Adele Spitzeder

Ein Münchner Betrug in 4 Akten
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Bayern im Buch-Rezension
Aufstieg und Fall einer raffinierten Finanzbetrügerin im 19. Jh.
Im Vorwort bemerkt Julian Nebel, dass Adele Spitzeder „nicht nur einfach betrügerische Bankgeschäfte betrieb“, sondern auch „ein Vorbild, eine Blaupause und ein Musterbeispiel für heutige Betrüger war.“ Unterhaltsam erzählt der Autor, wie Adele Spitzeder, 1832 in Berlin geboren, als Schauspielerin nicht Fuß fassen konnte und nach diversen Negativerfahrungen völlig mittellos nach München übersiedelte, wo sie auch beruflich nicht vorankam und wegen intimer Freundschaften zu jungen Frauen und anderer anstößiger Gepflogenheiten gesellschaftlich nicht anerkannt wurde. Als Ausweg aus ihrer finanziellen Misere erwies sich auf den Rat eines alten Freundes hin die „Kreditreiterei“, Geldverleih durch ein Schneeballsystem, das solange sicher und lukrativ ist, solange es Nachschub an Geld gibt. 1869 setzte Adele diese Geschäftsidee mit der Gründung der „Dachauer Bank“ um – gestützt auf das Einstiegskapital einiger Freunde und auf Ersparnisse naiver, gutgläubiger „kleiner Leute“. Durch Spenden an die Kirche und Zuwendungen an Bedürftige, mit Einladungen und Festen wollte sie sich gesellschaftlich etablieren, undurchsichtige Beziehungen zur Polizei sollten sie absichern. Doch ihre Bankpraxis war inzwischen durchschaut worden, Gerüchte von einer baldigen Schließung kursierten und bewirkten eine Einlöseflut von fälligen und noch nicht fälligen Wechseln, was letztlich zum Bankrott der Bank im November 1872 und zur Verhaftung von Adele führte. Verarmt und einsam starb sie im Oktober 1895. – Interessant!
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Artikelbeschreibung

1872, München: Mehr als 30 000 Menschen in München und Umgebung verlieren ihre Ersparnisse. Existenzen und ganze Gemeinden sind urplötzlich ruiniert, unzählige Menschen nehmen sich das Leben.Schuld ist eine Frau: Adele Spitzeder. Vollkommen mittellos und als Schauspielerin gescheitert gründet sie im Jahr 1869 die »Dachauer Bank« und wird damit zur Urheberin des größten Schneeballsystems im ganzen Kaiserreich. In ihrer Privatwohnung stapelt sie die Geldsäcke ungesichert, eine Buchhaltung gibt es nicht. 1872 bricht das System zusammen.Vieles kommt auch heute bekannt vor, obwohl damals Bismarck und der bayerische Märchenkönig Ludwig II. regierten: die Leichtgläubigkeit bei schnellen Gewinnversprechen, die Relevanz gelungener Öffentlichkeitsarbeit und die Entstehung von Investmentblasen ohne die notwendigen Sicherheiten. Geschichte wiederholt sich vielleicht nicht, aber sie reimt sich.

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Personeninformation

Julian Nebel lebt und arbeitet als Autor und Pressesprecher in München. Der studierte Jurist ist gebürtiger Münchner und hat ein besonderes Interesse an spektakulären Kriminalfällen.

Pressestimmen

»"Adele Spitzeder. Der größte Bankbetrug aller Zeiten" ist deswegen aktuell, weil die Masche immer noch zieht: Geld annehmen, hohe Zinsen versprechen, Zinsen vom Geld neuer Kunden bezahlen.« Süddeutsche Zeitung »Die verständliche Ausdrucksweise, gepaart mit den Zitaten von Spitzeder und kommentierenden Ergänzungen geben dem Buch einen hohen Unterhaltungswert.« ARD Börse »Die irre Geschichte der größten Trickbetrügerin aller Zeiten« Die WELT »Lesespannung pur« Bank intern »Liest sich wie ein Wirtschaftskrimi, spannend geschrieben und unglaublich gut recherchiert.« Fränkische Nachrichten »Eine kurzweilige Lektüre über einen unglaublichen Fall.« Heilbronner Stimme »Geeignet für: Fans von Wirtschaftskrimis, die sich auch wirklich ereignet haben.« Finanz und Wirtschaft, 15.07.2023

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