Buchtipp
Pfarrer Schießlers Tierleben
Von der Kindheit bis heute: Pfarrer Rainer Schießler feiert Tiere als treue Lebensbegleiter, Mitgeschöpfe und spirituelle Freunde. Ein humorvolles, liebevolles Buch, das Herz und Sinne berührt – ganz ohne Haustierzwang.
Pfarrer Rainer Schießler mit seiner französischen Bulldogge Pia. Foto: © Birgit Zimmermann
Ich liebe Schweinebraten und habe kein Haustier. Dennoch hat mich das Buch von Pfarrer Rainer Schießler sehr berührt. Er schreibt mit so großer Liebe über Tiere, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Sie sind für ihn Begleiter durchs Leben, wahre Mitgeschöpfe und gehören wie Familie und Freunde einfach dazu – von frühester Kindheit bis ins hohe Alter. Kein Wunder, dass der Autor mit seiner Gemeinde die „Viecherlmesse“ ins Leben gerufen hat – keine Frage, dass er mit Tieren fühlt, sein Leben mit ihnen teilt und sie segnet.
Die Lektüre ist ein Wellnessprogramm für die Sinne: Farbige Bilder über Tiere aller Art, alleine oder mit dem Verfasser, aus seiner Kinderzeit und der Gegenwart illustrieren die abwechslungsreichen und unterhaltsamen Kapitel, die mit einem Gebet oder spirituellen Text abgerundet werden. Bezeichnend ist, dass etwa die Hälfte der Überschriften aus Tiernamen formuliert ist.
Dank an Tierschützer
Auch mit diesem Buch wirkt Pfarrer Schießler wieder als Brückenbauer und Menschenfreund. Es beginnt mit der Widmung an alle Mitarbeiter und Förderer im Tierschutz und endet mit einem Nachwort des vielfachen Dankes – an die Tiere als Lebensbegleiter und Mitgeschöpfe, an Tierschützer und verantwortungsbewusste Tierhalter, an Kolleginnen und Kollegen in kirchlichen Funktionen, die sich den Tieren wie den Menschen gleichermaßen seelsorgerlich zuwenden.
Besonders spannend ist, dass Tiere den umtriebigen Pfarrer sein ganzes Leben begleiten, wenn auch in unterschiedlicher Form. So wird man Zeuge seiner Lebensgeschichte – angefangen vom kleinen Buben aus Laim, der so gerne ein Haustier gehabt hätte und heute Verständnis dafür hat, dass ihm seine Eltern aus Liebe zu den Tieren diesen Wunsch versagt haben.
[inne]halten - das Magazin 03/2026
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Tiere als Teil der Schöpfung
In jedem Kapitel spürt man Schießlers Verantwortung gegenüber Tieren. Sein Schöpfungsglaube bekommt Hand und Fuß in der Verbindung zu seinen Mitgeschöpfen. Tiere gehören für ihn ebenso zum Leben wie zum Glauben. Selbstverständlich dürfen sie in den Gottesdienst mitkommen, erkennt er sie an als lebenswichtige Partner für manche Menschen, weint wegen ihnen in Krankheit, Leid und Tod, sucht ihre Nähe im respektvollen körperlichen Kontakt und genießt die Ruhe und Natürlichkeit, die von diesen gottgeschenkten Wesen ausgeht.
Schießlers Tierleben ist die beste Schöpfungstheologie, die man sich vorstellen kann. Mit Humor und Empathie singt er ein Loblied auf die Tierwelt als Teil der Schöpfung. Wer das Buch gelesen hat, denkt wirklich darüber nach, was man selber für Tiere tun kann. Auch wenn man gern Schweinebraten isst und sich nicht gleich einen Hamster ins Haus holt.
Thomas Gottfried



