Vorweihnachtszeit: Fragen und Antworten zum Advent
Die Adventszeit ist für viele Menschen eine ganz besondere Phase im Jahr – geprägt von Kerzenschein, Plätzchenduft und besinnlicher Stimmung. Doch was bedeutet Advent eigentlich genau? Woher kommen Adventskranz und Adventskalender? Und warum spielt die Farbe Violett eine so wichtige Rolle? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Advent und die Vorweihnachtszeit.
Ein Adventskranz begleitet durch die Vorweihnachtszeit. Foto: © vulcanus/AdobeStock
Was bedeutet Adventszeit?
Der Begriff Advent stammt aus dem Lateinischen „adventus“ und bedeutet „Ankunft“. In der christlichen Tradition ist der Advent die Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft Jesu Christi, die an Weihnachten gefeiert wird. In den Gottesdiensten werden oft Texte aus dem Alten Testament gelesen, die die Ankunft des Erlösers ankündigen. Die Adventszeit ist damit eine Zeit der Erwartung, der Besinnung und der Hoffnung.
Wie lange dauert der Advent?
Die Adventszeit beginnt immer am vierten Sonntag vor dem 25. Dezember, also vor Weihnachten. Je nach Jahr dauert der Advent zwischen 22 und 28 Tagen. Früher war die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten sogar 40 Tage lang – ähnlich wie die Fastenzeit vor Ostern – und begann bereits am Martinstag (11. November). Erst Papst Gregor der Große (590–604) legte fest, dass der Advent nur vier Sonntage umfasst.
Wie wird der Advent gefeiert?
Früher war der Advent eine Zeit der Buße und des Fastens. Themen wie Vergebung, Umkehr und Besinnung standen im Mittelpunkt. Daher tragen Priester in den Adventsgottesdiensten violette Messgewänder – dieselbe liturgische Farbe wie in der Fastenzeit. Die Farbe Violett steht seit dem Mittelalter für Buße und Umkehr.
Heute hat der Advent neben seiner religiösen Bedeutung auch einen kulturellen und festlichen Charakter:
Weihnachtsmärkte laden zum Bummeln ein,
Adventskränze schmücken die Wohnungen,
Adventskalender verkürzen die Wartezeit bis Weihnachten.
Der Advent ist heute also eine Mischung aus Tradition, Besinnung und Vorfreude auf das Weihnachtsfest.
Seit wann gibt es Adventskränze und Adventskerzen?
Der Adventskranz geht auf den evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern (1808–1881) zurück. 1839 betreute er im „Rauhen Haus“ in Hamburg arme Kinder und erfand einen Kranz aus einem hölzernen Wagenrad, geschmückt mit Kerzen und Tannenzapfen.
Die Kerzen sollten „Licht in die dunkle Jahreszeit“ bringen und an Jesus als Licht der Welt erinnern.
Vier große weiße Kerzen standen für die Adventssonntage, dazwischen kleinere rote Kerzen für die Werktage. Erst später wurde der Adventskranz mit Tannengrün geschmückt – ein Symbol für Hoffnung und Leben.
Ab dem 20. Jahrhundert wurde der Brauch auch in privaten Haushalten beliebt – mit vier Kerzen für die vier Adventssonntage.
Was ist ein Adventskalender?
Der Adventskalender zählt die Tage bis Heiligabend und soll vor allem Kindern die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen. Erste Formen gab es schon im 19. Jahrhundert – etwa Kerzen, die täglich etwas heruntergebrannt wurden, oder Kreidestriche an der Wand.
Um 1900 brachte der Münchner Verleger Gerhard Lang den ersten gedruckten Adventskalender heraus – mit 24 kleinen Feldern zum Aufkleben von Bildern. Später entwickelten sich daraus die bekannten Kalender mit Türchen, hinter denen sich Bilder, Schokolade oder kleine Geschenke verbergen.
Heute gibt es Adventskalender für Kinder und Erwachsene – gefüllt mit Tee, Kosmetik, Werkzeug oder Bier.
Die Kirchen bieten oft alternative Adventskalender mit nachdenklichen Texten, Online-Aktionen oder den „Lebendigen Adventskalender“, bei dem Familien ihre Türen für Begegnungen öffnen.
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Was hat Adveniat mit dem Advent zu tun?
Das katholische Hilfswerk Adveniat trägt seinen Namen nach der lateinischen Vaterunser-Bitte „Adveniat regnum tuum“ – „Dein Reich komme“. Seit 1961 startet Adveniat jedes Jahr am ersten Adventssonntag seine große Weihnachtsaktion. Die Kollekte an Weihnachten kommt den Projekten für Menschen in Lateinamerika zugute.
Damit verbindet Adveniat die besinnliche Adventszeit mit praktischer Nächstenliebe und dem christlichen Auftrag, anderen zu helfen.
Fazit: Der Advent als Zeit der Hoffnung und Vorbereitung
Die Vorweihnachtszeit ist mehr als nur Geschenke und Lichterglanz – sie ist eine Zeit der Besinnung, Erwartung und Freude.
Ob mit Adventskranz, Adventskalender oder Kirchenbesuch – der Advent lädt dazu ein, sich auf das Wesentliche des Weihnachtsfestes zu besinnen: die Ankunft Christi und das Licht der Hoffnung.



