Fragen und Antworten zum
heiligen Laurentius
Der heilige Laurentius: Sein Gedenktag am 10. August prägt Brauchtum, Sternschnuppen-Nächte – und die Rebsorte Sankt Laurent, die zu dieser Zeit zu reifen beginnt.
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Wer war der heilige Laurentius?
Der Märtyrer Laurentius soll am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein. Dabei soll der Heilige einerseits Tränen über die Sünden seiner Mitmenschen vergossen haben. Andererseits berichtet die Legende von einem unter Qualen lachenden Laurentius: Er soll dem Henker befohlen haben, ihn auf dem Feuer zu wenden. Seitdem gilt Laurentius als Nothelfer für Brandverletzte und Fieberleidende sowie als Patron der Feuerwehrleute, Köche, Bäcker, Glasbläser und Köhler. Außerdem soll er vor den Qualen des Fegefeuers bewahren.
Realistisch sind Berichte, nach denen Laurentius als einer der sieben Diakone in Rom für die Finanzen und die Armenfürsorge zuständig war. Nachdem Kaiser Valerian von ihm vergeblich die Herausgabe von kirchlichen Gütern verlangt hatte, wurde er hingerichtet. Laurentius wurde zu einem der meistverehrten Heiligen. Über seinem Grab ließ 330 Kaiser Konstantin in Rom die Kirche S. Lorenzo fuori le mura errichten. In der Krypta ruhen seine Gebeine zusammen mit denen des Stephanus. Die beiden gelten als die Erzmärtyrer.
Welches Brauchtum geht auf Laurentius zurück?
Nach dem Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn am Laurentiustag 955 verbreitete sich der Kult um den Märtyrer noch stärker. Das Haupt von Laurentius lag bis zum Ausgang des Mittelalters in Mönchengladbach, nun ruht es im Vatikan. Der Laurentius-Tag erhielt darüber hinaus eine wichtige Bedeutung im Brauchtum. "Laurentiusbrot" wurde gesegnet und an Arme, oft auch an das Vieh, verteilt. "Laurenzilorbeer", die oft meterhohe, gelbblütige Goldrute, gilt als Heilmittel.
Im Bauernkalender ist Laurentius als erster "Herbstbruder" angeführt, der den Beginn des Anbaus der Feldfrüchte des Herbstes ankündigt. Dem Laurentiustag wurde auch Bedeutung für die Wettervorhersage zugemessen. "Laurentius im Sonnenschein, / wird der Herbst gesegnet sein", heißt es.
Was sind die Laurentius-Tränen?
Der August ist die beste Zeit für Sternschnuppen. Das hat damit zu tun, dass die Erde um diese Zeit jedes Jahr die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt und dabei in die winzig kleinen Trümmer rast, die der Komet auf seiner Bahn um die Sonne hinter sich gelassen hat. Das Material tritt in die Erdatmosphäre ein, verglüht und lässt die Luft aufleuchten.
Sternschnuppen treten in der Regel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - das sind 216.000 Kilometer pro Stunde. Die kleinen Gesteinsbrocken verglühen in 80 bis 300 Kilometer Höhe. Die Himmelsfunken scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, daher die Bezeichnung Perseiden. Im Volksmund werden sie auch als "Tränen des Laurentius" bezeichnet, weil sie um den Namenstag dieses populären Heiligen am 10. August zu sehen sind.
Wer in 2025 Laurentius-Tränen am Himmel bewundern möchte, der tut das am besten am Mittwoch, 13. August, gegen drei Uhr in der Früh. Die Morgenstunden des 13. August bieten vor Einsetzen der Dämmerung die besten Chancen auf zahlreiche Sternschnuppen. Auch in den Morgenstunden des 14. August rechnen Experten mit überdurchschnittlich vielen Laurentius-Tränen am Himmelszelt.
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Welcher Wein trägt den Namen des Heiligen?
Die Rebsorte Sankt Laurent geht sehr wahrscheinlich auf den Heiligen Laurentius zurück. Um dessen Gedenktag am 10. August herum beginnt die Reifung der Sankt Laurent Trauben. Sankt Laurent ist vermutlich eine natürliche Kreuzung aus Pinot Noir (Spätburgunder) und einer unbekannten Sorte. Die Rotwein-Sorte ähnelt stilistisch dem Pinot Noir, ist aber kräftiger. Sankt Laurent ist besonders in Österreich verbreitet. Sie spielt auch in Tschechien und Deutschland (vor allem in der Pfalz und in Rheinhessen) eine Rolle. (kna/ph)



