»In mir tobt und brodelt stets etwas Gefährliches«

Das Leben der Elsa Asenijeff - »Die weibliche Stimme der Lust« (FAZ)
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Buchprofile - Rezension
Erzählende Biografie über eine feministische Pionierin der Jahrhundertwende, die Schriftstellerin und Geliebte des Künstlers Max Klinger: Elsa Asenijeff (1867-1941).
Margret Greiner holt die Schriftstellerin Elsa Asenijeff (1867-1941) aus der Vergessenheit. Als Elsa in Wien die Schule mit einem Abgangszeugnis verlässt, das einem Jungen eine Uni-Karriere eröffnet hätte, beschließt sie Lehrerin zu werden – Ende des 19. Jh. die einzig mögliche Ausbildung für Frauen. Doch der plötzliche Tod des Vaters zwingt sie zu einer Versorgungsehe (auch für den Rest der Familie) mit dem Ingenieur Ivan Johannis Nestoroff aus Bulgarien. Doch Elsa langweilt sich in Sofia und hat Heimweh nach Wien. 1885 packt sie ihre Koffer zum Studium in Wien, um Schriftstellerin zu werden. Ihre Antwort auf die „Frauenfrage“ ihres Professors in Nationalökonomie ist die Berufstätigkeit der Frau. Damit eröffnet sie ihr schriftstellerisches Thema zur weiblichen Selbstfindung. Mit ihrem Geschichtenband „Sehnsucht“ beschreibt sie eine Frau, die nicht mehr Objekt, sondern Subjekt ihrer Lust ist. Damit macht sie den Bildhauer Max Klinger auf sich aufmerksam. Sie wird seine Geliebte und steigt in die Künstlerzirkel Wiens auf. – Margret Greiner holt mit ihrer erzählenden Biografie wieder ein außergewöhnliches Frauenleben (zul. BP/mp 22/1039) aus der Wiener Moderne ans Licht. Sehr empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Elsa Asenijeff (1867-1941) stammte aus einer bürgerlichen Wiener Familie. Nach dem Tod des Vaters heiratete sie gezwungenermaßen einen ungeliebten, aber nicht unvermögenden Mann. Mit seiner Unterstützung beginnt sie als eine der ersten Frauen in Leipzig zu studieren: Philosophie und Psychologie. Daneben veröffentlicht sie Gedichte, Essays und Erzählungen. 1897 lernt sie den Künstler Max Klinger kennen - der Beginn einer leidenschaftlichen Beziehung. Das glamouröse Paar steht im Zentrum intellektueller und künstlerischer Zirkel. Asenijeff unterstützt die jungen expressionistischen Schriftsteller, unter ihnen Franz Werfel. Sie selbst feiert literarische Erfolge mit ihren Gedichten und Erzählungen um das Thema der weiblichen Selbstfindung und Selbstschöpfung. Sie fordert die Autonomie weiblichen Begehrens in Erotik und Sexualität. Doch als Max Klinger sie für eine 16-Jährige verließ, geriet sie in wirtschaftliche Not, wurde kurzzeitig verhaftet, als Querulantin, Männerfeindin, Verfasserin anstößiger Bücher an den Pranger gestellt, schließlich entmündigt. Sie verbrachte die letzten zwanzig Lebensjahre bis zu ihrem Tod 1941 in psychiatrischen Kliniken und Versorgungsanstalten. Mit ihrer ersten umfassenden Biografie gelingt es Margret Greiner, Elsa Asenijeff aus der Vergessenheit zu holen. Die Autorin lädt dazu ein, in das aufregende Leben dieser frühen Feministin einzutauchen.

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Personeninformation

Margret Greiner studierte Germanistik und Geschichte in Freiburg und München. Viele Jahre arbeitete sie als Lehrerin und Journalistin. In ihren erzählten Biografien hat sie sich immer wieder mit außergewöhnlichen Frauenleben beschäftigt, u.a."Auf Freiheit zugeschnitten. Emilie Flöge: Modeschöpferin und Gefährtin Gustav Klimts", "Margaret Stonborough-Wittgenstein. Grande Dame der Wiener Moderne", "Mutig und stark alles erwarten. Elisabeth Erdman-Macke - Leben für die Kunst". Margret Greiner lebt in München.

Pressestimmen

»Das facetttenreiche Leben einer frühen Feministin beleuchtet Margret Greiner in bildhaftem und fesselndem Stil.« Leipziger Volkszeitung
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