Der Kampf in den Köpfen

Wie TikTok, Instagram & Co unsere Kinder manipulieren | "So verständlich wie eindringlich." tageszeitung
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Buchprofile - Rezension
Sozialisation Heranwachsender im Zeitalter von TikTok und Co.
Bildungsforscherin Nina Kolleck erklärt in diesem Buch, wie digitale Sozialisation im Zeitalter von Social Media funktioniert. „Wie verändert die Logik digitaler Plattformen, wie junge Menschen fühlen, denken und sich selbst sehen?“ Und was bedeutet das für die Zukunft unserer Gesellschaft? Diesen Fragen geht sie auf Grundlage von Studien, eigenen Erhebungen und vielen Gesprächen in fünf Kapiteln nach: im ersten fragt sie, wie Identität und Selbstwahrnehmung junger Menschen geformt werden und welchen Einfluss Erziehung und Bildung darauf haben. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit Bindung und sozialen Beziehungen, dem Fundament, ohne das kein Mensch existieren kann. Was passiert, wenn Nähe digitalisiert wird? Im dritten Kapitel beschreibt Kolleck, wie sich die digitalen Reize im Gehirn auswirken, im vierten die Vor- und Nachteile des digitalen Aktivismus und im fünften Kapitel zeigt sie, was Familien, Schule und Politik konkret tun können, um junge Menschen in die digitale Welt zu begleiten. Dabei spricht sie sich gegen Verbote aus, weil sie die Jugendlichen nicht zu einem reflektierten Umgang mit der digitalen Welt befähigen. Das anschaulich geschriebene, fundierte Buch wirkt Vorurteilen entgegen und ist sehr empfehlenswert für alle, die mit jungen Menschen zu tun haben und sich für ihre Lebenswelt interessieren.
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Artikelbeschreibung

Soziale Medien verändern das Aufwachsen heute radikaler, als viele ahnen. Denn TikTok & Co übernehmen Funktionen, die einst Familie und Schule vorbehalten waren; sie sind längst zu mächtigen Sozialisationsinstanzen geworden, über die Kinder und Jugendliche lernen, die Welt zu deuten: Nina Kolleck erklärt, wie sich Bindungen verändern, wenn Likes über Anerkennung entscheiden, und wie die Suche nach Gemeinschaft zwischen Freunden und Followern trotz Dauerverbindung in Einsamkeit münden kann. Sie macht anschaulich, warum Teenager riskante Challenges lieben; wie digitale Nähe stärkt und zugleich neue Zwänge erzeugt - und wie selbst scheinbar harmlose Posts politisieren und unbemerkt Radikalisierungsdynamiken anstoßen, die unsere Demokratie ernsthaft gefährden. Dieses Thema geht uns alle an: Wir müssen die Mechanismen von Social Media verstehen, um unsere Kinder zu schützen. Von den Familien über die Bildungsinstitutionen bis hin zur Politik macht Nina Kolleck Wege sichtbar, wie wir die Kontrolle zurückgewinnen können.

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Personeninformation

Nina Kolleck ist Bildungsforscherin, Politikwissenschaftlerin und seit 2023 Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam. Zuvor hatte sie Professuren in Aachen, an der FU Berlin und in Leipzig inne. Für ihre innovative Forschung wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem vom Europäischen Forschungsrat und von der Max-Planck-Gesellschaft.

Pressestimmen

Ein sehr interessantes Buch ... ein krasser Befund. Markus Lanz, Podcast Lanz + Precht
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