Unverdiente Ungleichheit

Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann | Nominiert für den NDR Sachbuchpreis 2025
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Buchprofile - Rezension
Plädoyer für eine gerechtere Verteilung des Reichtums in unserem Land durch eine höhere Besteuerung von Erbschaften und großen Vermögen sowie durch die Einführung eines Grunderbes.
Eine junge Politikwissenschaftlerin setzt sich in diesem Sachbuch, das in verständlicher Weise wesentliche Inhalte ihrer Dissertation vermittelt, mit der zunehmend ungleichen Verteilung des Vermögens in unserem Land auseinander. Zunächst beschreibt sie verschiedene Facetten dieser Ungleichheit, die sich seit dem Aufkommen des Neoliberalismus in den 1980er-Jahren deutlich verschärft hat, und skizziert die Gefahren, die diese Erbengesellschaft für unsere Demokratie und letztlich auch für die Bekämpfung des Klimawandels darstellt. In ihren Analysen greift sie dabei oft auf den nicht unumstrittenen, aber sehr populären französischen Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty zurück, der von ihr als "Rockstar der Ungleichheitsforschung" gefeiert wird. Wesentlich zur Zementierung dieser Unwucht trägt in Deutschland die geringe Besteuerung der gewaltigen, von Generation zu Generation weitervererbten Vermögen dar. Die Geschichte der Besteuerung dieser Erbschaften beschreibt sie ausführlich. Hier fordert sie – ähnlich wie bei den laufenden Erträgen aus den Vermögen der Überreichen – deutlich höhere Steuern. Die Haltung der Wirtschaftselite zu diesen Fragen legt sie im Rückgriff auf 18 qualitative Interviews dar. Abschließend entwickelt sie den Vorschlag der Einführung eines Grunderbes, das aus diesen Steuererträgen an alle jungen Erwachsenen gleichmäßig ausbezahlt werden und vor allem Menschen aus der ärmeren Hälfte der Gesellschaft zu besseren Startchancen für ein selbstbestimmtes Leben in relativem Wohlstand verhelfen soll. – Auch wenn man nicht alle Einschätzungen und Thesen der Autorin teilt: Das sich fundiert auf viele Quellen stützende Buch bietet in größeren Sachbuchbeständen einen wichtigen Diskussionsbeitrag und interessanten Lösungsansatz für ein drängendes gesamtgesellschaftliches Problem.
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Artikelbeschreibung

Noch nie gab es so viel Reichtum - und das ist ein Problem für uns alle!

In kaum einem anderen westlichen Land ist Vermögen so ungleich verteilt wie in bei uns - und die Schere geht immer weiter auf. Dieses Buch zeigt das schockierende Ausmaß der Ungleichheit in Deutschland. Dass die Vermögen der Reichen von Generation zu Generation immer weiter wachsen, während jeder Sechste in Armut lebt, ist gesellschaftliches Dynamit. Martyna Linartas zeigt, dass es von unserem politischen Willen abhängt, daran etwas zu ändern, und wie eine gerechte Lösung aussehen könnte.

In dieser hellsichtigen und fundierten Analyse wird das politische Tabuthema unserer Zeit seziert: Dass wir die Reichen nicht besteuern, gefährdet unseren Wohlstand, unsere Umwelt und unsere Demokratie. Aber es geht auch anders - wenn wir nur wollen! Anhand von exklusiven Interviews mit der mächtigen Wirtschaftselite über Ungleichheit und das Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik sowie einer einmaligen historischen Analyse zeigt sich, wie eine Besteuerung von Überreichen funktionieren kann. Dieses Buch gibt uns alle Argumente an die Hand, um jetzt zu handeln.

«Ganz wenige haben zu viel. Zu viele haben ganz wenig. Dieses Buch verdeutlicht dies grandios und zeigt die Auswege aus dem Wahnsinn auf.» - Tilo Jung

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Personeninformation

Martyna Linartas ist promovierte Politikwissenschaftlerin, sie lehrt an der Freien Universität Berlin und an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz. 2022 gründete sie die Wissensplattform ungleichheit.info, leitet diese seitdem und ist Teil der Inequality Steering Group der Denkfabrik Forum New Economy. Aktuell arbeitet sie an ihrer Habilitationsschrift zur (Re-)Produktion von Vermögen in Deutschland.

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