Die Schwestern

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Buchprofile - Rezension
Drei Schwestern – in herzlicher Abneigung miteinander verbunden.
Drei Schwestern, drei Lebenswege und eine unerwartete Erbschaft, die zum Anlass wird, in die alte Heimat zurückzukehren. Núria, Conxhita und Montserrat, Montse genannt, wandern mit ihrer verwitweten Mutter aus Katalonien nach Argentinien aus. Nach mehr als 50 Jahren führt sie die Nachricht über ein von der Tante Julia geerbtes Haus in den Pyrenäen nach Spanien zurück. Steht mit der Rückkehr an den glücklichen Ort ihrer Jugend auch ein Rückfall in die alten Rollenmuster und Geschwisterkonstellationen an? Oder ist – für alle oder wenigstens für eine der dreien – hier ein Neuanfang möglich? Wie in einem Märchen ist es auch bei Colm Tóibín die jüngste Schwester, der eine besondere Rolle zukommt. Die Erzählung wird aus der Perspektive des Nesthäkchens Montse erzählt, die als Buchhalterin in einer Autowerkstatt arbeitet und statt der großen Liebe lediglich Enttäuschungen in den Beziehungen zu älteren verheirateten Männern erlebt. Die älteste Schwester Núria steigt nach ihrer Hochzeit in die argentinische Oberschicht auf, während die Mittlere, Conxhita, einen eher unkonventionellen Beruf ergreift. Offiziell Bedienstete bei einer wohlhabenden Dame, ist sie in Wahrheit deren heimliche Lebenspartnerin und lesbische Geliebte. – In nüchtern-klarer Sprache und schlagkräftigen Dialogpassagen gelingt dem Autor ein dichtes Familienpsychogramm, das eingebettet ist in die Überlegungen über Auswanderung und Heimatsuche. Die literarische Rekapitulation der so grundverschiedenen Lebenswege samt der von den drei Schwestern gehegten Ambitionen, geplatzten Träume, der eingegangenen Kompromisse sowie der gegenseitigen Entfremdung und der unschlüssigen Annäherungsversuche kann breit empfohlen werden.
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Artikelbeschreibung

Colm Toibin, Autor von »Brooklyn«, über Sehnsucht, Erinnerungen und die Möglichkeit der Versöhnung - eine eindringliche ErzählungNúria, Conxita und Montse sind noch Kinder, als sie nach dem Tod des Vaters ihre katalanische Heimat verlassen, um zusammen mit ihrer Mutter nach Argentinien auszuwandern. Sie, die sich so nahestanden, entfremden sich dort zunehmend. Jede der drei Schwestern geht ihren eigenen Weg. Erst als sie Jahrzehnte später gemeinsam das Haus ihrer Tante in den Pyrenäen erben, wo sie als Kinder ihre Ferien verbrachten, finden sie wieder zusammen. Subtil erkundet Tóibín die fragile Architektur der Beziehung zwischen Töchtern und Mutter, voller Zwischentöne, Verletzlichkeit und jener tiefen Melancholie, die mit Entwurzelung und dem Ringen um Zugehörigkeit in einer fremden Gesellschaft einhergeht. »Die Schwestern« ist eine eindringliche Erzählung über Erinnerung und die Möglichkeit von Versöhnung.

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Personeninformation

Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman »Der Süden« (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem IMPAC-Preis, dem David Cohen Prize for Literature und dem Würth-Preis für Europäische Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt «Long Island« (Roman, 2024) sowie »Vinegar Hill« (Gedichte, 2025). Er wurde für 2022-2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt. Giovanni Bandini und Ditte Bandini arbeiten seit 1985 als Schriftsteller und freie Übersetzer. Unter anderem haben sie Seamus Heaney, Matt Ruff, Cathleen Schine, Kiran Nagarkar und Neel Mukherjee ins Deutsche übertragen. Giovanni Bandini und Ditte Bandini arbeiten seit 1985 als Schriftsteller und freie Übersetzer. Unter anderem haben sie Seamus Heaney, Matt Ruff, Cathleen Schine, Kiran Nagarkar und Neel Mukherjee ins Deutsche übertragen.

Pressestimmen

»Colm Tóibín erzählt in 'Die Schwestern' von einer Emanzipation, zu der es keine Alternative gibt.« Juliane Liebert, Süddeutsche Zeitung, 27.04.26 »Ein kostbar seltenes, humanes Lesevergnügen.« Marko Martin, Welt am Sonntag, 05.04.26 »Ein psychologisches Lehrstück über Familienbande.« Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 17.03.26 »Ein kluges Buch über Migration, Außenseitertum und Heimat und ein Psychogramm einer Entfremdung und Wiederannäherung.« Oliver Jungen, Deutschlandfunk, 10.04.26 »Colm Tóibín ist ein Meister der Erzählkunst.« Ulrich Sonnenschein, hr2, 24.03.26
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