Späte Gegend

Protokoll eines Lebens
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Buchprofile - Rezension
Protokoll eines Arme-Leute-Kindes und Bäuerinnenlebens um die Jahrhundertwende bis zur Mitte des 20. Jh.
Ein lebendiges Stück österreichischer Zeitgeschichte, spannend in einfacher Sprache erzählt Ida Winiewicz, eine mit zahlreichen Bühnen- und Fernsehstücken international erfolgreiche Autorin in diesem Buch und verbindet Literatur und Zeitgeschichte. Bei dem "fernen Land" der Gegend, in der alles später reift und manches überhaupt nicht, handelt es sich um das Mühlviertel nahe der bayrischen Grenze, nur zwei Autostunden von Wien entfernt. Die Heldin Christl ist eines von sechs bitterarmen "Kleinhäuslerskindern", deren Vater als Steinmetz den Lebensunterhalt verdient. Die Mutter ist sparsam, fleißig, gütig und duldsam, so dass die Familie mit 20 qm gemieteter Wohnung auskommt. Christl hat zu gehorchen, doch Ehrgeiz, klarer Verstand, Ehrlichkeit und Resilienz ermöglichen ihr eine glückliche Gestaltung ihres Lebensweges, der vorgezeichnet ist. Ihr helfen die positive Art, ihre Probleme zu lösen und ihr gleichmütig freundliches Gemüt. Die Eltern ließen die Kinder im Unklaren, weil sie selbst nicht viel über das Dorfleben hinaus wussten. Gemeinschaft ging absolut vor Individualität, die man eigentlich gar nicht kannte. Christl managt den Betrieb nach der Hochzeit mit ihrem geliebten Bauernsohn Sepp. Das Buch erinnert an den Roman "Herbstmilch" von Anna Wimschneider, welche wie Christl praktischen Hausverstand und die Sicht der "größeren" Dinge pflegte. 159 Seiten unterhaltsame Lektüre.
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„Späte Gegend“ – so heißt bei uns die (gemeint ist die Gegend) wo ich her bin. Weil alles später reift: manches gar nicht.“ Mit diesem Satz im O-Ton des Erzählens beginnen die von Lida Winiewicz aufgeschriebenen, autobiographischen Erinnerungen einer 80 - jährigen Bäuerin aus dem Mühlviertel. Ein beeindruckender Text, der die heute unvorstellbaren, harten Lebensbedingungen von der Kindheit bis zum Leben im „Austrag“ beschreibt, und für die Nachwelt dokumentiert. Man fühlt sich an das Buch „Herbstmilch“ von Anna Wimschneider erinnert, das auch ganz authentisch von bitterer Armut und sozialen Missständen berichtet. Im Alter von 19 Jahren, als Großmagd, erhielt unsere Protagonistin das erste paar Schuhe, mit 30 fuhr sie das erste Mal Zug. Mit 6 Geschwistern teilte sie sich zwei Betten, satt geworden sind sie als Kinder eines Steinmetz, der krank aus dem Krieg heimkehrte, nie und mit 10 Jahren ging sie schon in den Dienst. Die Dienstbotenjahre mit einer Dienstherrin die meinte: „beten genügt, man muss nicht obendrein noch gut sein“, waren selbstredend kein Zuckerschlecken. Trotzdem erzählt sie nie larmoyant, sondern eher mit fatalistischem Gleichmut. Zu unserer heutigen Überflussgesellschaft ist diese persönliche Lebenssituation ein krasser Gegenentwurf, der auch die Mär von der „guten, alten Zeit“ ad absurdum führt. Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, das nachdenklich stimmt und großen Respekt hervorruft.

Artikelbeschreibung

Es sind die Menschen, die Geschichte schreiben. Lida Winiewicz hat die Lebensgeschichte einer Bäuerin niedergeschrieben, wie sie selten bewahrt und beschrieben wird: vom ruralen Alltag und seinen Gepflogenheiten. Es ist eine authentische Aufzeichnung geworden, die für das vorangegangene Jahrhundert steht.

Ich hatte einmal ein Haus im Mühlviertel. Meist stand es leer. Die Bäuerin von nebenan, die einen Schlüssel verwahrte, gestand eines Tages, schuldbewußt, sie säße oft in meiner Stube, wenn niemand da sei, allein, freue sich an der Stille und dächte an die Vergangenheit. Ich fragte nach Einzelheiten, sie antwortete. So entstand das Buch Späte Gegend, eine Art Reisebericht aus einem fernen Land, zwei Autostunden von Wien.
Lida Winiewicz

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Personeninformation

Lida Winiewicz, geboren 1928 in Wien, studierte Gesang an der Hochschule für Musik in Wien, dann Sprachen und arbeitete lange Jahre als Übersetzerin literarischer Werke aus dem Französischen, Englischen, Italienischen und Spanischen, darunter Romane von Colette, Graham Greene, Moravia, Cronin, Giraudoux, Francis Stuart u.v.a. Zugleich schreibt Lida Winiewicz für die Bühne, für Film und Fernsehen und wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet: der Goldene Rathausmann der Stadt Wien, erster Preis der Österreichischen Volksbildung, der Adolf-Grimme- Preis, der Deutsche Industriefilmpreis, der Preis der deutschen Altenhilfe, Publikumspreis Telfs, die Kurier Romy sowie der Literaturpreis der Stadt Wien für das Lebenswerk.

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