Abschiedssommer

Roman | Die Geschichte eines Sommers an der Flensburger Förde, vierzehn Jahre nach dem Krieg. Über Liebe, Schuld und allmähliches Begreifen, erzählt mit lakonischer Poesie.
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Buchprofile - Rezension
Der 14-jährige Waise Gustav genießt im Jahre 1959 fast unbeschwerte Ferien und kommt aber immer wieder mit dem Thema Drittes Reich in Berührung.
Der Vollwaise Gustav Haase, dessen Vater als Soldat im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront gefallen und dessen Mutter bei einem Bombenangriff in Hamburg ums Leben gekommen ist, wächst bei Flensburg wohlbehütet und geborgen in einem Hebammen-Haushalt auf und verbringt nun als 14-Jähriger 1959 seine Ferien auf einem Campingplatz an der Geltinger Bucht. Musik – vor allem Rock ‘n‘ Roll – und seine erste Liebe zu Johanna gehören dazu. Die ältere Kriegsgeneration verdrängt am liebsten die Schrecken der NS-Zeit, aber auch die eigene Schuld und Flucht, Vertreibung aus dem Osten und leidet unter Heimatverlust. Gustav verliebt sich in Johanna, es kommt aber zu einer Eifersuchtsszene mit Ohrfeige – am Ferienende trennen sich wieder ihre Wege. – Das Buch schildert viele Details des dörflichen Lebens, von Landschaften, Rückblenden in die Zeit des Dritten Reiches am Beispiel namhafter NS-Größen, aber auch von einer Schildkröte auf dem Campingplatz, auf deren Panzer ein Hakenkreuz eingeritzt wurde. Die Alten erinnern sich an die verlorene Heimat mit schönen Liedern wie „Wer hat die schönsten Schäfchen“ (Hoffmann von Fallersleben). Auf der anderen Seite dominiert das unbeschwerte Lebensgefühl der Jugend in den späten 50er-Jahren. Jochen Missfeldt fügt seinen Romanen um Solsbüll (s. "Solsbüll", BP/mp 17/966) einen weiteren hinzu und verbindet geschickt Geschichte mit Landschaftsschilderungen und Schilderungen von Glück und Leid von jungen und alten Menschen.
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Artikelbeschreibung

Die Geschichte eines Sommers, vierzehn Jahre nach dem Krieg

Flensburg, 1959. Gustav Hasse, Pianist in einer Swing-und-Rock-'n'-Roll-Schülerband, verbringt die Sommerferien auf einem Campingplatz an der Geltinger Bucht. In Gedanken ist er bei Johanna, der Tochter einer aus Ostpreußen stammenden Miederwarenverkäuferin. Wenn da bloß die Ohrfeige nicht wäre, die er ihr aus Eifersucht gegeben hat. Er fühlt sich schuldig, doch was ist das für ihn - Schuld? Sein Kunstlehrer ist der Maler Gerhard Fritz Hensel, dessen Schwester Hedwig mit dem Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß verheiratet war; das weiß damals nur keiner. Mehr und mehr geht Gustav den ungeheuerlichen großen und kleinen Dingen auf den Grund. Ein Roman über Liebe, Schuld und allmähliches Begreifen, erzählt mit lakonischer Poesie.

»Ein hinreißender Erzähler.« Dirk Knipphals, die tageszeitung

»Ein leiser und großartiger Roman.« Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur

»Es muss Leute geben, die Landschaften erkennen und Erinnerungen formulieren können. Jochen Missfeldt hat es in dieser Kunst sehr weit gebracht.« Stephan Opitz, Flensburger Tageblatt

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Personeninformation

Jochen Missfeldt, geboren 1941 in Satrup bei Schleswig, war Fliegeroffizier bei der Luftwaffe und studierte dann Musikwissenschaft und Philosophie. Er veröffentlichte die Romane 'Solsbüll', 'Gespiegelter Himmel', 'Steilküste' und 'Sturm und Stille', außerdem Erzählungen, Gedichte und eine Biographie Theodor Storms. Im Jahr 2002 erhielt er den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, später auch den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, den Theodor-Storm-Preis der Stadt Husum sowie den Italo-Svevo-Preis. Jochen Missfeldt lebt in Nordfriesland.

Pressestimmen

Ein Prosaereignis. Das Repertoire der Vergegenwärtigungsvirtuosität, vom Dramolett über die phantastische Himmelspassage bis hin zum historischen Fotorealismus. Die Tonfälle und Tonarten. Die Nuancen zwischen Lakonie und Wehmut. Die konkrete Poesie der Namen. Das deutsche Thema. Und: sehr komisch, auf existentielle Weise. Wolfgang Hegewald Zitat 20260825
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