Der Teufelspakt

Eine Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen
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Buchprofile - Rezension
Neuausgabe des Essays des legendären Historikers über die deutsch-russischen Beziehungen von 1968.
Warum publiziert man nach fast 60 Jahren (das Original erschien im Jahr 1968) ein seinerzeit dezidiert zeitgeschichtliches Werk neu und dabei inhaltlich unverändert? Zwar ordnet der renommierte Osteuropahistoriker Karl Schlögel Haffners historische Analysen der deutsch-sowjetischen Politik vom Revolutionsjahr 1917 bis zum Mauerbau 1961 aus Sicht des 21. Jh. ein. Aber es bleibt die Frage nach dem Nutzen für historisch interessierte Leser heute. Empfohlen sei die Lektüre allen, die Geschichte essayistisch aufbereitet erfahren möchten. Noch immer ragt Sebastian Haffner mit seinen engagierten, trefflich formulierten Sichtweisen auf die Geschehnisse im 20. Jh. heraus. Und dann ist da dieses Ineinander, Miteinander, Gegeneinander, die Verstrickung und „Verknäulung“ Russlands bzw. der Sowjetunion und Deutschlands, die noch aus der zeitlichen Distanz staunen lässt. Eine Art „Folie à deux“, bei der zwei trotz fundamentaler Gegensätze nicht voneinander lassen wollen und sich doch auch gegenseitig Monströses antun. Geschichte als Gemengelage aus harten Interessen, Geopolitik, Psychologie und Illusionen. Und nicht zuletzt die Lektion, dass die Historie nie endet, immer neue Kapitel geschrieben werden (können) und Neuanfänge möglich sind. Ein Hoffnungsfunke vor dem Hintergrund der unversöhnlich wirkenden Rollen beider Protagonisten im Ukrainekrieg. Für jeden Bestand sehr geeignet.
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Artikelbeschreibung

»Anlässe, sich Haffners großen Essay vorzunehmen, gibt es heute mehr denn je: ein Lehrstück inmitten neuer weltgeschichtlicher Verwerfungen.« Karl SchlögelAufregender als jeder Roman: So charakterisiert Sebastian Haffner die deutsch-russischen Beziehungen. In einem historischen Meisterwerk erzählt er eine verwickelte Geschichte voller Widersprüche, die mit der Unterstützung der bolschewistischen Revolution durch das kaiserliche Deutschland beginnt und 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer endet. Wenn ein kurzfristiger Vorteil lockte, waren beide Seiten zu jeder Prinzipienlosigkeit bereit. Folgten die deutsch-russischen Beziehungen bis in die jüngste Zeit diesem Muster? In seinem ausführlichen Nachwort zeigt der große Osteuropa-Historiker Karl Schlögel, dass Haffners pointierte Einschätzungen auch heute noch gültig sind. 1968 zum ersten Mal erschienen, lange Jahre nur in einer verkürzten Ausgabe erhältlich, ist dieses Buch bis heute von beklemmender Aktualität.

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Personeninformation

Sebastian Haffner, geboren 1907 in Berlin, studierte Rechtswissenschaften. Doch den Beruf des Juristen im Nationalsozialismus konnte er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Er arbeitete als Journalist und emigrierte 1938 nach England, wo er unter anderem seine erst postum veröffentlichte »Geschichte eines Deutschen« verfasste. 1954 kehrte er zurück und wurde mit Werken wie »Anmerkungen zu Hitler« ein zentraler Publizist der Bonner Republik. Er starb 1999. 2025 erschien sein bislang unveröffentlichter Roman »Abschied« bei Hanser. Karl Schlögel, Jahrgang 1948, studierte Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik an der Freien Universität Berlin. Er arbeitete zunächst als freiberuflicher Übersetzer, Publizist und Autor, bevor er 1990 auf den Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Universität Konstanz berufen wurde. 1995 wechselte er an die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, wo er bis 2013 lehrte. Karl Schlögel ist Mitglied des Ordens Pour le mérite und wurde mit zahllreichen Preisen geehrt, u.a.: Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (2004), Preis des Historischen Kollegs (2016), Preis der Leipziger Buchmesse (2018), Gerda Henkel Preis (2024) und Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2025). Bei Hanser erschienen zuletzt: "Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen" (2015, NA 2022), "Der Duft der Imperien. 'Chanel No. 5' und 'Rotes Moskau'" (2020), "American Matrix. Besichtigung einer Epoche" (2023) und "Auf der Sandbank der Zeit. Der Historiker als Chronist der Gegenwart" (2025). Karl Schlögel lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Anlässe, sich Sebastian Haffners großen Essay zu den deutsch-russischen Beziehungen im 20. Jahrhundert noch einmal vorzunehmen, gibt es heute mehr denn je: ein Lehrstück inmitten neuer weltgeschichtlicher Verwerfungen.« Karl Schlögel »Wenn 'Teufelspakt' irgendwo, auf einem weit entlegenen Erdteil, handeln würde - auch dann wäre die Lektüre zu empfehlen. Haffner ist ein Meister des historischen Essays, seine Sätze schwungvoll und die Beobachtungen so eindringlich, wie man es selten in der deutschen Historiografie geboten bekommt.« Martin Schulze Wessel, Süddeutsche Zeitung, 11.05.26 »Ein spannender, stilistisch glänzender Pageturner.« Alexander Cammann, DIE ZEIT, 02.07.26 »Selten ist diese deutsch-russische Verwicklung so eindringlich dargestellt worden wie in diesem Buch.« Thomas Schmid, Welt am Sonntag, 02.05.26
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