Glaubenswelten
26.02.2026


Kirche erfrischend anders 

Der neue Gästebrief 2026 des Erzbistums München und Freising lädt wieder zu Erkundungen und spirituellen Auszeiten ein. Tourismusseelsorger Robert Hintereder verrät im Interview, warum sich ein Blick in die Broschüre lohnt. 
    

Auch ein Tipp im Gästebrief 2026: Rottach-Egern am Tegernsee - Prominentengräber rund um den Kirchturm entdecken. Auch ein Tipp im Gästebrief 2026: Rottach-Egern am Tegernsee - Prominentengräber rund um den Kirchturm entdecken. Foto: © IMAGO / imagebroker


Jedes Jahr gibt die Tourismusseelsorge im Erzbistum München und Freising den Gästebrief heraus. Was sollen Leserinnen und Leser des aktuellen Gästebriefs für ihre Freizeit oder ihren Urlaub mitnehmen? 

Der Titel des diesjährigen Gästebriefs lautet bewusst „Ankommen“. Und das wünsche ich jedem, der dieses Heft in Händen hält: ankommen. Nicht nur an einem Ort, sondern bei sich, bei Gott. Bei dem, was einen trägt und guttut. Daher ist viel von Mut und Vertrauen die Rede. Urlaub kann nun mal mehr sein als Erholung – nämlich auch ein großer Gewinn für Herz und Seele. 

Sie stellen den Gästebrief immer auf der Münchner Tourismusmesse f.re.e vor. Welche Resonanz erfahren Sie da, was gefällt den Besuchern an dem 48-seitigen Heft? 

Die offizielle Vorstellung unseres Gästebriefs auf der Freizeitmesse f.re.e ist jedes Jahr ein Höhepunkt. Bereits am Stand nehmen ihn viele Menschen in die Hand, einige blättern ihn beiläufig durch, doch die meisten nehmen ihn bewusst wahr. Daraus ergeben sich dann viele Gespräche. Besonders gut kommen die persönlichen Geschichten, die starken Bilder und die Mischung aus Inspiration und konkreten Ausflugsideen an. Viele sagen: „Da erlebe ich Kirche erfrischend anders.“ 
     

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Wie hat sich denn der Gästebrief seit seinen Anfängen verändert? 

Ich habe in meinem Büro noch einen Gästebrief aus den 1960er Jahren. Seitdem hat sich das Heft natürlich stark weiterentwickelt. Aus einem kompakten Faltblatt ist ein hochwertiges Magazin geworden. Waren zu Beginn noch die Gottesdienstzeiten eine wichtige Information – es gab ja noch kein Internet als Informationsquelle –, so gibt es heute viel mehr Raum für persönliche Geschichten von wunderbaren Menschen und oft unbekannten Orten. Das ist eine Entwicklung, die nicht nur mir gefällt, sondern scheinbar auch außerhalb der Kirche gut ankommt.  

Die Broschüre strahlt über den kirchlichen Rahmen hinaus. Sie haben Kooperationspartner und sogar ein Interview mit Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber (CSU) in der aktuellen Ausgabe …  

Dass Kirche auch in der Gesellschaft von heute nach wie vor relevant ist, merken wir ganz deutlich an unseren Kooperationen. Wir arbeiten eng mit Bayern Tourismus und regionalen Tourismusstellen zusammen: Wir treffen uns, planen gemeinsam Jahresprogramme und machen uns Gedanken, wie sich Tourismus und Kirche gleichermaßen befruchten können. Es ist ein Dialog auf Augenhöhe. 

So freue ich mich besonders, dass der Gästebrief auch auf politischer Ebene wahrgenommen wird. Das Interview mit Tourismusministerin Michaela Kaniber war sehr persönlich – sie kommt selbst aus einer starken Fremdenverkehrsregion und ist in einer Gastwirtschaft groß geworden. Das passt gut zum Gästebrief: bodenständig, offen und über kirchliche Grenzen hinaus anschlussfähig.  

Enthält der Brief auch Orte und Geschichten, die Sie überraschen? 

Ich kenne unser Erzbistum wirklich ziemlich gut, aber in den Redaktionskonferenzen tauchen oft Dinge auf, die mir völlig neu sind. Dass von der Orgel in St. Peter in München einmal im Jahr ein Hahn kräht, finde ich wirklich witzig. 

Oder die kleine Kirche Herrnrast, ganz im Norden des Bistums: Da gibt es keinen Strom, aber ziemlich viele Hochzeiten. Und die zuständige Pfarrei weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass Bands keine Verstärker anschließen können.  

Oder die sehr persönliche Geschichte des Kabarettisten Wolfgang Krebs, der für seine Politikerparodien in ganz Bayern bekannt ist. Kabarett und Kirche schließen sich überhaupt nicht aus, sagt er. Beide schauen auf die Benachteiligten und leben von der frohen Botschaft. 

[inne]halten - das Magazin 03/2026

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Wo ist der Gästebrief erhältlich und was kostet er?  

Der Gästebrief kostet nichts – er ist bewusst als Geschenk gedacht. Als Einladung an alle, die bei uns unterwegs sind und Lust haben, das Erzbistum München und Freising einmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Von einer Seite, die Sie mit Sicherheit überraschen wird.  

Zur freien Mitnahme liegt er daher in all unseren Kirchen auf, und natürlich auch an touristischen Anlaufstellen in der Region – in Tourist-Infos oder Hotels. Einfach zugreifen, mitnehmen und sich inspirieren lassen – vielleicht ja zu einem Ausflug an einen Ort, den man sonst übersehen hätte. 

Service: Bestellung & Download 

Der Gästebrief erscheint in diesen Tagen. Er kann auch per E-Mail an tourismusundsport@eomuc.de bestellt und online unter www.gaestebrief.de heruntergeladen werden. 

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Alois Bierl
Artikel von Alois Bierl
Chefreporter
Beschäftigt sich mit wichtigen Trendthemen wie Spiritualität.