Durchkreuzt

Mein Leben mit der Diagnose Krebs
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Buchprofile - Rezension
Ein Jesuit schildert, wie sich seine Krebserkrankung auf sein Leben und seinen Glauben auswirkt.
Mit 54 Jahren ereilt den Jesuiten Andreas Batlogg aus heiterem Himmel die Diagnose Darmkrebs. Auf einen Schlag platzen alle Vorhaben, eine sofortige Behandlung ist unerlässlich, die Krankheit beansprucht alle Kräfte und alle Gedanken - bis hin zur bohrenden Frage, ob vielleicht der baldige Tod bevorsteht. Es folgt ein viele Monate dauernder Behandlungsweg mit Bestrahlungen, Chemotherapie, Operationen. Ein Weg voller Ängste, Einbußen und Einschränkungen, die nicht nur den Leib schwächen, sondern auch zu seelischen Belastungen werden. Der Autor beschönigt hier nichts, auch gibt er ganz offen zu, dass vieles eher oberflächlich gehaltene fromme Gerede auf dem Prüfstand einer solchen Extremsituation nicht standhält. Und doch öffnet ihm die Krankheit auch die Augen für Neues, lässt ihn neue Perspektiven einnehmen und zeigt, was wirklich Trost spenden kann: menschliche Zuwendung, die nicht viele Worte macht, echte Freundschaften und nicht zuletzt der Glaube an einen liebenden Gott, der in Jesus Christus wirklich immer für uns da ist. Diese spirituelle Einsicht gewinnt freilich erst durch die durchlittene Realität hindurch ihre eigentliche Wahrheit. "Vielleicht reden wir Christen manchmal zu schnell von Auferstehung - und übergehen auf dem Weg zum Ostermorgen das, was ihm vorausging", schreibt Batlogg. Wirklich schonungslos schildert der Jesuit die Verletzlichkeit seines Leibes wie seiner Seele - und öffnet uns dadurch die Augen für unsere eigene Verletzlichkeit (und die unserer Mitmenschen). Gerade in der freimütigen Darstellung, die kein schlimmes Detail ausspart, geschieht eine befreiende und bereichernde Mit-Teilung von Krankheit und Leiden, die uns Leser/innen zu größerer Empathie gegenüber Kranken wie zum wacheren Bewusstsein der eigenen Endlichkeit befähigt, Ängste vor Leiden und Sterblichkeit zumindest ein Stück weit abbauen hilft, Trost und Ermutigung sein kann und ein gelassen und frei machendes Gottvertrauen vermittelt. (Religiöses Buch des Monats Mai)
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Artikelbeschreibung

Wie ein Ordensmann und Priester mit der Diagnose Krebs umgehtEine berührende Krankheitsgeschichte, die erzählt, was letztlich Halt gibtMit Jahresende 2017 sollte der Jesuit Andreas R. Batlogg nach siebzehn Jahren aus der Redaktion der Kulturzeitschrift "Stimmen der Zeit" ausscheiden, die er seit September 2009 als Herausgeber und Chefredakteur geleitet hatte. Ein Flug nach Tel Aviv war geplant, in Jerusalem wollte er den ersten Teil einer mehrmonatigen Sabbatzeit verbringen. Es kam anders. Alle Pläne wurden durchkreuzt. Ende September erhielt der Autor die Diagnose Darmkrebs. Chemotherapie und Bestrahlung begannen, gefolgt von einer schweren Operation Mitte Januar 2018. Zwei weitere Operationen waren notwendig. Wie geht ein Ordensmann und Priester mit der Diagnose Krebs um? Welche Sicherheiten geraten ins Wanken? Hilft Glaube? Was davon? Und wie? Welche Gebete werden wichtig? Welche Menschen begleiten den Weg?Diese und andere Fragen beantwortet der Jesuit in seinem Buch. Offen und ehrlich beschreibt er seine Krankheitsgeschichte, erzählt, was ihm in schweren Stunden Trost schenkte und warum Freunde zu einer wichtigen Stütze wurden. Tipp: Bekannter Publizist, Priester und JesuitFür den Umgang mit SchicksalsschlägenAuszeichnungen:Religiösen Buch des Monats Mai 2019

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