Achtsamkeit
19.12.2025

Gelassen durch die Feiertage

Friedliche Weihnachten?

Der große Familienkrach unterm Christbaum muss nicht sein. Wie es gelingen kann, das Fest der Feste harmonisch zu begehen, verrät Stefanie Penker, Fachreferentin für Kinderpastoral in der Erzdiözese München und Freising.

Eine gute Planung sei das „A und O“ für ein harmonisches Weihnachtsfest, meint Stefanie Penker. Eine gute Planung sei das „A und O“ für ein harmonisches Weihnachtsfest, meint Stefanie Penker. Foto: © AdobeStock/STOCK48

Streit unterm Christbaum lässt sich vermeiden, findet Stefanie Penker. Eine gute Planung sei das „A und O“ für ein harmonisches Weihnachtsfest, betont die Fachreferentin für Kinderpastoral in der Erzdiözese. Schließlich gebe es Studien, die besagten, dass sich mehr als jeder dritte Konflikt an Weihnachten um die Organisation und Vorbereitung des Festes drehe. Da lohnt es sich vorab zu klären: Wer besorgt den Baum? Wer kümmert sich um die Deko? Wer bereitet das Essen zu?

Apropos Essen: Penker plädiert mit Blick auf Gans und Co. dafür, die Messlatte tiefer zu hängen: „Ich glaube, es ist gut, realistisch zu sein und zu schauen: Was können wir schaffen? Muss es das wunderbare Essen sein oder könnte man an Weihnachten nicht auch einfach die Lieblingsspeise der Kinder kochen?“ Das Fest der Feste müsse nämlich ganz und gar nicht perfekt sein. „Es ist in Ordnung, wenn es unperfekt ist, denn Weihnachten ist perfekt, wenn es für einen selbst perfekt ist.“ Niedrigere Erwartungen reduzierten den mit dem Fest verbundenen Druck – und damit auch die Wahrscheinlichkeit von Auseinandersetzungen.
   

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Worum es an Weihnachten geht

Anstatt ein gelungenes Fest an äußeren Kriterien festzumachen, sollten Familienangehörige sich lieber darüber austauschen, welche Bedeutung Weihnachten für jede und jeden von ihnen habe. „Ich glaube, es ist immer wichtig, als Paar und als Familie darüber nachzudenken: Was feiere ich an diesem Fest? Welche Haltung habe ich dazu? Kommt denn Gott auch in meinem Leben an? Mache ich die Türen meines Herzens auf und heiße Jesus hier in unserer Welt willkommen? Was steckt für mich im Familie-Sein? Was möchte ich ganz gern für mich? Und es ist wichtig, sich nicht abhängig von anderen und den Meinungen anderer zu machen“, rät Penker. Stattdessen solle man miteinander sprechen und einander zuhören, um zu erfahren, was jeder und jedem Einzelnen wichtig sei – auch den Gästen, die man erwarte. Dann sei man der Gestaltung des Festes schon einen Schritt näher: „Vielleicht überlegt man: Was ist unser Schwerpunkt? Ist es die gemeinsame Zeit, die wir verbringen? Ist es das gegenseitige Beschenken?“, gibt die Expertin einige Anregungen. Dabei bräuchten die Geschenke keinen hohen materiellen Wert zu besitzen. Sie könnten auch einfach in Wort- oder Zeitgeschenken bestehen. ​

Wenn es an den Feiertagen doch zu Meinungsverschiedenheiten komme, empfiehlt Penker, durchzuatmen und ruhig zu bleiben. „Manchmal hilft es, Verständnis zu zeigen und zu sagen: ,Ich verstehe, was du meinst‘ oder ,Ich verstehe, dass dich das interessiert, aber es ist mir ein Anliegen, dass wir das vertagen‘. Denn das Weihnachtsfest sei kein geeigneter Zeitpunkt, um Konflikte auszutragen. In manchen Situationen könne auch ein Ortswechsel hilfreich sein, den man zum Beispiel herbeiführen könne, indem man sage: „Ich muss jetzt ganz dringend in der Küche etwas erledigen.“

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Achtsam mit Konflikten umgehen

Wenn man bereits im Vorfeld mit einem bissigen Kommentar oder einer unliebsamen Nachfrage rechne, sei es gut, sich auch schon vorab zu überlegen, wie man damit umgehen wolle. Wenn unterschwellige Unstimmigkeiten bestünden, könne es sogar angebracht sein, diese vor einem Zusammentreffen anzusprechen oder in der Weihnachtseinladung zu erwähnen und der betreffenden Person beispielsweise zu signalisieren: „Ich habe dich gern dabei und das ist wichtig für mich und für unsere Familie. Aber vielleicht können wir das, was uns gerade trennt, über das wir uns nicht einig sind, für dieses Fest ausklammern und uns danach einmal auf einen Kaffee oder ein Glas Wein zusammensetzen und das nochmal miteinander besprechen.“ 

Schließlich ende Weihnachten nicht mit Heiligabend und dem Öffnen der Geschenke. Vielmehr solle die Weihnachtsbotschaft, „dass da jemand ist, der in unsere Welt kommt, der sagt: ,Ich kenne das, ich habe mit euch Menschen gelebt, ich weiß, was euch umtreibt‘“, auch die folgenden Tage überdauern und durch das neue Jahr begleiten.

Stefanie Penker ist Fachreferentin für Kinderpastoral in der Erzdiözese München und Freising. Stefanie Penker ist Fachreferentin für Kinderpastoral in der Erzdiözese München und Freising. Foto: © Foto Haider
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Karin Hammermaier
Artikel von Karin Hammermaier
Redakteurin
Recherchiert und schreibt Geschichten für [inne]halten.