Maifliegenzeit

Roman. »Ein unheimlich eindringlicher Roman über ein himmelschreiendes Unrecht« DENIS SCHECK, ARD DRUCKFRISCH
22,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Rentner Hans wird von seiner Vergangenheit eingeholt, als sich sein angeblich als Säugling verstorbener Sohn vierzig Jahre später meldet.
Ich-Erzähler Hans ist 65, als ihn seine Vergangenheit einholt. Seine Lebensgefährtin Anne hat ihm einen Zettel hingelegt, Daniel habe angerufen. Das ist sein einziges Kind, seit vierzig Jahren tot! Seine Schuldgefühle hat Hans verdrängt, nur jedes Jahr Anfang Mai denkt er beim Fliegenfischen zurück an Katrin und seinen Sohn, schließlich ist es dessen Geburtsmonat. Katrin und er hatten sich auf eine gemeinsame Zukunft gefreut. Doch einige Tage nach der Geburt von Daniel bekamen sie die schreckliche Nachricht, ihr Sohn sei verstorben. Katrin hatte gleich an Daniels Tod gezweifelt. Hans fühlt sich schuldig, weil er untätig geblieben war. Darüber hatte er sich auch mit Katrin entzweit. – Erst eine Woche nach dem Anruf ruft Hans zurück: David heißt jetzt Martin und schlägt ein Treffen in Leipzig vor … – Matthias Jügler, 1984 in Halle an der Saale geboren, hat für seinen Roman auf wahre Begebenheiten aus der DDR zurückgegriffen (was bereits für einen Eklat gesorgt hat): Säuglinge wurden den leiblichen Eltern gegenüber für tot erklärt und zur Adoption freigegeben. – Jügler lässt Hans Trost in der Natur suchen, und er verschränkt geschickt das verborgene Leben von Daniel mit den Maifliegen, die Jahre als Larven im Sediment der Unstrutt verbringen, bis sie zur Paarungszeit ans Licht kommen. Sehr empfehlenswert!
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

»Feinfühlig und zugleich kraftvoll erzählt Matthias Jügler in diesem spannenden Roman davon, dass die Vergangenheit nie vorbei ist.« Julia Schoch

Für Katrin und Hans wird der Alptraum aller Eltern wahr: Nach der Geburt verlieren sie noch im Krankenhaus unweit von Leipzig ihr erstes Kind - und kurz darauf auch sich als Paar. Denn Katrin quälen Zweifel an der Darstellung der Ärzte, Zweifel, von denen Hans nichts wissen will. Als Katrin Jahre später stirbt, wird klar, dass sie mit ihren Befürchtungen womöglich Recht hatte. Bei seinen Recherchen, die ihn tief in die Geschichte der DDR führen, stößt Hans auf Ungereimtheiten und eine Mauer des Schweigens. Klären kann er all seine Fragen in Zusammenhang mit dem Tod des Säuglings nicht, doch der Gedanke daran, in einem entscheidenden Moment seines Lebens versagt, etwas versäumt, einen Fehler begangen zu haben, lässt ihn künftig nicht mehr los. Da klingelt eines Tages das Telefon und sein Sohn ist am Apparat. Aufgewachsen in einer Adoptivfamilie, unterscheidet sich seine Vorstellung von der Vergangenheit grundlegend von dem, was Hans ihm erzählt. Wird sich die Kluft, die das Leben in einem Unrechtsstaat und vierzig fehlende gemeinsame Jahre gerissen haben, wieder schließen lassen?

Matthias Jügler zeichnet das bewegende Porträt eines traumatischen Verlustes, erzählt von folgenschweren Zweifeln, von der Kraft des Neubeginns und dem heilsamen Erleben der Natur. Ein feinsinniger Familienroman über ein dunkles Kapitel ostdeutscher Geschichte. - »Wahrhaftig und voller Hoffnung.« Anne Rabe

Produktsicherheit

Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Anschrift: Neumarkter Straße 28
DE-81673 München
Kontakt: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

Personeninformation

Matthias Jügler, geboren 1984 in Halle/Saale, studierte Skandinavistik und Kunstgeschichte in Greifswald sowie Oslo und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Für seine Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2022 mit dem Klopstock-Preis für Literatur des Landes Sachsen-Anhalt, 2024 mit dem Rheingau Literatur Preis. »Maifliegenzeit« (2024) stand auf der Shortlist des Evangelischen Buchpreises 2025. Jügler lebt in Leipzig, wo er auch als freier Lektor arbeitet.

Pressestimmen

»Es ist berückend, wie Matthias Jügler hier mit wenigen Worten Misstrauen auslotet. [...] Jügler hat sich mit einem dunklen Kapitel der DDR beschäftigt - spannend und bewegend zugleich. Für mich die Nummer eins auf der Bücherliste des Frühjahrs.« NDR Kultur, Claudia Ingenhoven
Mehr von Jügler, Matthias

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.