Christliche Kleindenkmale
Marter, Kreuz und Pest
Zu christlichen Kleindenkmalen in freier Natur zählen Flur-, Feld- und Wegkreuze, Marterl, steinerne Säulen und Bildstöcke. Manche von ihnen tragen sogar einen amtlichen Namen. Wir haben 25 solcher Objekte im Erzbistum München und Freising ausfindig gemacht.
Das Timotheuskreuz bei Einhaus (Gemeinde Warngau). Foto: © Burghardt
Weiße Marter im Ebersberger Forst. Foto: © Burghardt
Grüne Martersäule auf dem Taubenberg zwischen Holzkirchen und Miesbach. Foto: © Burghardt
Die Grüne Marter im Forstenrieder Park südlich von München. Foto: © Burghardt
Wundersame Heilung
Eine besondere Geschichte ist mit dem Heiligen Kreuz im Freisinger Forst bei Wippenhausen verbunden (Bild unten): Zwei Jäger fanden im Jahr 1670 ein zerbrochenes Kreuz und hängten es an einem Baum auf. Jahre später wurde dem Kreuz eine wundersame Heilung zugeschrieben, man übertrug es nach Wippenhausen, und eine Wallfahrt entwickelte sich. Das Kreuz selbst ist verschollen, aber eine Säule am Originalfundort – ab 1728 eine hölzerne, seit 1842 die heutige steinerne – erinnert an das Geschehen. Bis heute kommen Gläubige hierher, beten und bringen Votivgaben.
Heiliges Kreuz im Freisinger Forst bei Wippenhausen. Foto: © Burghardt
[inne]halten - das Magazin 14/2026
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Tödliches Zusammentreffen
Weitere Wegkreuze, die mit einem eigenen Namen in der amtlichen Karte stehen, sind das Schwarze Kreuz am Schindelberg, das Schwarze Kreuz und das Steinerne Kreuz in der Langen Au bei Kreuth, das Rote Kreuz in den Isarauen zwischen Waldram und Gartenberg sowie das Wimmerkreuz bei Reit im Winkl. Das Husarenkreuz auf dem Standortübungsplatz Traunstein ist eine Nachbildung eines Gedenkkreuzes für einen 1704 hier getöteten Bauern, das Original befindet sich im Stadtmuseum Heimathaus Traunstein. Das Jägerkreuz am Hohen Brett in den Berchtesgadener Alpen erinnert auf fast 2.200 Meter Höhe an ein tödliches Zusammentreffen zwischen einem Jäger und einem Wilderer.
Zu den benannten Bildstöcken zählen St. Leonhard bei Reichertshausen an der Ilm (Bild unten), die Schlechtenberger Kapelle (die tatsächlich nur ein Bildstock ist) sowie „Bei unserer Lieben Frau“, letztere beide an der Kampenwand.
St.-Leonhard-Bildstock bei Reichertshausen an der Ilm. Foto: © Burghardt
Pestsäule mit Darstellung des heiligen Korbinian in Kranzberg. Foto: © Burghardt
Alle genannten Objekte sind nicht nur – wie sonst üblich – als unbeschriftetes Kreuzsymbol, sondern auch namentlich in der Topographischen Karte Bayerns verzeichnet. Fast alle sind seit über 100 Jahren kartografisch erfasst. Die heutigen wie auch die historischen Karten sind online kostenlos unter www.bayernatlas.de einsehbar.



