»Es ist vollbracht!« Oder doch nicht?

Antwortversuche auf Einwände zur Fantasie der Allversöhnung
35,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Kann es ewige Verdammnis geben - oder ist in Gottes Liebe am Ende nicht wirklich alles versöhnt?
Martin Thoms geht in diesem kompakten Werk der Streitfrage nach: (vereinfacht) Gibt es eine "Hölle" für uns aufgeklärte Christen? Oder können wir unserem Gott glauben als "All-Versöhner"? Dieser existentiellen Frage geht er gründlich nach, in einer echten Streitschrift, streng logisch und systematisch gegliedert, fast nach den Mustern alter scholastischer Lehrwerke. Der Autor überzeugt nicht nur durch Sachkenntnis auf allen Gebieten der Theologie und Kirchengeschichte, sondern will auch ein Umdenken bewirken, wie wir die letzten Wahrheiten (eschata) neu sehen sollen im Lichte der Botschaft Jesu. Dies vollzieht sich auch sprachlich auf höchstem Niveau - das drei prominente Vorworte bezeugen; ein hohes Lob spricht vor allem Prof. Moltmann aus. Stilistisch zeichnet sich diese komplexe Apologie aus durch eine sehr fachspezifische und schlussendlich wieder persönliche Diktion! Was natürlich stutzig macht, sind die ((Unter-)Titel, welche die hohen Ansprüche herunterbrechen. Das mag auf den Leser leicht irritierend oder sogar demotivierend wirken. Es geht um (bloße) "Versuche" - um eine "Entgegnung von Einwänden", um eine "Fantasie" (statt einer endzeitlichen Hypothese?) - unter dem mehrdeutigen Schlüsselbegriff der "Allversöhnung". Gott will sich eindeutig und radikal mit uns versöhnen, desgleichen wir Menschen untereinander, beides vollzieht sich all-umfassend - in der letzten Versöhnung mit "dem All". Dies begründet in einem schlüssigen Beweisgang seine Hauptthese: Die Lehre von Verdammnis und ewiger Strafe ist weder biblisch zu halten, noch entspricht sie dem kosmischen, eschato-logischen Verständnis der Botschaft von der unendlichen Liebe, aus der Jesus gelebt hat, und wir als "Synchronisierte und Synchronisierende" in Seinem Namen. "Lasst uns die Hölle enthöllen!" Deutlich zielt die argumentative Stoßrichtung des Theologen auf die angeblich "bibeltreuen" Überzeugungen. Paradigmatisch steht die plumpe Frage, ob Adolf Hitler nun im oder bestimmt nicht im Himmel sei, oder das Jona-Ninive-Narrativ für die Absolutheit einer alles durchdringenden Versöhnung "wie auf Erden- so im Himmel". Auch löst sich die Themafrage der Zweifler (Überschrift!) von selbst, wie zu erwarten (S. 240). Prof. Thoms betont, dass es keine objektive Bibelauslegung geben kann, da jeder stets durch seine "Brille" blickt; so könnte man vorsichtig fragen, ob bei dem radikalen Umpolen nicht ein Wunschdenken mitschwingt; unsere Welt steht immer auch unter dem Menetekel von Gut und Böse, von Gottesnähe und -ferne, einem ungeheuren, end-gültigen Schicksal, das keiner ganz verstehen kann. Als Gegenpol zu der streng rationalistischen Argumentation bekennt der Autor, dass der Auslöser zu diesem Werk ein ekstatisches Gebetserlebnis war - und er widmet zärtlich-emotional seinen Dank "der (universalen) Liebe", ganz besonders aber der Liebe seiner Frau.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Was du hoffst, bestimmt, wie du lebst. Die erhoffte Zukunft ragt ins gegenwärtige Leben hinein und prägt es entscheidend. Die Fantasie der »Hölle« lastet auf vielen Menschen wie ein Damoklesschwert. Sie wollen an ein gutes Ende glauben, fühlen sich aber durch ihr frommes Gewissen verpflichtet, eine ewige Scheidung zu postulieren. Das vorliegende Werk verändert die Einwände gegen die Allversöhnung in Argumente für sie. Sämtliche religiöse Neurosen verursachenden Höllenfantasien können nach der Lektüre getrost verabschiedet werden. An die Stelle einer Höllenlehre tritt kein kulturprotestantischer Relativismus, sondern ein christozentrischer, biblisch begründeter und hoffnungsgesättigter Optimismus, der den Auferstandenen und seine Möglichkeiten vor Augen hat.

[»It's done!« Or is it not? Attempts to answer objections to the fantasy of universal reconciliation]
What you hope for determines how you live. The hoped-for future intrudes into your present life and shapes it decisively. The fantasy of »hell« weighs on many people like a sword of Damocles. They want to believe in a good end, but feel obliged by their pious conscience to postulate an eternal divorce. The present work changes the objections against all-reconciliation into arguments in its favor. After reading it, all religious neurosis-inducing fantasies of hell can be confidently dismissed. The doctrine of hell is not replaced by cultural Protestant relativism, but by a Christocentric, biblically based and hope-filled optimism that has the Risen Lord and his possibilities in mind.

Produktsicherheit

Hersteller: Evangelische Verlagsanstalt GmbH
Anschrift: Blumenstr. 76
DE-04155 Leipzig
Kontakt: info@eva-leipzig.de

Personeninformation

Martin Thoms, Jahrgang 1999, studierte Theologie in Braunschweig und Reutlingen und promoviert im Fach Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. Von 2023 bis 2024 war er Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neues Testament und Mitarbeiter am Lehrstuhl für Altes Testament an der Theologischen Hochschule Reutlingen. Er ist Autor des Buches »Der gottverlassene Gott« (Münster 2023). Zu seinen Lehrern gehörte Jürgen Moltmann, mit dem er bis zu seinem Tod im intensiven Austausch war.
Mehr von Thoms, Martin

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.