Die Republik der Irren

ein historischer Roman über den verrücktesten Staat der Geschichte
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Buchprofile - Rezension
Historischer Roman um die futuristische Freischärlerstadt Fiume 1919/20.
Der Pfleger Cherubino und die ehemalige Ordensschwester Letizia gehören in den ideenerhitzten Wirren nach dem Ersten Weltkrieg zu den wenigen, die ihren gesunden Verstand behalten. Unter den Literaten DAnnunzio und Marinetti entwickelt sich in Italien der Futurismus, der sich dem Bruch mit den Werten der Vergangenheit verschreibt und zu den Vorläufern des Faschismus zählt. Um ihre Idee Wirklichkeit werden zu lassen, nimmt DAnnunzio die Stadt Fiume (heute Rijeka in Kroatien) an der Adria ein, um einen Freistaat nach seinen Ideen zu kreieren, was ihm für rund ein Jahr tatsächlich gelingt. Nach einer Idee von Marinetti hat Cherubino die Aufgabe, aus einem italienischen Pflegeheim den "harmlosen Irren" Zino nach Fiume zu bringen, denn Irre sind als Minister des neuen Staates vorgesehen. Während Cherubino sich mit Letizia der Betreuung der Irren widmet und sie weitestgehend auch medikamentös unter Kontrolle hält, eskaliert die Entwicklung um sie herum: Nicht nur Österreich und Kroatien wenden sich gegen D’Annunzio, sondern auch Mussolini, einst selbst Anhänger der Futuristen. Dennoch nimmt er Zino in seine Wachmannschaft auf. Die aus ganz Europa nach Fiume gereisten, meist hoch kreativen, aber mittellosen Futuristen reisen auch angesichts der Lebensmittelknappheit rasch ab. Nur Cherubino und Letizia, inzwischen mit Tochter Cara, überstehen die Eskapade und lassen sich auf einem verlassenen Bauernhof nieder und werden sesshaft. – Ein sprachlich unverblümter Roman, dem die Erzählkunst eines Kabarettisten zugutekommt. Dass es sich um einen historischen Roman handelt, dokumentieren auch die Belege im Nachwort, das dem Text besser vorangestellt worden wäre. So gelingt Lesenden die Lektüre kaum, ohne sich zwischendurch durch Recherche vergewissert zu haben, dass es sich meist um verbürgte Zitate und Handlungen handelt. Für größere Bestände und Liebhaber historischer Romane.
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Artikelbeschreibung

Eine unglaubliche, aber wahre Episode aus dem letzten Jahrhundert: spektakulär komisch, erschreckend zeitgemäß.

Fiume an der Adria. Bis 1918 hat die Hafenstadt zum Habsburgerreich gehört, jetzt rücken italienische Freischärler ein, unter Führung eines berühmten Mannes. Gabriele D'Annunzio, Dichter, Kriegsheld und glühender Nationalist, ruft die Republik aus. In Fiume soll nun der verrückteste Staat der Weltgeschichte entstehen, Politik als Spektakel. Unter D'Annunzios Anhängern: ein gewisser Mussolini. Und Guido Baron Keller von Kellerer und Wolkenkeller. Der tollkühne Flieger, Nudist und Utopist ist besessen von einer Idee aus futuristischen Künstlerkreisen: Will man die morsche Welt von gestern zerstören und eine strahlende neue erbauen, braucht es die Sprengkraft des Wahnsinns. Gesagt, getan. Aus den Irrenhäusern ganz Italiens werden (möglichst ungefährliche) Patienten angefordert. Sie sollen Minister werden im neuen Staat.
Und so macht sich auch der Krankenwärter Cherubino auf, um einen freundlichen Axtmörder an die Adria zu begleiten - der Morgenröte einer neuen Zeit entgegen, in die Republik der Irren.

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Personeninformation

Dirk Stermann, geboren 1965 in Duisburg, lebt seit 1987 in Wien. Er zählt zu den populärsten Kabarettisten und Fernsehmoderatoren Österreichs und ist auch in Deutschland durch Fernseh- und Radioshows sowie durch Bühnenauftritte und Kinofilme weit bekannt. 2016 erschien sein Roman Der Junge bekommt das Gute zuletzt, und NDR Kultur urteilte: «Ein lustiger deutscher Medienstar, der als österreichischer Romancier sehr ernst genommen werden sollte.» 2019 folgte Der Hammer und 2022 Maksym.

Dirk Stermann, geboren 1965 in Duisburg, lebt seit 1987 in Wien. Er zählt zu den populärsten Kabarettisten und Fernsehmoderatoren Österreichs und ist auch in Deutschland durch Fernseh- und Radioshows sowie durch Bühnenauftritte und Kinofilme weit bekannt. 2016 erschien sein Roman «Der Junge bekommt das Gute zuletzt», 2019 «Der Hammer» und 2022 «Maksym». «Mir geht's gut, wenn nicht heute, dann morgen.» erreichte in den österreichischen Bestseller-Charts den Spitzenplatz.

Pressestimmen

Aber wie ist es möglich, einen derartigen Irrsinn wie den Freistaat Fiume literarisch abzubilden, wenn bereits die historische Faktenlage so unglaublich surreal ist? Stermann hat dafür geschickt ebenjene Perspektive des Wahnsinns gewählt. Clemens Ruthner ORF Ö1 "Ex Libris" 20251130
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