Es war einmal ein Land

Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet | SPIEGEL-Bestseller
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Buchprofile - Rezension
Liegt der Erfolg der AfD in Ostdeutschland an einer verfehlten Ostpolitik?
Im September dieses Jahres finden drei Landtagswahlen in den sogenannten Neuen Bundesländern statt. Im Vorfeld schauen viele auf das Abschneiden der AfD. Insbesondere in Sachsen-Anhalt wird befürchtet, dass die rechte Partei stärkste Kraft im Landtag werden könnte. Warum ist die demokratiefeindliche AfD gerade im Osten des Landes so stark? Hat sich die Bevölkerung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR 36 Jahre nach dem Ende des SED-Regimes bereits wieder von der Demokratie verabschiedet? Die erfolgreiche Journalistin und Buchautorin Jana Hensel beantwortet diese Frage mit einem "Ja". Für sie sind große Teile der Bevölkerung dort von links nach rechts gewandert. Um dies zu belegen, führte sie für ihre Recherchen verschiedene Interviews unter anderem mit Manuela Schwesig (SPD) aber auch Tino Chrupalla (AfD). Die Gründe für die Abkehr von der Demokratie seien demnach eine verfehlte Politik in den Transformationsjahren nach der Wende, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit durch Hartz IV und der im Osten starke Niedriglohnsektor. Eine Argumentationskette, die schlüssig und in einem angenehmen Schreibstil dargeboten wird und auch inhaltlich ihre Berechtigung hat. Einzig sie greift zu kurz: Fremdenhass, wie er der AfD-Politik inne ist, oder wie er sich in den Pegida-Demonstrationen gezeigt hat, erwächst nicht nur aus wirtschaftlicher Not oder fehlender politischer Repräsentation. Zudem befinden sich, wie in allen Teilen Deutschlands, unter den Wählern alle Bevölkerungsgruppen und somit viele Erstwähler. Auch die Schlussfolgerungen, dass wenig Hoffnung auf eine Umkehr bestünde und nur "Demokraten die Demokratie" (S. 249) noch retten könnten, lassen die Leser:innen ratlos zurück. Wer sich von der Demokratie verabschiedet hat, lässt sich in der Regel nicht mehr von demokratischen Argumenten überzeugen. – So bleibt das neueste Werk von Jana Hensel ein streitbarer Beitrag unter vielen Büchern zum Thema Ostdeutschland nach der Wende.
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Artikelbeschreibung

»Das Ende der Demokratie in Ostdeutschland wird kommen. Vielleicht ist es schon da. Wir sollten vorbereitet sein!«

In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun von immer mehr Ostdeutschen mächtig in Zweifel gezogen und droht damit, zu Ende zu gehen - die Demokratie in Ostdeutschland. Scharfsinnig beschreibt Hensel den langen Weg nach rechts, der für viele Ostdeutsche einmal links begann und durch eine wiedervereinte Bundesrepublik führt, die gerade selbst in der tiefsten Krise ihrer Geschichte steckt. Hensel scheut dabei nicht vor harten Wahrheiten zurück, reiht sich nicht in gängige Narrative über den Osten ein und zeigt einmal mehr, dass sie sich seit ihrem Spiegel-Bestseller »Zonenkinder« eine ganz eigene Perspektive und einen unverwechselbaren erzählerischen Ton bewahrt hat. Geschockt von der eigenen Erkenntnis nimmt sie uns mit auf eine Reise, an deren Ende sie eine Erklärung dafür zu finden hofft, wie es dazu kommen konnte, dass Demokratie für viele Ostdeutsche keine Option mehr ist.

Erscheint im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

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Personeninformation

Jana Hensel, geboren 1976, aufgewachsen in Leipzig, wurde 2002 mit ihrem Porträt einer jungen ostdeutschen Generation »Zonenkinder« schlagartig bekannt. Seither arbeitet sie als Journalistin und veröffentlichte zahlreiche Bücher, die zu SPIEGEL-Bestsellern wurden. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet und als Journalistin des Jahres für ihre Berichterstattung über Ostdeutschland geehrt. Sie ist für DIE ZEIT tätig und lebt in Berlin.

Pressestimmen

»'Es war einmal ein Land' ist der Titel eines echt guten Buches [...], nicht plakativ, nicht grell, nicht laut, sondern leise, voller Zwischentöne und deshalb so eindringlich.« Markus Lanz, ZDF ZDF Markus Lanz 20260212
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