Bis die Bären tanzen

Roman | »Ein wilder Familienroman, der nicht zu Unrecht mit John Irving verglichen wird.« (Karin Waldner-Petutschnig, Kleine Zeitung)
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Buchprofile - Rezension
Vier Geschwister mit unterschiedlichsten Lebenswegen finden sich auf eigentümliche Weise in Australien wieder.
Die Familie Lieber, Deutsche und vermutlich Juden, lebt im Kanton Appenzell in ärmlichen Verhältnissen. Ihre Lage wird schlimmer, als der Vater 1914 zum deutschen Militär eingezogen wird und völlig traumatisiert vom Krieg nach Hause kommt. Vier Kinder sind zu versorgen, die später die abenteuerlichsten Lebenswege gehen werden. Cob, der fasziniert ist von Artisten und Kraftmenschen, verliebt sich in Mira und zieht mit ihr und einem Zirkus durchs Land. 1945, in Berlin gestrandet, versuchen beide aus der zerbombten Stadt wieder in die Schweiz zu fliehen. Anne, die Älteste, ist Kommunistin. Sie will einfach nur weg und lernt auf einem Schiff nach Australien den Zahlenfetischisten Jo kennen. Der bringt es zwar in Sydney durch Aktienspekulationen zu enormem Reichtum, wird sich aber später in den absurdesten Berechnungen verlieren. Elfie bleibt in Zürich. Sie verliebt sich in einen Ingenieur, der an seltsamen Fluggeräten tüftelt. Den ungewöhnlichsten Weg geht Belle. Angelockt vom Versprechen eines windigen Vermittlers reist sie mit Robert, einem ähnlichen Traumtänzer, nach Brasilien, um im Urwald eine Farm zu übernehmen. Vor Ort angekommen gibt es auf ihrem Stück Land nur Urwald, der erst gerodet werden muss, bevor man aus Brettern eine erste Hütte zimmern und Jahr für Jahr in unendlicher Armut und Mühe dem Boden Ernten abringen kann. Als Robert sterbenskrank wird, verlässt sie mit Max, ihrem Sohn, Brasilien und kehrt nach Europa zurück. Die Geschwister wissen oder wollen wenig voneinander wissen. Dreh und Angelpunkt aber ist Elfie. Erst als sie unglücklicherweise auf den Kopf gefallen ist, erzählt die inzwischen 92 Jahre alte Frau ihrem Sohn alles. – Ein Roman, der eine Familie durch die Generationen begleitet. Etwas ungewöhnlich konzipiert, voller unglaublicher Wendungen und Zufälle, aber hochinteressant zu lesen. Für alle Büchereien geeignet.
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Artikelbeschreibung

Die Liebe zwischen Licht und Schatten: ein Familienroman übers Weggehen und Bleiben

Einer der charmantesten, bezauberndsten, auch wildesten Liebes- und Familienromane der Gegenwart: ein menschlich warmer und überbordend fantasievoller Roman über (Bären-)Masken, Meere und fliegende Menschen, ein literarisches Juwel.

Wo man schon immer war, sollte man nicht bleiben - das sagt sich die deutsche Familie Lieber, die in der Schweiz auf ihre Einbürgerung hofft, obwohl der Erste Weltkrieg alles auf den Kopf stellt. Drei der vier Geschwister wandern aus: Isabelle in den brasilianischen Dschungel, die rebellische Anne nach Sydney und Jacob als Kunstturner ins Berlin der Nazi-Zeit. Alle sind sie in Liebesbeziehungen verstrickt, die voreinander gut getarnt sind, und mal tut die Liebe weh, mal verwelkt sie, mal leuchtet sie wie ein Feuer in der Nacht. Nach vielen emotionalen Turbulenzen - und einem Sprung über ein halbes Jahrhundert hinweg - trifft man sich in Tasmanien wieder, anlässlich einer Hochzeit, die das jahrzehntelange Schweigen in der Familie bricht.

Michael Hugentobler ist das Kunststück gelungen, einen Liebes- und Familienroman mal ganz anders zu schreiben: als schillernde, funkelnde Geschichte, die einen verzaubert statt erschlägt. Für Familienmenschen, Weltenbummler, Zeitreisende - ein fein austariertes Zusammenspiel von Sprache, Menschenkenntnis, Humor und Fantasie.

Über die Sehnsucht nach Glück und Freiheit, vom Vorabend des Ersten Weltkriegs bis 1945 und danach

Für Leser*innen von Mariana Leky und Nelio Biedermann, Vea Kaiser und John Irving

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Personeninformation

Michael Hugentobler, 1975 in Zürich geboren, arbeitete nach der Schule als Postbote und bereiste dann dreizehn Jahre lang die Welt. Heute ist er freischaffender Romanautor und Reporter. 2018 erschien sein Debütroman 'Louis oder Der Ritt auf der Schildkröte', sein zweiter Roman 'Feuerland' wurde 2021 für den Schweizer Buchpreis nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Aarau/Schweiz.

Pressestimmen

Dieser Roman über eine Familie und ihre vier Kinder ist wie Kino im Kopf. Viele Bilder, tolle Szenen. Eine sehr besondere Familiengeschichte, amüsant, witzig und sehr schräg. Auch ein bisschen traurig, aber bevor sie ins Düstere abrutschen kann, kriegt sie gut die Kurve, beginnt überraschend wieder zu glitzern, zu funkeln und man wird aufs Neue verzaubert. Für alle, die das perfekte Urlaubsbuch suchen. Christine Westermann WDR 2 20260705
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