Die Briefträgerin

Roman - 'Der Überraschungserfolg des Jahres.' Vanity Fair - SPIEGEL-Bestseller
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Buchprofile - Rezension
Eine junge Frau aus Italiens Norden wird mit überholten Lebensvorstellungen der Menschen im Süden des Staates konfrontiert.
Carlo Greco kehrt im Juni 1934 nach Jahren wieder in seinen Heimatort Lizzanello in Apulien zurück. Mit dabei ist seine Ehefrau Anna aus Ligurien. Sie fremdelt stark mit den patriarchalischen Gegebenheiten, mit der Vormachtstellung der Kirche und den Vorurteilen der Menschen gegen alles Fremde. Und Anna, die im Norden als Lehrerin gearbeitet hatte, wird immer die Fremde bleiben. Sie ist ihrem Mann Carlo, den sie innig liebt, gefolgt, bereut aber doch gelegentlich ihren Entschluss. Carlos Familie, vor allem dessen Bruder Antonio, nehmen sie aber freundlich auf. Carlo erbte von einem Onkel ein großes Grundstück und fängt mit Weinbau an. Mit Hilfe des Familienpatriarchen Don Ciccio wird es nach einigen Jahren ein sehr profitabler Betrieb. Anna will nicht nur die Hausfrau sein und bewirbt sich als Briefträgerin. Trotz der Widerstände einiger Honoratioren bekommt sie die Stelle und beginnt ihre Arbeit. Sie lernt dadurch die Menschen in der Gemeinde kennen. Sie hilft bei Schriftwechseln mit Ämtern, in vertraulichen Liebesdingen und liest Eltern Briefe von Soldaten vor. Annas Mann Carlo stirbt früh und stürzt Anna neben echter Trauer in ein Gefühlschaos, da sie ihren Schwager Antonio mehr als nur schätzt. Anna macht weiter ihre Arbeit als Briefträgerin, beginnt ein Projekt für ein Frauenhaus und wird nun gerade ob solcher Initiativen als die Fremde wahrgenommen. Unbeirrbar verfolgt sie ihr Projekt, das letztlich erfolgreich ist. Sie stirbt 1961 als geachtete Fremde. – Die Urgroßmutter der Autorin war eine selbstbewusste Frau; ihr Leben war Muster für diesen Erstlingsroman der Autorin. Es ist eine opulente Geschichte mit vielen Akteuren, zahlreichen Geheimnissen, Verwicklungen, Verstrickungen. Es gibt viel Gefühlschaos und Dramatik. Der Roman besticht durch die Beschreibungen der Lebensgewohnheiten in einem kleinen apulischen Ort. Das Buch liest sich gut und wird sicher eine breite Leserschaft finden.
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Artikelbeschreibung

Süditalien 1934: Eine selbstbewusste junge Frau aus dem Norden bringt als erste Briefträgerin frischen Wind in ein kleines Dorf.

Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg - und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.

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Die Briefträgerin, ist vom Leben der Großmutter von Francesca Giannone inspiriert, die als erste Briefträgerin Italiens bekannt wurde.
Lizzanello, ist ein beschauliches Dorf in Süditalien, in dem sich alle kennen. Als Carlo und sein Bruder Antonio, einen reichen, kinderlosen Onkel beerben, kehrt Carlo mit seiner Frau Anna vom Norden Italiens, in seine Heimat zurück. Während Carlo sich sehr freut, endlich wieder in Lizzanello zu sein, ist es für Anna eine große Umstellung. Sie wird lange immer die Fremde sein, die nur schwer Anerkennung bekam. Doch Anna ist mutig und selbstbewusst und als der Briefträger unerwartet stirbt, bewirbt sie sich für das Amt. So wird sie die erste Postbotin Italiens. Während sie anfangs die Post zu Fuß austrägt, fährt sie irgendwann mit dem Fahrrad. Sie bringt die Post von ungeliebten Verwandten, von heimlichen Liebhabern und Ansichtskarten von Emigranten. Obwohl sie ihren Mann Carlo sehr liebt, empfindet sie aber auch Gefühle, für dessen älteren Bruder Antonio. Ob sie sich irgendwann traut, ihm diese Gefühle zu gestehen?
Der Debutroman von Francesca Giannone über ihre Großmutter Anna hat mich unglaublich gefesselt. Anna, die sich anfangs in Lizzanello nicht wirklich wohl fühlt, fällt es schwer, Anschluss zu finden. Zu anders ist ihre Art und für die Dorfbewohner bleibt sie selbst nach 20 Jahren, die Fremde. Zu eingefahren sind die Gepflogenheiten im Ort und Anna wird immer misstrauisch beäugt. Doch sie kümmert sich nicht um das Gerede der anderen. Für mich ist Anna eine unglaublich starke Persönlichkeit und ihre Rolle hat mir sehr gut gefallen. Auch ihr Mann Carlo und der ältere Bruder Antonio waren mir sehr sympathisch. Während Carlo sehr an den alten Traditionen hing, war Antonio etwas moderner eingestellt.
Ich bin von der Geschichte sehr begeistert, da sie mir zeigt, wie wichtig Familie und Freundschaft sind und wie schön es ist, wenn man ohne Einschränkung füreinander da ist.
Ein wunderbares Romandebut, dass wirklich lesenswert ist.