Wenn die Sonne untergeht

Familie Mann in Sanary | Der Nr. 1-Bestseller über Thomas Mann und seine Familie im Exil
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Buchprofile - Rezension
Hervorragend erzähltes Sachbuch über die ersten Exilmonate der Familie Mann 1933 in Südfrankreich.
Am 11. Februar 1933 verlässt der bei den Nazis unbeliebte Nobelpreisträger Thomas Mann mit seiner Frau Katja Deutschland, zunächst nur, um einen Vortrag in Amsterdam zu halten. Er ahnt nicht, dass diese Reise der Beginn eines lebenslangen Exils werden wird. Nach einigen Wochen in der Schweiz fahren sie im Mai 1933 weiter an die französische Mittelmeerküste nach Sanary, wo sie mit dem Großteil ihrer Familie bis September bleiben und dort zum ersten Mal konkret mit ihrem – wenn auch wohlsituierten – Exilantenschicksal konfrontiert werden. – Auch im jüngsten Sachbuch des Bestsellerautors Florian Illies verbindet der hervorragende Erzähler gut recherchierte Fakten mit fiktionalen Elementen, womit wieder ein sehr gut lesbares Epochengemälde entsteht, das die (manchmal vielleicht etwas zu eindimensional geschilderten) Lebensumstände der wichtigsten Familienmitglieder, auch die der Kinder Erika, Klaus und Golo, aber auch von Bruder Heinrich, gut beleuchtet. Sanary, das später zur „Hauptstadt der Exilliteratur“ wird, ist aber schon 1933 ein Zufluchtsort von anderen Verfolgten wie etwa Lion Feuchtwanger, die mehr oder weniger untereinander Kontakt haben. – Auch wenn man in diesem Buch ein Quellen-, zumindest aber ein Literaturverzeichnis schmerzlich vermisst, hat Illies wieder ein hinreißendes Sachbuch geschrieben, das in keiner Bücherei fehlen darf!
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Philibert, ein junger, zurückhaltender Adelsspross vom Lande, lebt in der großen Pariser Stadtwohnung seiner wohlhabenden Familie. Der Zufall beschert ihm zwei Untermieter: Franck, trinkfester Frauenheld und begnadeter Koch, und die mittellose Malerin Camille. Die gemeinsame Sorge um Francks Großmutter schweißt die chaotische Wohngemeinschaft zusammen und bringt nach etlichen Umwegen jedes Leben in seine vorbestimmte Bahn. Anna Gavalda, eigentlich eine Meisterin der kurzen Form, überzeugt mit diesem umfangreichen und charmanten Paris-Roman Leser:innnen auf der ganzen Welt. Jede einzelne ihrer Figuren ist vielschichtig, unverwechselbar und liebenswert, und mit ihrer frischen und kultivierten Sprache sorgt sie für ein wohliges und mitreißendes Lesegefühl.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch
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Artikelbeschreibung

Im glühend heißen Sommer 1933 spitzt sich die politische Lage in Europa zu - und die der Familie Mann: Thomas und Katia Mann und ihre sechs Kindersind nach abenteuerlichen Fluchten im Juni in dem verträumten Hafenort Sanary am französischen Mittelmeer gestrandet. Und jetzt wissen sie alle weder vor noch zurück.Ein Ort, eine Familie, drei Monate bei dreißig Grad - 'Wenn die Sonne untergeht' ist eine große Familienaufstellung: Kaum im unsicheren südfranzösischen Exilangekommen, will Thomas Mann eigentlich sofort wieder zurück in seine edle Münchner Villa. Sein Bruder Heinrich hingegen genießt die Freiheit des Südens. Dazwischen die sechs Kinder von Thomas und Katia: Der eine, Michael, spielt Tag und Nacht Geige, der zweite, Klaus, gründet eine Exil-Zeitschrift, die dritte, Elisabeth, badet und genießt die Zeit ohne Schule. Erika, die älteste, führt Regie und schmuggelt den Besitz der Manns aus München über die Grenze, Golo holt das Geld von den Konten und versorgt den vergessenen Hund. Und Monika? Sie bleibt einfach am Strand von Sanary liegen.Florian Illies erzählt von der Trauer um den Verlust der Heimat und des Besitzes, der Angst vor den Plünderungen der Nazis, von Trotz und Leidenschaft. Von Wehmut und vom Überlebenswillen, obwohl die alte Welt einzustürzen droht. Und er erzählt von der großen Zerreißprobe zwischen Klaus und Erika und ihrem Vater Thomas.'Ich glaube', sagte Marcel Reich-Ranicki, 'dass es in Deutschland im 20. Jahrhundert keine bedeutendere, originellere und interessantere Familie gegeben hat als die Manns.' In Sanary ist diese außergewöhnliche Familie in einem absoluten Ausnahmezustand - alle werden das erste Mal gezwungen, sich zu bekennen. Zueinander. Zu Deutschland. Oder auch, so traurig es ist: Dagegen.

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Pressestimmen

[...] Illies gelingt ein glänzendes, anrührendes und bisweilen komisches Gruppenbild einer Familie im Ausnahmezustand. [...] voller Geist, Empathie und feiner Melancholie - eine elegante Chronik des deutschen Exils. Jana Brechlin Leipziger Volkszeitung 20251111
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