Sanditz

Roman | Das große Epos der Nachwendezeit: »Rietzschel ist eine der wichtigsten jungen Stimmen Ostdeutschlands.« Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Buchprofile - Rezension
Die deutsch-deutsche Geschichte in einem starken Nachwenderoman.
Auf Sand gebaut: Die fiktive Kleinstadt Sanditz in Lukas Rietzschels Gesellschaftsroman ist das Ergebnis der staatlich angeordneten DDR-Umsiedlungspolitik. Der Braunkohletagebau in der Lausitz entwurzelt große Teile der Bevölkerung. Trotz großspuriger Versprechen findet die Familie Wenzel, deren Leben man zwischen den 1970er Jahren und der Gegenwart über drei Generationen verfolgt, in Sanditz weder eine Schule noch einen Laden oder einen Bahnhof vor. Wie wird man also heimisch – und welche Heimat kann überhaupt ein Land bieten, dessen Ideologie auf Überwachung basiert, dessen Mangelwirtschaft erodiert und dessen Staatssystem durch Widerstandsbewegungen allmählich ausgehöhlt wird? Und wem fühlt man sich in der Zeit des Strukturwandels zugehörig, wenn nach der Wende „nicht einmal die Zukunft“ auf einen wartet? Realistisch, bildstark und aus wechselnden Perspektiven erzählt, scheut der Autor nicht die Auseinandersetzung mit Ost-West-Klischees. Vielmehr verleiht er ihnen eine überzeugende, individuelle Note, indem er sie in den Biografien, Hoffnungen und Verlusterfahrungen seiner Protagonisten aufscheinen lässt. So stellt sich Maria, die zum Studium nach Kassel zieht, ihren Kommilitonen im breitesten Sächsisch konsequent als „Mandy aus dem Osten“ vor. Zurück in Sanditz erlebt sie dann als junge Lokaljournalistin, dass in den westdeutschen Medien nur Beiträge über „AfD oder Wölfe“ eine Chance auf Veröffentlichung haben. So verlegt Marias Vater Roland in den 1990er Jahren auf den Baustellen in Frankfurt am Main zusammen mit dem vor dem Jugoslawienkrieg geflohenen Lavro Fußbodenheizungen, als sich bei einem Überfall die latente Homophobie und Ausländerfeindlichkeit des vermeintlich so toleranten Westens brutal gegen sie wendet. Und so lässt der aus dem Sauerland zugezogene Sparkassenchef die neue Bankfiliale und sein Haus in Sanditz ausgerechnet aus Granit bauen – die westdeutschen Eliten sind offensichtlich gekommen, um zu bleiben. Klare Leseempfehlung!
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Artikelbeschreibung

Das große Epos unserer Gegenwart

Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel.

Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten - vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie.

Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit.

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Personeninformation

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman 'Mit der Faust in die Welt schlagen' (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman 'Raumfahrer'. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gellert-Preis, dem Sächsischen Literaturpreis und dem Literaturpreis "Text & Sprache".

Pressestimmen

Der opulente Roman 'Sanditz' ist ein farbenprächtiges ostdeutsches Märchenbuch. (...) So ist vom Osten Deutschlands wohl noch nie erzählt worden. Andreas Knebl Buchkultur 20260401
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