Café Babylon

Berlin, Romanisches Café, 1913-1933
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Buchprofile - Rezension
Das „Romanische Café“ in Berlin in den 20er/30er Jahren – Treffpunkt von Literaten, Künstlern, Intellektuellen.
Viele Geschichten aus dem berühmtesten Café im Berlin der 20er und 30er Jahre des 20. Jh., dem „Romanischen Café“, werden hier erzählt. Zahlreiche Menschen haben dort von früh bis spät „gewohnt”, unter ihnen namhafte Schriftsteller, Künstler, Schauspieler. Hinzu kamen Durchreisende und Geflüchtete aus dem Osten. Für den Leser ist dies alles interessant, aufregend, schließlich aber, ab 1933, zutiefst erschütternd. Der Autor hat enorm viel recherchiert und schildert in übersichtlichen Kapiteln das Leben in diesem Café. Der tüchtige Bruno Fiering hatte es bereits 1909 übernommen und bis zu dessen Zerstörung im Krieg 1943 großzügig geführt. Viele arme Schlucker würden dies dankbar bestätigen. Der Schauspieler Alexander Granach war einer der auffälligsten, mitreißendsten Gäste. Beruflich war er u.a. ein mitreißender Mephisto, in dieser Rolle mindestens, wie viele fanden, so stark wie Gustaf Gründgens. Der große Billy Wilder war gerne hier, Arthur Koestler, Wolfgang Koeppen, Leonhard Frank, Joseph Roth sind weitere Gäste mit späterem Weltruhm. Die auffallendste, bedeutsamste Frau unter den Literaten war die oft anwesende Lyrikerin Mascha Kaléko. Man führte an den voll besetzten Marmortischen in vielen Sprachen Diskussionen auf höchstem Niveau. Das „Romanische Café“ war „eine Bühne alltäglicher wie auch höchst ungewöhnlicher Menschheitsdramen”. Als eines Tages die Nazis kamen, kam auch schnell das Ende. Sie verprügelten Gäste, zerschlugen das Mobiliar und warfen Stuhltrümmer durch die Fensterscheiben. Die nichtjüdische Bevölkerung kommt kaum zu Hilfe, auch die Polizei ist weitgehend machtlos. Heutige Leser erhalten sehr anschauliche Einblicke in einen Ort, der signifikant ist für die Zeit zwischen 1913 und 1933, ins „Romanische Café“, im damaligen Berlin. Dieses Buch wird allen Büchereien empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Das Café der großen Träume - wo Bertolt Brecht, Marlene Dietrich und Albert Einstein aufeinandertrafen

Der Glanz des "Romanischen Cafés" erstrahlte einst bis Paris, New York und Tokio. Hier traf man alle an: Bertolt Brecht, Mascha Kaléko und Joseph Roth, Egon Erwin Kisch, Marlene Dietrich und Albert Einstein. An den Marmortischen entstanden Bücher und Filmideen, wurden Kunstrichtungen geboren, wurde gestritten und geträumt - bis die Nazis die Lichter ausmachten. Christian Buckard erzählt die Geschichte der schillernden Cafébewohner in seinem mitreißenden Buch.

In den Goldenen Zwanzigern war das «Romanische» das berühmteste Café Berlins: das "Industriegebiet der Intelligenz", das "Caféhaus der unbegrenzten Möglichkeiten". Durch seine Drehtür kamen Tag für Tag und Nacht für Nacht die Schriftsteller, Schnorrer und Journalisten, Maler und Bühnenstars, Prostituierte und Politaktivisten. Darunter waren auch viele Flüchtlinge und durchreisende Bohèmiens aller Länder, mit denen sich Ideen von Stadt zu Stadt verbreiteten. Man träumte von einer besseren Zeit, einer neuen Kunst, von blitzschnellen Atomen und Filmkarrieren, einer warmen Mahlzeit oder der Liebe. Zu Beginn der Dreißigerjahre war das Café allerdings bereits ein gefährlicher Ort: Jederzeit mussten die Gäste mit Überfällen der Nazis rechnen. Christian Buckard hat zahlreiche bislang unbekannte Berichte von internationalen Gästen ausfindig gemacht. In großartigen Szenen lässt er die Atmosphäre dieser einmaligen Ideen-, Klatsch- und Meinungsbörse spürbar werden. Dank des Romanischen Cafés fühlte sich Berlin - ein "paar leuchtende Jahre" lang - fast an wie das Zentrum der Welt.

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Personeninformation

Christian Buckard ist freier Autor, Journalist und Filmemacher. Für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er hat Biographien von Moshé Feldenkrais und Egon Erwin Kisch verfasst. Bei C.H.Beck ist von ihm erschienen: "Arthur Koestler. Ein extremes Leben 1905 - 1983".
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