Die Evolution der Gewalt

Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen. Eine Menschheitsgeschichte | Krieg, Mord und Totschlag: Ein Biologe, ein Archäologe und ein Historiker beschreiben die Evolution menschlicher Gewalt. 
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Buchprofile - Rezension
Ein faszinierender Blick auf den Menschen als Gewalttäter und -opfer.
Mit diesem Band legt Harald Meller – als oberster Archäologe Sachsen-Anhalts und "Herr" der Himmelsscheibe von Nebra einer der wirkmächtigsten Geschichtserklärer Deutschlands – ein weiteres Mal (zul. "Das Rätsel der Schamanin", in BP/mp nicht bespr.) eine Zusammenarbeit mit dem Sachbuchautor Kai Michel vor. Michel hat seinerseits auch schon mit dem Evolutionsbiologen Carel van Schaik veröffentlicht. Als Dreierteam arbeiten sie hier das erste Mal zusammen. Wie der Titel schon verrät, dreht sich das Buch um das uralte Menschheitsthema Gewalt, also: Warum töten Menschen einander? Warum führen wir Kriege? Ist es sozusagen in unserer DNA vorprogrammiert, oder eine Kultur"leistung"? Die Autoren verfolgen in ihrem mittreißend geschriebenen Buch einen interdisziplinären Ansatz zwischen archäologischen Befunden, vor allem natürlich aus Sachsen-Anhalt, und verhaltensbiologischen Beobachtungen, etwa an Bonobos und Schimpansen, unseren nächsten Verwandten. Die Kernthese dabei ist, dass Gewalt kein zwingender menschlicher Zug ist, sondern das Ergebnis einer über Jahrtausende andauernden zivilisatorischen Entwicklung, beginnend mit der Sesshaftwerdung der Menschen. Wir haben also als Menschheit erst nach und nach gelernt, Kriege zu führen. Damit ist es aber auch möglich, es wieder zu verlernen. – Um es deutlich zu sagen, wie es die Autoren letztlich auch selbst tun: dies ist ein wissenschaftlich fundiertes, aber kein wissenschaftliches Buch. Die Bandbreite der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema wird in der Regel nicht referiert. Auch würde man so manche Schlussfolgerung und Deutung insbesondere archäologischer Funde in wissenschaftlichen Publikationen sicher vermeiden. Das mindert aber nicht den Wert des Buches, im Gegenteil. Wissenschaft ist in unseren bildungsfeindlichen Zeiten vor allem auch Wissenschaftsvermittlung, die auf Augenhöhe passieren muss. Diese Augenhöhe nehmen Meller, Michel und van Schaik definitiv ein. Herausgekommen ist ein wichtiges Buch, dem viele Leserinnen und Leser zu wünschen sind.
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Artikelbeschreibung

Warum Krieg kein Schicksal ist

Das Unvorstellbare ist eingetreten: Der Krieg ist zurück - und bedroht uns alle. War der lange Frieden in Europa nur ein kurzes Intermezzo? Ereilt uns nun das Schicksal, weil wir nicht gegen unsere kriegerische Natur ankönnen? Höchste Zeit, den evolutionären Wurzeln der Gewalt nachzuspüren. Die drei Bestsellerautoren brechen zu einer Menschheitsgeschichte der anderen Art auf. Sie präsentieren die aktuellen Forschungen über Schimpansen und Bonobos, spüren der Archäologie von Mord und Totschlag nach und zeigen, wie der Krieg Despoten und Staaten, aber auch Götter groß machte. Ihre Botschaft: Wir sind nicht zum Krieg verdammt, fallen ihm jedoch, wenn wir nicht aufpassen, nur allzu leicht zum Opfer.

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Personeninformation

Harald Meller, geboren 1960 in Olching, ist einer der prominentesten Archäologen weltweit. Als Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt rettete er unter erheblichen persönlichem Risiko die Himmelsscheibe von Nebra aus kriminellen Kreisen. Als Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte verzaubert er ein riesiges Publikum, nicht nur mit international beachteten Ausstellungen zu Themen wie Krieg, Magie oder Klimagewalten, sondern auch mit einem eigenen Youtube-Kanal. Aktuell ist er zudem kommissarischer Direktor des als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragenen Gartenreichs Dessau-Wörlitz. Er lebt in Halle. Mit Kai Michel schrieb Meller die Bestseller 'Die Himmelsscheibe von Nebra', 'Griff nach den Sternen' und 'Das Rätsel der Schamanin'.

Kai Michel, geboren 1967 in Hamburg, ist Historiker und Literaturwissenschaftler. Seine Bücher finden sich regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Mit Carel van Schaik las er die Bibel als 'Tagebuch der Menschheit'; gemeinsam legten sie mit 'Die Wahrheit über Eva' eine preisgekrönte Analyse über die Erfindung der Ungleichheit der Geschlechter vor und erklärten in »Mensch sein«, warum wir eine Existenz im Ausnahmezustand führen. Mit Harald Meller schrieb Michel die Bestseller 'Die Himmelsscheibe von Nebra', 'Griff nach den Sternen' und 'Das Rätsel der Schamanin', mit Harald Meller und Carel van Schaik die 'Evolution der Gewalt', das für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Er lebt als Buchautor in Zürich und im Schwarzwald.

Carel van Schaik, geboren 1953 in Rotterdam, ist Verhaltensforscher und Evolutionsbiologe. Er erforscht die Wurzeln der menschlichen Kultur, Kooperation und Intelligenz bei Menschenaffen und hat viele Jahre im Dschungel Indonesiens Orang-Utans beobachtet. Er war Professor an der Duke University in den USA und Professor für biologische Anthropologie an der Universität Zürich, wo er als Direktor dem Anthropologischen Institut und Museum vorstand. Carel van Schaik ist korrespondierendes Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften und Fellow der Max-Planck-Gesellschaft. Er lebt in Zürich. Mit Kai Michel schrieb er die Bestseller 'Tagebuch der Menschheit', 'Die Wahrheit über Eva' und 'Mensch sein'.

Pressestimmen

Das Buch ist ein gut lesbarer Zugang zu einem interdisziplinär höchst spannend aufbereiteten Thema. Loyal 20251202
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