Die Häuser der anderen

Roman
19,95 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Wird besorgt
Buchprofile - Rezension
Die unterschiedlichen Bewohner eines Frankfurter Nobelviertels verbindet lediglich das Bedürfnis, zur Schicht der Reichen und Schönen zu gehören.
Der Roman nimmt mit der Beziehungsgeschichte eines aufstrebenden jungen Paares, Luisa und Christopher, seinen Anfang und beschreibt deren durchaus spannungsgeladene Beziehung. Im angesehenen Kuhlmühlgraben schickt es sich eher, einen Hund als ein Kind spazieren zu führen, und so ist auch der Wunsch nach einer Familie der erste unausgesprochene Konflikt zwischen der ehrgeizigen Luisa und dem bodenständigen Christopher. Dieser wird deutlich, als das Paar über die Ferien seine Nichte, die sich in Rollenspielen ausprobiert und damit ihre Tante verwirrt, beherbergt. Abrupt und übergangslos taucht nun der Leser in die folgende Geschichte ein und lernt die Bewohner eines weiteren Hauses, ein bösartiges schwules Pärchen und eine sympathisch freundliche Studenten-WG kennen, die von den Herren rausgeekelt werden sollen. Skurril und makaber endet diese Geschichte, ehe man sozusagen Voyeur der nächsten wird, in der eine sozial schwache Mutter versucht, durch Arbeit bei einer Promifamilie ihre Tochter in die erlauchten Kreise einzuführen und mit dem dort adoptierten Sohn zu verkuppeln, was auch gelingt, jedoch katastrophale Folgen hat. Nun folgen weitere Beschreibungen unterschiedlicher Lebensentwürfe, bei denen wieder Menschen aus vorangegangenen Erzählungen eine Rolle spielen. Dieses Konzept legitimiert nun auch die Zuordnung des Erzählten zur Gattung des Romans. Silke Scheuermann überzeichnet und schreibt tendenziell plakativ, jedoch gelingt es ihr, Schicksale zu erzählen, die den Wunsch, "im Haus eines anderen, angeseheneren Nachbarn" zu wohnen, als sehr oberflächlich und fatal entlarven. Das Glück hängt an der Persönlichkeit, nicht am Wohnambiente - so das Fazit.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Christopher und Luisa haben geheiratet und sich im Leben eingerichtet: Er ist angehender Professor für Biologie, sie erfolgreiche Kunsthistorikerin. Die Altbauwohnung ihrer Studentenzeit haben sie gegen ein Haus am Stadtrand getauscht, als sichtbares Zeichen ihrer Ambitionen. Hier in der Straße am Kuhlmühlgraben muss sich ihre Ehe bewähren, hier messen sie ihre Träume am Erreichten. Doch nicht alles lässt sich mit Willenskraft und Selbstinszenierung herbeiführen, das müssen die beiden ebenso erfahren wie die anderen Bewohner des Viertels.In kunstvollen Szenen, mit Abstechern nach Venedig und New York, erzählt Silke Scheuermann in DIE HÄUSER DER ANDEREN von zerbrechlichen Wünschen, Ängsten und Hoffnungen. Unsentimental und einfühlsam schildert sie, was geschieht, wenn Menschen ihr Leben nach anderen ausrichten und ihre vermeintliche Überlegenheit ins Wanken gerät oder wenn sie vom Glück überrascht werden.

Produktsicherheit

Hersteller: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH
Anschrift: Kaiserstraße 79
DE-60329 Frankfurt am Mai
Kontakt: info@schoeffling.de

Personeninformation

Silke Scheuermann, geboren 1973 in Karlsruhe, lebt bei Frankfurt am Main. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, unter anderem das Stipendium der Villa Massimo in Rom (2009) sowie den Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover (2014). Im Wintersemester 2012/13 hatte sie die Poetikdozentur in Wiesbaden inne. Zuletzt wurde sie mit dem Bertolt-Brecht-Preis 2016, dem Robert Gernhardt Preis 2016 und dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis 2017 ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Scheuermann erweist sich hier als schonungslose Humoristin und Menschendurchschauerin.« Judith von Sternburg / Frankfurter Rundschau/Berliner Zeitung»Scheuermann wirft einen Blick hinter die Fassade und zeigt die Unruhe, die Unzufriedenheit, sogar den Hass, der sich hinter Beziehungen verbirgt. (...) Ein beunruhigend gegenwärtiges Buch.« Christoph Schröder / Frankfurter Rundschau»Der Kuhlmühlengraben ist eine gewöhnliche Straße am Stadtrand - bei Scheuermann (...) wird er zur poetischen Ausgangslage eines ungewöhnlich guten Romans, der die Geschichten der Anwohner verbindet.« Maren Keller / KulturSPIEGEL»In kühler, präziser Sprache entlarvt Scheuermann die Inszenierungen und Lebenslügen ihrer Figuren. Ihr hervorragender Roman lässt einen noch lange nach der letzten Seite nicht los.« BÜCHER»So kunstvoll wie die Zeitsprünge und Perspektivwechsel des Textes sind auch die Risse gestaltet, die sich in den Lebensentwürfen dieser Generation auftun.« Literaturkurier Newsletter»Man merkt Scheuermanns klaren, gut dosierten Worten an, dass sie (...) sich noch immer wunderbar zurückhalten und auf das Wesentliche konzentrieren kann.« Valeria Heintges / St. Galler Tagblatt»In solchen Episoden verrät Silke Scheuermann Sinn fürs Ironische, fürs Satirische, für subtilen distanzierten Spott, selbst wenn sich eigentlich tragische Ehedramen und menschliche Krisen abspielen.« Roswitha Frey / Badische Zeitung»Viele der (...) Geschichten, aus denen sich der Roman mosaikartig zusammensetzt und die über das Figurenpersonal so dezent wie geschickt miteinander verknüpft sind, handeln von Kippmomenten (...).« Claudia Kramatschek / Deutschlandradio Kultur
Mehr von Scheuermann, Silke

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.