Figuren handeln und sprechen so logisch und so widersprüchlich, wie es sonst nur echte Menschen tun. ... Überhaupt ist Jane Gardams Schreiben von großer Klarheit und einer Souveränität, die einerseits spektakulär bescheiden wirkt, andererseits einen ungeheuren Sog erzeugt." David Pfeifer, Süddeutsche Zeitung, 8./9.10.16
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