Glaubenswelten
03.07.2025

Fragen und Antworten zum Buddhismus

Der tibetische Dalai Lama gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Buddhismus. Was aber lehrt der Buddhismus? Und was sind die Unterschiede zum Christentum?
    

Buddha ist der „Erleuchtete Buddha ist der „Erleuchtete", der „Erwachte" - überlebensgroße Buddha-Statue in Thailand. Foto: © AdobeStock/Washburn

Was ist der Buddhismus?

Der Buddhismus ist eine der großen Weltreligionen. Geschätzt sind 450 Millionen Menschen Buddhisten. Von sogenannten Glaubensreligionen wie dem Christentum, Judentum oder Islam unterscheidet sich Buddhas Lehre: Es handelt sich um eine Erfahrungsreligion, eine „Lehre des Geistes", wie auch der Hinduismus, Daoismus und Konfuzianismus. Im Mittelpunkt stehen philosophisch-logische Leitlinien als Basis zur Lebensführung. Der Buddhismus umfasst eine philosophische Lehre, ein Klosterwesen, verschiedene Religionsgemeinschaften und einfache Volksfrömmigkeit.

Wer war Buddha?


Alle buddhistischen Traditionen berufen sich auf die Lehren der historischen Figur des Buddha, Siddharta Gautama. Buddha steht für „den Erleuchteten", wörtlich übersetzt „der Erwachte". Buddha wird nicht als Gott verehrt, sondern bezeichnet jenen, der zur wahren Erkenntnis gelangt.

Nachdem Gautama als Sprössling einer wohlhabenden Adelsfamilie den Hof verließ, übte er sich zunächst als Bettelmönch in Yoga und Meditation. Später schloss er sich brahmanischen Eremiten an und wäre als Asket fast verhungert. Daraufhin schlug er seinen eigenen Weg ein: den „mittleren Weg", wie er ihn nannte, als besitzloser Wanderer, aber ohne strengen Verzicht. Unter dem sogenannten Bodhi-Baum („Bodhi" steht für das Erwachen) erwachte er der Überlieferung zufolge und wurde zum Buddha. Nach diesem verwandelnden Erlebnis entwickelte er in den Folgejahren seine Lehre, die als Dharma bekannt ist und ihn zum Begründer des Buddhismus macht.

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Was beinhaltet die Lehre Buddhas?

Nach Buddha ist es für jeden Mensch möglich, Erleuchtung zu erfahren. Es geht weniger um Vorschriften als vielmehr um eigene Erfahrungen, um Selbstverantwortung sowie die Erkenntnis von Wahrheit durch Meditation. Die Lehre zielt darauf ab, die grundlegende Ursache des Leidens endgültig aufzulösen.

Welche Rolle spielt der Dalai Lama als Oberhaupt Tibets im Buddhismus?

Der Dalai Lama ist das spirituelle Oberhaupt der tibetisch-buddhistischen Schule des Gelug. Er gilt als Reinkarnation des Bodhisattva Avalokiteshvara, des Buddhas des Mitgefühls. Seine Rolle ist spirituell und symbolisch, nicht zentral für den gesamten Buddhismus, sondern vorrangig im tibetischen Buddhismus bedeutend.

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Welche Haltung nimmt das Christentum gegenüber dem Buddhismus ein?


Das Christentum nimmt heute überwiegend eine respektvolle, aber dennoch kritische Haltung zum Buddhismus ein. Die katholische Kirche betont seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil den interreligiösen Dialog und würdigt die spirituellen Werte des Buddhismus wie Mitgefühl, Achtsamkeit und Gewaltlosigkeit.

Trotz Anerkennung gemeinsamer ethischer Anliegen lehnt das Christentum zentrale buddhistische Lehren aus theologischen Gründen ab:

1. Fehlender Gottesbezug: Der Buddhismus kennt keinen personalen Schöpfergott, was dem christlichen Gottesbild widerspricht.
2. Erlösung aus eigener Kraft: Im Buddhismus geschieht Erlösung durch eigene Anstrengung, nicht durch die Gnade Gottes, wie im Christentum.
3. Wiedergeburtslehre: Die Vorstellung von Wiedergeburt steht im Gegensatz zur christlichen Vorstellung eines einmaligen Lebens mit anschließendem Gericht.
4. Ziel des Nirwana: Das „Erlöschen" des Ichs im Nirwana erscheint Christen als negativ im Vergleich zur ewigen Gemeinschaft mit Gott im Himmel.

ph/kna

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