Tag und Nacht fremdbestimmt
Diakon Oskar Ehehalt ist der Leiter der „Seelsorge im Justizvollzug“ in der Erzdiözese München und Freising, auf deren Gebiet sich insgesamt neun Strafanstalten befinden.
Diakon Oskar Ehehalt blickt aus einem vergitterten Fenster in der JVA Garmisch. Foto: © Hendrik Steffens/EOM
Grundsätzlich ist man in Haft immer fremdbestimmt. „Fremdbestimmt und getrennt“, so umreißt Diakon Ehehalt kurz und prägnant die Situation eines Gefängnisinsassen.
Ein Außenstehender könne sich kaum vorstellen, was es wirklich heiße, inhaftiert zu sein. Darstellungen wie im Tatort oder anderen TV-Krimis hätten mit der echten Realität nichts zu tun.
Leben im Gefängnis: Alltag und
totale Fremdbestimmung hinter Gittern
„Man ist fremdbestimmt, in welchem Bett man schläft. Es wird fremdbestimmt, wann man morgens geweckt wird. Es wird von außen bestimmt, welche Kleidung man trägt und um wie viel Uhr man isst.
Auch wann man die Kleidung wechseln darf und wann man frische Bettwäsche bekommt, ist geregelt. Ebenso, von wem und wann man Besuch empfangen darf oder ob man zum Arzt darf oder nicht.
Es gibt nahezu nichts, was man im Gefängnis selbst entscheiden kann – außer, dass man mit der Seelsorge sprechen möchte. Denn wir sind immer und für alle Gefangenen da.“
Als Leiter der „Seelsorge im Justizvollzug“ im Ordinariat ist der 58-jährige Diakon für die Betreuung in insgesamt neun Haftanstalten auf dem Gebiet der Erzdiözese zuständig: in Garmisch, Bad Reichenhall, Laufen/Lebenau, München-Stadelheim, Erding, Bernau, Traunstein und Landshut.
Gefängnisseelsorge: Hoffnung,
Vertraulichkeit und christlicher Auftrag
„Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht“, heißt es in den Werken der Barmherzigkeit. Als Gefängnisseelsorger, so ist Ehehalt überzeugt, habe man damit einen klaren jesuanischen Auftrag: die Botschaft des Evangeliums an einem Ort wie dem Gefängnis sichtbar zu machen.
Alle Gefangenen könnten mit ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen offen reden – und dabei auch Tränen vergießen. Die Gespräche seien absolut vertraulich, niemand verfasse einen Bericht.
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Bei seinen regelmäßigen Besuchen in den Haftanstalten erfreuen sich unter den Inhaftierten nicht nur Bibeln in vielen Sprachen oder Rosenkränze großer Beliebtheit, sondern auch das Print-Magazin [inne]halten. Dieses übergibt er gern nach einem Gespräch – für viele sei es ein kleiner spiritueller Schatz.
Leider hat Ehehalt aus Kostengründen nie genügend Exemplare mit dabei. Daher ist er jedem dankbar, der mit einem Patenschafts-Abo „[inne]halten mit Herz“ die Arbeit der Gefängnis-Pastoral aktiv unterstützen will:
„Ein herzliches Vergelt’s Gott im Namen aller Gefangenen!“
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