Uschi Dämmrich von Luttitz: Moderatorin mit Mission
Uschi Dämmrich von Luttitz ist in Bayern als Fernsehmoderatorin bekannt. Ehrenamtlich engagiert sie sich für das Internationale Katholische Missionswerk missio München. Für ihre „glaubwürdige Unterhaltung und gelebte Verantwortung“ hat sie den Bayerischen Verdienstorden erhalten.
Uschi Dämmrich von Luttitz in einem missio-Projekt in der Nähe der indischen Stadt Ahmedabad. Foto: © missio München
Mit Menschen zu teilen, die weniger besitzen als sie selbst, ist Uschi Dämmrich von Luttitz seit ihrer Kindheit gewohnt. Noch heute sind der Fernsehjournalistin und Moderatorin die Weihnachtsbescherungen im Haus ihrer Großtante in Erinnerung, bei der sie im Münchner Stadtteil Sendling-Westpark aufwuchs. Uschi bekam jedes Jahr mehr Geschenke als deren Enkelin Marion. Deshalb gab sie Marion, angeleitet von Mutter und Großtante, immer einige Päckchen ab – für die reicher Bedachte eine Selbstverständlichkeit. „Da habe ich keine Sekunde daran gezweifelt, dass das das Richtige ist“, sagt sie rückblickend. „Ich glaube, jeder hat den Auftrag zu handeln, auch in seinem Umfeld. Es kann doch jeder jeden Tag etwas bewegen.“
„Handeln statt Hände in den Schoß“ – Uschi Dämmrich von Luttitz über Glauben,
Familie und Verantwortung
Zum Handeln fühlt sich die katholische Christin auch durch ihren Glauben „angestachelt“, wie sie sagt: „Der göttliche Auftrag lautet nicht: Legt eure Hände in den Schoß! Der göttliche Auftrag lautet: Handelt!“ Schließlich geht sie davon aus, „dass uns eines Tages die Frage gestellt wird: Hast du in erster Linie nur an dich selber gedacht oder freundlicherweise auch an die anderen? Und ehrlich gesagt käme ich mir schon besonders blöd vor, wenn ich dann sagen müsste: Ich hab in erster Linie nur an mich selber gedacht“, gibt sie mit bairischem Zungenschlag zu.
Dazu dürfte es jedoch kaum kommen. Nicht zuletzt deshalb, weil Dämmrich von Luttitz seit einigen Jahren das Internationale Katholische Missionswerk missio München als Projektpatin und Botschafterin unterstützt. „Ich war immer kirchlich engagiert“, sagt die BR-Moderatorin. So war sie regelmäßig Lektorin bei den Frühmessen im Internat der Armen Schulschwestern in Garmisch-Partenkirchen, in dem sie sieben Jahre lebte, „weil ich einfach gut vortragen konnte“.
Uschi Dämmrich von Luttitz: „Ich fühle
mich ungeheuer wohl in Kirchen“
In Gotteshäuser geht Dämmrich von Luttitz nach wie vor gern. „Ich fühle mich ungeheuer wohl in Kirchen“, sagt sie. Zum Beispiel kürzlich in Schliersee: Eigentlich wollte sie sich dort die Seeprozession anschauen, doch die entfiel wegen schlechten Wetters. Bis zum Beginn des Festgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Sixtus hatte sie noch reichlich Zeit, den Kirchenraum auf sich wirken zu lassen. „Da mag ich dann wirklich allein drin sein. Hinterher, wenn alle drin sind, die ganzen Trachtengruppen, auch schön, aber wenn ich in so einer Kirche allein bin, das ist wunderbar, weil mich da eine ungeheure Ruhe befällt. Da gehe ich raus und bin irgendwie für den ganzen Tag in eine andere Stimmung versetzt“, beschreibt die Diplompsychologin die Wirkung, die eine leere Kirche auf sie ausübt.
Besonders wichtig ist ihr der Kirchenbesuch am Sonntag. „Für mich hat der Sonntag, der erste Tag der Woche, eine große Bedeutung“, betont die Katholikin. So sei sie eine Zeitlang jede Woche von ihrem Wohnort Weyarn aus eine Dreiviertelstunde nach München gefahren, um in der Jesuitenkirche St. Michael in den Gottesdienst zu gehen. Und wenn ihr heute mal die Zeit für den sonntäglichen Kirchgang fehlt, dann feiert sie die heilige Messe über den Internet-Livestream aus dem Münchner Dom mit.
Diese Wertschätzung des Sonntags möchte sie nun an ihre Enkel weitergeben: Gemeinsam mit den Zwillingen ihres Sohnes Constantin lauscht sie zum Beispiel am Samstagnachmittag um 15 Uhr den Kirchenglocken, die in ihrem Ort den Sonntag einläuten, und erklärt den Kleinen deren Bedeutung.
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Bayerischer Verdienstorden für Uschi Dämmrich von Luttitz: Engagement für Kinder
und missio München
Kinder sind für die zweifache Mutter und dreifache Großmutter überhaupt „der größte Schatz, den wir haben“. Dämmrich von Luttitz sagt: „Sie sind das kostbarste Gut auf Erden. Sie sind unsere Zukunft und es geht darum, Kinder auf ihrem Lebensweg zu unterstützen.“ Die wahren Geschenke des Lebens seien, wenn Kinder einen anschauen, wenn sie lachen. „Das begreifen viele Leute nicht. Die denken, Geschenke seien Brillanten und Diamanten.“
Begegnungen mit Kindern sind es auch, die Dämmrich von Luttitz von ihren Reisen mit dem Hilfswerk missio München im Gedächtnis geblieben sind. Nach Äthiopien haben sie geführt, nach Indien und auf die Philippinen. Sie denkt etwa daran, wie sie ein kleiner Junge beim Abschied vom Waisenhaus St. Clare im äthiopischen Harar zu sich herangezogen und sie umarmt hat. Oder wie Internatsschülerinnen in Indien ihr die schön geschriebenen Schulhefte gezeigt haben. Oder wie ihr Kinder auf den Philippinen sagten, dass sie sie gern zur Mutter hätten.
Überwältigt hat sie auch die Freigiebigkeit der Kinder und Jugendlichen in diesen Ländern. Zum Beispiel haben ihr Mädchen auf den Philippinen einen kleinen Stoffpandabären geschenkt, der jetzt einen festen Platz in ihrem Schlafzimmer hat.
Zu ebenso großzügigem Handeln möchte Dämmrich von Luttitz besonders die wohlhabenden Menschen in ihrem Umfeld bewegen, damit die Projekte von missio München weiter bestehen und ausgebaut werden können. Im vergangenen Winter lud sie deshalb beispielsweise gemeinsam mit dem Hilfswerk zu einem „Äthiopien-Abend“ ein, bei dem Spenden für die Waisenkinder in Harar gesammelt wurden.
Diesen Sommer ist die Fernsehmoderatorin für ihre „glaubwürdige Unterhaltung und gelebte Verantwortung“ mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Für sie eine „Bestätigung für das, was ich mit Freude und aus Überzeugung und aus der Tiefe meines Herzens mache“.



