Rituale
28.11.2025

Fragen und Antworten zum Christbaum

Der Christbaum wird immer früher aufgestellt. Für viele darf er bereits in der Vorweihnachtszeit im Wohnzimmer nicht fehlen. Woher kommt aber die Christbaum-Tradition? Und hat sie in Zeiten des Klimawandels überhaupt eine Zukunft?
    

Foto: © AdobeStock - Syda Productions

Woher kommt die Christbaum-Tradition?

Christbäume mit ihren immergrünen Zweigen sind Symbole neuen Lebens in der düsteren Winterzeit. Einen genauen Beginn kann man nicht festlegen: Lorbeer- und Tannenzweige wurden schon bei den Römern zum Jahreswechsel angebracht, um sich gegen Krankheit oder böse Geister zu schützen. Im Mittelalter bestand vielerorts der Brauch, zu bestimmten Festlichkeiten Bäume zu schmücken wie zum Beispiel den Maibaum oder den Richtbaum. Zu Weihnachten wurden in manchen Kirchen Paradiesspiele aufgeführt und Paradiesbäume mit Äpfeln aufgestellt, weil der 24. Dezember der liturgische Gedenktag Adams und Evas war.

Wann wurden die ersten Christbäume aufgestellt?

Da gibt es unterschiedliche Erkenntnisse: Laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald stammt die erste Erwähnung eines Christbaumes aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft soll damals einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt haben, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Der erste geschmückte Weihnachtsbaum soll 1510 in Riga auf einem öffentlichen Platz aufgestellt worden sein. Aber auch aus Straßburg gibt es Hinweise, dass die Zünfte zur selben Zeit einen immergrünen Baum in die Zunfthäuser brachten.

Lange blieben Christbäume in Häusern den wohlhabenden Kreisen vorbehalten. Da die katholische Kirche den Weihnachtsbaum lange Zeit als heidnischen Brauch ablehnte, setzte sich dieser Brauch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in allen gesellschaftlichen Schichten durch. Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts nahmen die Tradition mit nach Amerika, von wo aus sie sich über die ganze Welt verbreitete. Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen. 1882 wurde der erste Christbaum mit elektrischer Beleuchtung in Amerika aufgestellt.

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Wie viele Christbäume werden in Deutschland verkauft?

2024 wurden fast 30 Millionen Bäume verkauft. Rund die Hälfte der deutschen Haushalte hat einen Christbaum. Auch Kaufhäuser, öffentliche Einrichtungen, Fußgängerzonen und Weihnachtsmärkte wollen nicht auf Christbäume verzichten. Die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu. Der Online-Weihnachtsbaumverkauf wächst kontinuierlich.

Woher stammen die meisten Christbäume?

Die meisten der verkauften Christbäume stammen nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aus der Bundesrepublik. Ca. fünf Prozent davon werden im Rahmen der Waldpflege direkt aus dem Wald entnommen, der allergrößte Teil stammt aus Christbaumplantagen. Ein Trend zur Regionalität ist erkennbar: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.

Importiert Deutschland auch Bäume?

Der Importanteil geht kontinuierlich zurück. Die meisten importierten Bäume stammen aus Dänemark, insbesondere die großen Tannen. Zugleich exportiert Deutschland insgesamt etwa eine Million Christbäume, vor allem in die Schweiz, nach Frankreich, Österreich und Polen.

Wie hoch ist der Anteil der Plastik-Bäume?

Der Trend zum Plastikbaum steigt. Bisher wurde die Plastiktanne vor allem in Geschäften und Restaurants aufgestellt, da sie im Schnitt mindestens sechs Wochen durchhalten müssen. Inzwischen sind im privaten Bereich die Christbäume zu etwa 12 Prozent künstlich.

Wie groß sind die Anbauflächen in Deutschland?

Die Anbaufläche schwankt zwischen 30.000 und 50.000 Hektar. Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche. Die Hochburg des deutschen Christbaumanbaus ist das Sauerland mit rund 12.500 Hektar. Bundesweit sind zwischen 2.000 und 4.000 Produzenten haupt- oder nebenerwerbsmäßig mit dem Anbau beschäftigt. Die Christbaumproduktion sichert nach Angaben der Schutzgemeinschaft rund 8.200 Dauer- und 7.500 Saisonarbeitsplätze. Rechnet man mit einem Durchschnittspreis von 20 Euro pro Baum, beträgt der jährliche Umsatz der Branche fast 700 Millionen Euro.

Wie lange müssen die Bäume wachsen?

Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren. Oft wird zumindest in den ersten Jahren mit umweltschädlichen Dünge-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln gearbeitet. Die Zahl der mit Bio-Siegeln zertifizierten Plantagen nimmt allerdings zu.

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Welche Baumarten sind die beliebtesten Christbäume?

Die Nordmanntanne ist mit fast 80 Prozent der mit Abstand beliebteste Baum. Dann folgen die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit 7 Prozent und die Edeltanne/Nobilistanne mit 3 Prozent. Das Saatgut für die Nordmanntanne wird vor allem aus Georgien importiert.

Wie viel kostet ein Christbaum?

Die Preise steigen nach Angaben der Christbaumerzeuger in 2025 nur leicht. Ausgesucht schöne Nordmanntannen werden zwischen 23 und 30 Euro pro laufenden Meter kosten. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 15 bis 19 Euro und die Fichte bei 12 bis 16 Euro.

Wie hält man den Christbaum möglichst lange frisch?

Experten empfehlen, den Baum nach dem Kauf im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer kühlen Garage aufzubewahren. Um das Austrocknen zu verhindern, sollte man ihn in einen Eimer Wasser stellen. Am besten ist es, den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen, damit die Äste sich wieder in die richtige Position stellen. Ein etwa 2 m hoher Christbaum benötigt bis zu 2 Liter Wasser am Tag. Deshalb sollten Baumständer mit Wasservorrat gewählt werden. Ideal ist es, den Baum vor dem Aufstellen noch einmal frisch anzuschneiden.

Können trockene Sommer bzw. Frost den Christbäumen schaden?


Die Schäden durch Hitze und Frost sind regional sehr verschieden. Verluste wurden bislang aus dem Osten von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeldet. Der Verein Bayerische Christbaumanbauer hat für 2025 bis zu 40 Prozent Verlust bei jungen Pflanzen gemeldet. Kommen jetzt normale Jahre mit ausreichend Niederschlägen, werden Christbäume erst in einigen Jahren knapp. Bleibt es weiterhin zu trocken, werden die Schäden zu minderen Qualitäten führen und Nachpflanzungen werden fast unmöglich. 

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KNA
Artikel von KNA
Katholische Nachrichten-Agentur
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