Nord Stream

Wie Deutschland Putins Krieg bezahlt | SPIEGEL-Bestseller
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Buchprofile - Rezension
Deutschland zahlt durch Nord Stream indirekt Putins Krieg in der Ukraine.
Die Investigativjournalisten Steffen Dobbert und Ulrich Thiele fassen das „heiße Eisen“ Nord Stream an und verwendet deutliche Worte wie „Wie deutsche Politiker Putins Komplizen wurden“. Ihre Erkenntnisse aus Insiderquellen über wichtige Personen des Nord-Stream-Skandals lassen für sie nur das eine Ergebnis zu, dass Deutschland Putins Krieg „bezahlt“. Seit 2014 sind es mehr als 104 Mrd. Euro, damit sind russische Militärausgaben zu einem Drittel gedeckt. Andererseits fließen hohe Geldsummen aus Russland zu deutschen Behörden, Kultureinrichtungen, Sportvereinen, Journalisten und vor allem zur landeseigenen Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern (mehr als 200 Millionen Euro), die damit zum verlängerten Arm des Kremls wird. Skandalös ist auch, wie Behörden unvorsichtigerweise geheime Sicherheitsdaten der NATO an Russland weitergeben. Für die Baugenehmigung müssen Standorte, Waffensysteme, Koordinaten an Gazprom weitergegeben werden. Vor allem die Ukraine hat unter den Auswirkungen des Deals zu leiden. Das Bundeskanzleramt sieht aber keine Probleme und ignoriert die Gefahr, dass Russland in die Ukraine einmarschiert, wenn die dortigen Gasleitungen nicht mehr gebraucht werden. – Die Autoren kommen nach ihren dreijährigen aufsehenerregenden Recherchen zu ihrer Einschätzung, dass Nord Stream ein historischer Fehler war, der zu deutscher Abhängigkeit von russischem Gas, zur Spaltung Europas und zur „Rekolonialisierung“ der Ukraine führte. Ein brisantes, fesselndes Sachbuch mit vielen Hintergrund- und Geheiminformationen, das mit der nicht geklärten Sprengung der Pipeline endet.
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Artikelbeschreibung

SPIEGEL-Bestseller

Die Wahrheit hinter Nord Stream und wie deutsche Politiker zu Komplizen Putins wurden.

»Ihr Buch ist nicht nur ein wichtiges Dokument der Naivität, groben Fahrlässigkeit und Korruption, sondern auch eine journalistische Meisterleistung.« Y. Landenberger, taz

Nord Stream 2 ist Teil des russischen Angriffskrieges in Europa. Die Erfolgsmethoden: ein mächtiges Netzwerk und strategische Korruption. Deutsche Behörden hintergehen die Bundeswehr und geben geheime NATO-Daten an Gazprom weiter. SPD-Ministerpräsidenten stellen sich in den Dienst des russischen Kriegstreibers. Erstmals porträtieren die Autoren alle wichtigen Personen der Affäre und decken die geheimen Machenschaften des Kremls auf.

Jahrelang kämpft die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern für den Bau der russischen Ostsee-Pipeline und stellt sich in den Dienst Putins. Ungestört baut Gazprom in Deutschland ein korruptives Netzwerk auf. Steffen Dobbert und Ulrich Thiele enthüllen besorgniserregende Zusammenhänge: Warum fließen 200 Millionen Euro aus Moskau an die deutsche Ostseeküste? Weshalb gibt eine deutsche Behörde geheime NATO-Daten an Gazprom weiter? Wieso ignoriert die Bundesregierung ukrainische Warnungen vor einer Kriegseskalation? Und sie zeigen, wie dutzende Volksvertreter sich für die Energieaußenpolitik Putins einsetzen, wie ein Ex-Spion der DDR einen folgenschweren Deal mit Gerhard Schröder und Manuela Schwesig verabredet und wie ein geheimes Schiff in der Ostsee an der Fertigstellung der Pipeline arbeitet. Sie entlarven die Strategien, mit denen Putin die EU spaltet, die Ukraine schwächt und Entscheidungsprozesse in Demokratien manipuliert.

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Personeninformation

Steffen Dobbert, geboren in Wismar, ist seit 2007 als Autor und Redakteur für DIE ZEIT tätig. 2017 wurde er mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet. 2022 veröffentlichte Klett-Cotta »Ukraine Verstehen: Geschichte, Politik und Freiheitskampf«.

Ulrich Thiele, geboren 1990, war Mitarbeiter beim Politmagazin Cicero. Seit Juni 2023 ist er Reporter beim Business Insider. Seine Recherchen über Nord Stream 2 ergaben, dass die Klimastiftung in Mecklenburg-Vorpommern 10 Millionen Euro Schenkungsteuer für eine Gazprom-Zuwendung schuldig war. Er enthüllte zudem, dass eine Finanzbeamtin die Steuererklärungen im Kamin verbrannt hatte.

Pressestimmen

»Das Buch von Steffen Dobbert und Ulrich Thiele ist ein wichtiger Beitrag zur nötigen Aufklärung.« Reinhard Veser, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. März 2025 Reinhard Veser FAZ 20250311
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