Tage auf dem Land

Roman
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Buchprofile - Rezension
Als eine frühere Freundin an ihre Schule zurückkehrt, ändert sich das Leben einer stillen Halbwüchsigen in ungeahnter Weise.
Im Original ist der jetzt erstmal ins Deutsche übersetzte Roman "Tage auf dem Land" 1976 erschienen, da war Gardam noch nicht die Grande Dame der englischen Literatur und halb so alt, wie sie werden sollte. Der arg allgemein gehaltene Titel lässt nicht ahnen, dass es sich um eine Coming-of-Age-Geschichte handelt, in der trotz äußerlicher Erstarrung vieles in Bewegung gerät und Stürme von Leidenschaft und Liebe sich entfesseln. Es herrscht bereits der liebevoll-spöttische Ton vor, den Gardam ihren Figuren gegenüber gern anschlägt, doch statt der gewohnten Wohltemperiertheit gibt es hier überraschend exzessive Szenen, Grusel und Überdrehtheit. – Very british das Setting: Marigold ist die Tochter eines Housemasters in einem Jungeninternat und früh auf die Rolle der begabten Außenseiterin abonniert. Ihr Äußeres und die dicke Brille zementieren dies. Klingt nach Klischee? Anfangs vielleicht, doch sobald eine frühere Freundin auf ihre Schule zurückkehrt, lässig, schick und frühreif, also das genaue Gegenteil von Marigold, werden aus verhalten gezeigten Sympathien zwischen den Geschlechtern plötzlich intensive Begegnungen, die ihre Akteure in einen neuen Existenzraum katapultieren. Für eine missglückte Wochenendeinladung verlässt Marigold ihre Umgebung mit den klaren Regeln und erlebt eine Art Reifeprüfung. Es ist beeindruckend, wie die Autorin die Heranwachsenden fokussiert. Deren "psychische Bewegungen" würden in der Literatur selten akkurat dargestellt, kommentiert die Protagonistin selbst. Die spätere Handschrift der Autorin ist in diesem frühen Roman erkennbar an ihrem unbestechlichen und doch wohlwollenden Blick auf die erwachsenen Akteure, die viel unreifer wirken als die Pubertierenden. Für alle Büchereien sehr empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Ein weiser und zugleich irrwitzig komischer Roman der Bestseller-Autorin Jane Gardam über Glück und Grausamkeit des ErwachsenwerdensMan kann spannender aufwachsen als Marigold Green. Das Jungeninternat in Yorkshire, dem ihr Vater vorsteht, ist alles, was sie mit siebzehn von der Welt gesehen hat, richtige Freunde hat sie keine, und die Kommunikation mit ihrem Vater beschränkt sich auf schweigsame abendliche Schachpartien. Grell sind hier nur ihre leuchtend orangeroten Locken, ihre übersteigerte Fantasie und ihr vollkommen unangepasstes Auftreten. Da kehrt aus dem Nichts ihre einzige Kindheitsfreundin Grace zurück, von der sie jahrelang nichts gehört hat, umwerfend schön, nonchalant und rätselhaft, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war ... Mit ihrem ganz besonderen Humor erzählt Jane Gardam von den Grausamkeiten der Adoleszenz und der verblüffenden Allgegenwart des Eros in der bigotten nachviktorianischen Gesellschaft.

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
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Personeninformation

Jane Gardam, geboren 1928 in North Yorkshire, wurde für ihr viel bewundertes schriftstellerisches Werk mehrfach ausgezeichnet. Neben der BestsellerTrilogie um Old Filth erschienen zuletzt »Robinsons Tochter« (2020), »Mädchen auf den Felsen« (2022) und »Gute Ratschläge« (2024). Jane Gardam starb 2025 in Oxfordshire. Monika Baark, geboren 1968 in Tel Aviv, lebt in Berlin. Sie übertrug unter anderem Werke von Claire Messud, Jeanette Winterson, Miriam Toews und Margaret Atwood ins Deutsche.

Pressestimmen

»Ein Lesegenuss!« Petra Pluwatsch, Frankfurter Rundschau, 13.08.25 »Sehr turbulent, sehr unterhaltsam, tolle Dialoge... Wer Freude hat an britischem Humor und tollen Sprachbildern, egal ob er 17 ist oder 70, wird auch Freude an diesem Buch haben. Sehr gute Urlaubslektüre!« Andrea Gerk, Deutschlanfunk Kultur, 26.07.25 »Satirische Spitzen, Situationswitz und dialogische Schlagfertigkeit machen diesen Roman zu einem prickelnden Lesevergnügen... Jane Gardam verstand es wunderbar, von jedem Lebensalter fesselnd und amüsant zu erzählen, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen.« Eberhard Falcke, Deutschlandfunk, 31.07.25 »Jane Gardam erzählt in einem heiteren Plauderton vom Innenleben eines ungewöhnlichen Mädchens und vom Alltag in einem altehrwürdigen englischen Jungeninternat. In beidem kennt sie sich gut aus.« Manuela Reichart, WDR Westart, 25.07.25 »Das 'Nie wieder!' in der Pubertät eines Menschen ist in der Literatur schon häufig beschrieben worden, aber selten mit so köstlichem Humor und Verständnis wie bei Jane Gardam.« Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 22.07.25 »Der vor 50 Jahren erschienene Roman ist von Monika Baark so übersetzt, dass er heutig wirkt.... Ein literarisches Kabinettstück ist auch die Rahmenhandlung.« Konrad Holzer, Buchkultur 05/2025
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