Kirche im Sport
Paralympische Spiele: Seelsorge für die deutschen Athleten
Sportseelsorgerin Elisabeth Keilmann ist bei den Paralympischen Spielen in Italien für die deutschen Athleten im Einsatz.
Rund um die Uhr sind Seelsorgerin Elisabeth Keilmann und ihre Kollegen für die Paralympics-Athleten ansprechbar. Foto: © AdobeStock/Alex
Die Seelsorgerin Elisabeth Keilmann aus dem Bistum Essen reist für die Deutsche Bischofskonferenz zu den kommenden Paralympischen Winterspielen in Italien. Seit mehr als sieben Jahren ist sie die Sport- und Olympiaseelsorgerin für die Deutsche Bischofskonferenz tätig – als erste Frau in dieser Funktion. Auch bei den Winterspielen im Februar war Keilmann aktiv. Zusammen mit ihren evangelischen Kollegen Thomas Weber und Christian Bode begleitet sie die deutschen Sportlerinnen und Sportler während der paralympischen Wettbewerbe vom 6. bis zum 15. März. Rund um die Uhr und an drei verschiedenen Austragungsorten sind die Seelsorger ansprechbar.
Elisabeth Keilmann ist Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: © Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic
Die Kirche als Partner im Sport
Die Kirche sei für den Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen da, betont Keilmann – so auch im Sport. Es gehe dabei um die Sorge um den Menschen im Sinne des biblischen ganzheitlichen Menschenbildes. Athletinnen und Athleten erlebten diese Einheit von Körper, Geist und Seele auf besondere Weise, so Keilmann. Deshalb sei die Sportseelsorge für sie ein so wichtiges pastorales Handlungsfeld.
Die Seelsorge könne unabhängig vom Glauben der einzelnen Sportlerinnen und Sportler helfen. Auch bei zufälligen Begegnungen komme sie mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch. Eine häufige Rückmeldung laute: „Super, dass Seelsorger dabei sind.“ Es gebe zwar gläubige Athletinnen und Athleten, doch es sei in der deutschen Sportszene nicht üblich, sich dazu zu bekennen. Aber auch Sportlerinnen und Sportler, die der Kirche nicht naheständen, kämen auf sie zu.
Seelsorge zwischen Sieg und Niederlage
„Ihr seid die Trainer der Seele“ – das habe ihr vor Jahren eine Sportlerin gesagt, erzählt Keilmann. So verstehe sie ihre Arbeit auch: Sie begleite die Athletinnen und Athleten in allen Lebenssituationen, biete vertrauensvolle Gespräche an und schaffe Momente der Ruhe mitten in der Hektik der Wettbewerbe. Während des jahrelangen harten Trainings werde die mentale Gesundheit oft vernachlässigt. Mit der Teilnahme an den Paralympics gehe für viele ein großer Traum in Erfüllung – damit verbunden sei ein erheblicher Erfolgsdruck.
Zentrale Themen in ihren Gesprächen seien daher Sieg und Niederlage: Für Sportlerinnen und Sportler breche oft eine Welt zusammen, wenn die Erwartungen nicht erfüllt würden. Sie ermutige und erinnere daran, dass der Wert eines Menschen nicht von einer Medaille abhänge. Das zeichne die Aufgabe der Kirche im Sport aus, meint Keilmann. Sie zeige, dass jede Athletin und jeder Athlet jenseits der eigenen Leistung von Gott geliebt und gewollt sei: „Für Gott ist jeder ein Gewinner – unabhängig von Sieg und Niederlage.“
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Immer mehr Aufmerksamkeit für die
Paralympischen Spiele
Mehr Livestreams und eine höhere Medienpräsenz bedeuteten auch einen stärkeren Erfolgsdruck. Dennoch bewertet Keilmann das wachsende Interesse positiv. Sie hoffe, die Paralympics könnten auch zur Aufklärung beitragen. Die Sportlerinnen und Sportler hätten einen Weg gefunden, nicht aufzugeben. Sie zeigten, dass es sich lohne, immer wieder Hoffnung und Mut zu schöpfen. In den Wettbewerben werde sichtbar, was möglich sei – trotz erschwerter Bedingungen.



