Staub

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der Arzt Jonas Blaum kämpft mit den Schatten der Vergangenheit.
Das Jahr 1984 ändert alles im Leben von Jonas Blaum. Der Vater, ein Arzt mit außergewöhnlich sozialem Engagement, nimmt eine Stelle in Saudi Arabien an. Erst nach einiger Zeit ist seine Frau bereit, mit den drei kleinen Kindern nachzukommen. Jonas, ein ernsthafter Junge, nimmt feinsinnig die Eindrücke der fremden Kultur und vor allem die damit verbundenen Stimmungslagen der Eltern auf. Dass Semjon, das Sorgenkind der Familie, für einige Zeit verschwindet und sich danach nicht mehr davon erholt, entwickelt sich für Jonas zu einem Trauma, das fortan sein Leben bestimmt. Dreißig Jahre später, im Jahr 2014, reist der Arzt Jonas Blaum wieder in ein arabisches Land. Er besucht einen Freund in Jordanien und die Erinnerung an die Vergangenheit drängt sich in seine Gedanken. Blaums psychischer Zustand ist labil. Seine Welt wankt. Gerade wurde er von seiner Lebensgefährtin verlassen und die alte Drogenabhängigkeit lässt sich nicht in den Griff bekommen. Eines Tages wird er gebeten, den kleinen Alim zu behandeln, der an einer seltsamen Krankheit leidet, die ihn schwächt und wie ein Greis aussehen lässt. Jonas erinnert die Andersartigkeit des Kindes an Semjon. Dann verschwindet eines Tages auch Alim. Melancholisch und nebulös zeigt sich die Handlung dieses Romans von Svenja Leiber, deren Werke bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. Für anspruchsvolle Leser/innen.
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Artikelbeschreibung

Als Kind verbringt Jonas Blaum ein Jahr in Saudi-Arabien - der Vater, ein Mediziner, verfolgt in Riad seine eigenwilligen Vorstellungen von Heilung. Den Deutschen fällt es nicht leicht, sich den ungewohnten Landessitten anzupassen, und als eines Tages das jüngste Kind der Blaums spurlos verschwindet und wenig später verstört und sprachlos wiederauftaucht, kehrt die Familie überstürzt nach Deutschland zurück.

Im Sommer 2014 reist Jonas Blaum, mittlerweile selbst Arzt, suchtkrank und von Zweifeln geplagt, erneut in den Nahen Osten, diesmal nach Amman. Dort wird ihm ein Junge in die Obhut gegeben, der ihn an den größten Verlust seines Lebens erinnert. Blaum kann dem Kind nicht helfen, und als er den Jungen bei einem Aufenthalt in Jerusalem verliert, ergibt sich für den Arzt ein beängstigender Verdacht.

In bedrängenden Bildern erzählt Svenja Leiber von einer individuellen Katastrophe und der einer ganzen Region. Der Wettlauf um das Leben eines Kindes wird dabei zum Sinnbild für einen doppelten Kampf: gegen die Erstarrung des Einzelnen im Korsett gesellschaftlicher Zuschreibungen, gegen die Macht symbolischer Ordnungen und überalterter Systeme.

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Personeninformation

Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte, debütierte 2005 mit dem Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 folgte der Roman Schipino. Im Suhrkamp Verlag erschien 2014 Das letzte Land, 2018 Staub und 2021 Kazimira. Svenja Leiber lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein.

Pressestimmen

»Svenja Leibers Roman ist ein großer Wirbelsturm, der durch die Wüste des dialektischen Denkens fegt.« Katharina Teutsch Frankfurter Allgemeine Zeitung 20180417
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