Der kurze Frühling der Freiheit

Die Revolution des gemeinen Mannes in Franken 1525
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Bayern im Buch-Rezension
Regionalstudie zum Jubiläum der Bauernkriege von 1525.
Das Jubiläum der Bauernkriege von 1525 hat auch wichtige Regionalstudien angeregt. Der Autor hat eine Arbeit über den Bauernkrieg mit fränkischem Schwerpunkt vorgelegt. Bereits Martin Luther hatte 1517 deutliche Kritikpunkte an der Kirche und dem Gemeinwesen formuliert. Als schwäbische Bauern wenige Jahre später 1525 ihre Anliegen in der Memminger Flugschrift der 12 Artikel veröffentlichten, konnten sie sich auch auf Luthers Reformationsgedanken berufen. Die Forderungen reichten über die freie Wahl ihrer Pfarrer, eine Reduzierung der drückenden Abgaben und der bäuerlichen Leistungen bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Die Bauern beließen es aber nicht bei dieser grundlegenden Kritik an Kirche und Staat, sondern organisierten sich militärisch, um ihre Forderungen durchzusetzen. Der kurze Frühling der Freiheit hatte begonnen. Der Autor schildert die wenigen Monate der verzweifelten Versuche der Bauern in Schwaben und Franken, ihrer übermächtigen Gegner aus dem Adel und der hohen Geistlichkeit Herr zu werden. Letztlich auch von den wohlhabenden Bürgern der Städte im Stich gelassen, endete der Aufstand mit blutigen Niederlagen. Die besser organisierten Adeligen und die geistlichen Stadtherren wie der Würzburger Fürstbischof rächten sich grausam. Es ist ein Verdienst des Autors, die geistesgeschichtlichen Hintergründe dieser "Revolution des gemeinen Mannes" in den historischen Ablauf einzubetten. Eine gute Lesbarkeit durch treffend ausgewählte Zitate und kurze biografische Abrisse über bekannte und unbekanntere Akteure machen das Werk zu einer Regionalgeschichte der überzeugenden Art und zu einer Empfehlung nicht nur für alle fränkischen Büchereien.
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Artikelbeschreibung

1525, vor einem halben Jahrtausend, kündigten Bauern und Bürger, der gemeine Mann, oder auch die Mittelschicht der staatlichen und gesellschaftlichen Obrigkeit den Gehorsam auf. Freiheit und Gleichheit waren die Ziele, die Männer aus dem Volke zu den Waffen riefen. Die modernen Berufsarmeen der Fürsten schlugen die Revolutionsheere blutig und brutal nieder. Die komplexen Vorgänge der ersten deutschen Volksrevolution beschreibt und erklärt der Autor auf verschiedenen Ebenen. Idee von Freiheit und Gleichheit, vielleicht sogar einer revolutionären Erhebung waren für 300 Jahre ausgelöscht, allgemein herrschte bis zur Revolution der Untertanengeist. Mit diesem Buch wirft der Autor einen unabhängigen Blick auf ein zentrales Ereignis der deutschen Geschichte.

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Personeninformation

Hans Steidle war Gymnasiallehrer in Würzburg, ist Historiker, Autor, Stadtheimatpfleger, Vorsitzender der Leonhard-Frank-Gesellschaft und freier Dozent an verschiedenen Bildungswerken. Seine Publikationen behandeln Themen aus der Geschichte und Kunstgeschichte der Stadt Würzburg, unter anderem auch Jehuda Amichai und den Würzburger Dichter Leonhard Frank.
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