Volkstheater Bad Endorf
Rupert, der Geradlinige
„Pater Rupert Mayer“ wird ab Pfingstmontag, 25. Mai, im Volkstheater Bad Endorf gespielt – zum dritten Mal, aber mit gezielten Änderungen.
Das Stück legt einen Schwerpunkt auf das karitative Wirken Pater Rupert Mayers. Foto: © Theatergesellschaft Bad Endorf e. V.
Die Theatergesellschaft Bad Endorf möchte heuer ein Zeichen für Menschenwürde setzen. Deshalb bringt sie „Pater Rupert Mayer“ auf die Bühne – zum dritten Mal nach 1992 und 2003 – und passenderweise zum 150. Geburtstag des „Apostels Münchens“.
Die Spielleiter Franziska Deindl und Werner Hofmann haben Hubert Bombas Stück dazu überarbeitet. „Wir haben in der heutigen Zeit, in der die Judenfeindlichkeit wieder zunimmt, die Reichspogromnächte hervorgehoben“, erläutert Hofmann – obwohl kaum bekannt ist, inwieweit der NS-Widerstandskämpfer auch Juden geholfen hat.
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Das Menschliche an Pater
Rupert Mayer herausgearbeitet
Die Darstellung Mayers hat sich im Vergleich zu früheren Aufführungen ebenfalls verändert: Zum einen wird ein Schwerpunkt auf sein karitatives Wirken gelegt. Zum anderen wird auch gezeigt, was in dem Seligen vorgeht: „Wir haben versucht, alles Menschliche an Pater Rupert Mayer – auch seine inneren Konflikte – stärker herauszuarbeiten“, betont Hofmann.
Darum steht Mayer am Ende des Stücks gleich zweimal auf der Bühne – in Gestalt von Gerhard Feichtner, der ihn an seinem Lebensende mimt, und von Markus Krug, der ihn während seiner aktiven Jahre verkörpert. Die beiden diskutieren, wie er die Untätigkeit aushalten könne, die ihm während seiner Internierung im Kloster Ettal aufgezwungen wird: „Du könntest so viel tun!“, sagt der jüngere Mayer vorwurfsvoll zum älteren. „Gott hat mich hierher geführt! Soll ich diese gerade Linie, die ich seit Jahr und Tag mit der Gnade Gottes eingehalten habe, nun durch eigenmächtiges Vorgehen gewaltsam unterbrechen?“, entgegnet der Angesprochene und beginnt – wie an anderen Schlüsselstellen des Stücks –, sein Lieblingsgebet zu sprechen: „Herr, wie du willst, so soll mir gescheh’n …“
Hofmann hofft, dass Mayers Person und seine Originalworte, mit denen Feichtner wie ein Erzähler durch die Szenen führt, die Zuschauer berühren und „zum Widerstand gegen Kräfte ermutigen, die nicht den christlichen Wertevorstellungen entsprechen“.



