Das Tränenhaus. Roman

Mit einem Nachwort von Annette Seemann - Eine berührende Geschichte über die Kraft weiblicher Solidarität
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Buchprofile - Rezension
Neuauflage des 1908 erstmals erschienenen Romans über das Schicksal einer bekannten Autorin, die zusammen mit anderen ledigen Frauen im Wilhelminischen Kaiserreich in einem „Geburtshaus“ lebt , um auf dem Lande ihr Kind zu gebären.
Die ledige Schriftstellerin Cornelie Reimann muss Anfang des 20. Jh. ihr Kind in einem abgelegenen schwäbischen Dorf im „Geburtshaus“ der Hebamme Uffenbacher diskret zur Welt bringen. Doch ist die aus der höheren Gesellschaft stammende Caroline entsetzt über die Zustände dort. Nachdem sie sich von ihren Mitbewohnerinnen zunächst abschottet, sieht sie deren Not aus nächster Nähe und freundet sich mit ihnen an. Die Frauen werden schlecht behandelt und die Säuglinge werden mit Mohnsaft ruhiggestellt. Aufgrund ihrer Herkunft und Bildung kann Caroline die Uffenbacherin das Fürchten lehren, als sie damit droht, sich an den Landrat zu wenden. Gekonnt schildert Reuter auch den Wandel ihrer Protagonistin hinsichtlich des Kindsvaters, den sie erst hasst, ihm aber vergibt, um sich selbst ihre Freiheit als ledige Mutter zu erkämpfen. Die bildhafte Sprache und die philosophischen Betrachtungen der Protagonistin gegenüber den im Dialekt gehaltenen Dialogen ihrer Mitstreiterinnen tragen dazu bei, das soziale Gefüge der Wilhelminischen Zeit darzustellen. Wie aus dem Nachwort und den biographischen Daten zu Gabriele Reuter (1859 – 1941) hervorgeht, hat die Autorin autobiographische Erlebnisse in die Erzählung eingebunden. Bei seinem Erscheinen 1908 wurde der Roman zu einem Skandal – eine unverheiratete Frau, die ihr Kind allein erzieht, das geht nun wirklich nicht – und gehört zu den für die Anfänge der Frauenbewegung prägenden Texten. Auch heute noch lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Ein Plädoyer für weibliche SolidaritätAbseits der Blicke der Außenwelt, draußen in der schwäbischen Provinz, führt eine patente Hebamme ein Frauenheim. Wer diskret ein Kind zur Welt bringen will, findet hier Unterschlupf. Auch die Schriftstellerin Cornelie Reimann zieht sich hierhin zurück. Nur zeigt die Fassade bald Risse, rohe Schikanen nehmen ihren Lauf - und Cornelie erkennt den hohen Preis ihres Wunsches, eine selbstbestimmte Mutter zu sein.Das Tränenhaus wurde bei Erscheinen 1908 zum Skandal und eröffnet heute eine einzigartige Perspektive auf die Ursprünge des Umgangs mit weiblicher Selbstermächtigung.'Dieses Grundbuch der frühen Frauenbewegung von 1896 kann man ohne Weiteres neben Fontane stellen.'Tilman Krause über Aus guter Familie

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